Rheinpfalz Flüchtlingshilfe besser absprechen

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Sehr viele Menschen engagieren sich im Dahner Felsenland bereits ehrenamtlich, damit es den Flüchtlingen in der Asylbewerberunterkunft am Dahner Stadteingang besser geht. Nur: Die meisten wussten bis jetzt noch nichts voneinander. Bei einem „Runden Tisch“, zu dem die katholische Pfarrei Dahn am Dienstag ins Pater-Ingbert-Naab-Haus erstmals eingeladen hatte, konnten sich die Helfer kennenlernen und neue Projekte anstoßen.

Über 30 Personen von Hinterweidenthal bis Petersbächel waren erschienen – kommunale Vertreter ebenso wie Funktionsträger aus kirchlichen Gremien, Schüler ebenso wie Pensionäre. Manche von ihnen unterstützen schon seit Jahren die Asylbewerber, indem sie beim Lernen der deutschen Sprache helfen, Kleidung besorgen oder die Asylbewerber bei Behördengängen und Arztbesuchen begleiten, andere wollten sich informieren, in welcher Weise sie sich einbringen können. Diakon Michael Ganster hatte zum Auftakt des Treffens die Einberufung des „Runden Tischs“ begründet. „Viele möchten mithelfen“, sagte er. Aber die Anfragen, die ihn erreichen, übersteigen inzwischen seine Möglichkeiten. Er bezeichnete es als „Christenpflicht, diese Menschen aufzunehmen und das Mögliche zu tun, damit sie sich bei uns wohlfühlen“. Ausdrücklich stellte er den ökumenischen Charakter des „Runden Tischs“ heraus. Annette Martin vom Caritas-Zentrum Pirmasens, die den „Runden Tisch“ leitete, zeigte sich überrascht und erfreut über den großen Zuspruch des Treffens. Es sei „wichtig, dass alle, die was tun wollen, in Austausch kommen“. Dies wurde auch von den Helfern, die sich bereits für die Flüchtlinge engagieren, bestätigt. Als man sich entschieden habe, sich einzubringen, habe man keinen Ansprechpartner gefunden und sei auf sich allein gestellt gewesen, berichteten sie. Viele Aktion liefen parallel zueinander ab, ohne dass der eine etwas vom anderen wisse. Dadurch würde vieles mehrfach erledigt, was unnötig Zeit und Arbeitskraft binde. Sebastian Becker, der bei der Verbandsgemeindeverwaltung Dahner Felsenland für die Flüchtlinge zuständig ist, informierte über die aktuellen Zahlen: Derzeit sind in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland 45 Asylbewerber – darunter zwei Kleinkinder – untergebracht. Laut Zuteilungsschlüssel müsste die Verbandsgemeinde 91 Flüchtlinge aufnehmen. Da sie in der Vergangenheit aber stets alle Flüchtlinge für den gesamten Kreis in ihrer Asylbewerberunterkunft aufgenommen hat, sei sie bislang vom Kreis „etwas verschont“ worden, erläuterte Becker. Das werde sich aber ändern. Denn bei der Kreisverwaltung rechne man damit, dass sich bis Ende dieses Jahres die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge verdoppelt. Auch Becker freute sich über die hohe Beteiligung am „Runden Tisch“. Dies zeige, dass das gesamte Dahner Felsenland hinter dieser Aufgabe stehe. Aus dem „Runden Tisch“ ergaben sich zunächst vier Kleingruppen: Eine kümmert sich – wie bisher – um das Angebot des Deutschunterrichts, eine andere will spezielle Angebote für Kinder schaffen. Die dritte Gruppe macht es sich zur Aufgabe, Flüchtlinge bei Behördengängen oder Arztbesuchen zu begleiten, und die vierte will mit Freizeitaktivitäten dafür sorgen, dass sich die Flüchtlinge besser integrieren und ihren Alltag besser gestalten können. Hierzu will man mit (Sport-)Vereinen Kontakt aufnehmen, gemeinsam spielen, basteln oder wandern, ein monatliches Café als Treffpunkt für Flüchtlinge und Bürger einrichten oder mit Besuchsdiensten auch eine Vernetzung zu den örtlichen Heimen schaffen. Für einige der geplanten Aktivitäten werden noch Räumlichkeiten gesucht. Wer Platz anbieten kann oder sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich mit dem Pfarramt Dahn, dem Caritas-Zentrum Pirmasens oder der Verbandsgemeindeverwaltung Dahner Felsenland in Verbindung setzen. Das nächste Treffen des „Runden Tischs“ findet nach den Sommerferien Mitte September statt. (hll)

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