Rheinpfalz Flüchtlinge: Weihnachtszirkus unterhält die Kinder
Speyer. Eine halbe Stunde Auszeit von Fluchttrauma und Zukunftsangst: Stephan Riedesel, Direktor des „Ludwigshafener Weihnachtscircus“, hat gestern mit Ensemblemitgliedern Bewohner der Speyerer Landes-Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) mit Jonglage, Akrobatik, Clownerie und Hula-Hoop unterhalten.
Der Speisesaal war kurzerhand zur Manege erklärt worden. Nach und nach besetzten rund 200 der derzeit 567 AfA-Bewohner – darunter rund 150 Minderjährige – die improvisierten Ränge. „Sprachbarrieren gibt es hier nicht“, wies Willi Dörfler, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Vorderpfalz, auf gelungene nonverbale Kommunikation zwischen Clown Rino und den rund 50 Kindern hin, die sich köstlich über seine Späße amüsierten. Die letzten Besucher trafen erst zum Finale der ungewöhnlichen Vorstellung im Speisesaal ein. „Pünktlichkeit ist nicht gerade eine der herausragenden Eigenschaften der Flüchtlinge“, sagte Unterkunftsleiter Oliver Nagel-Schwab. „Gut, gut“: Mit diesen Worten bemühte sich ein syrischer Vater, seine Begeisterung und die Faszination seiner Kinder in deutsche Worte zu fassen. „Das war der Anfang einer ganzen Reihe“, kündigte Gerd Hübner, Sprecher des „Ludwigshafener Weihnachtscircus“, weitere Vorstellungen in rheinland-pfälzischen Flüchtlingseinrichtungen an. (kya)