Rheinpfalz Firma Seibel macht Nägel mit Köpfen

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Integration funktioniert am besten über den Arbeitsmarkt. Davon sind Manfred Schuck, Betriebsleiter und Prokurist der Seibel Kunststofftechnik GmbH in Hermersberg, und seine Mitarbeiter überzeugt. Und sie lassen Taten sprechen.

Am 1. August hat der aus Syrien stammende Ammar Alsaied seine Ausbildung zum Mechatroniker in Hermersberg begonnen. Seit 1. September absolviert der gleichfalls aus Syrien stammende Alaa Lababidi eine betriebliche Einstiegsqualifizierung bei dem Unternehmen. Für Schuck macht ein funktionierendes Netzwerk, das es in der Südwestpfalz gebe, die Aufgabe der Integration erheblich leichter. „Die Wirtschaft hat der Politik ein Versprechen gegeben“, erinnert er an Zusagen von Seiten der Betriebe, Asylbewerber in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dieses Versprechen wolle man einlösen und den Weg nun gemeinsam mit den beiden in Pirmasens lebenden Syrern gehen, die bereits voll in den Betriebsprozess eingebunden seien. Der 25-jährige Alaa, der allein in Deutschland ist, und der 39-jährige Ammar, dessen Familie zwischenzeitlich nachkommen durfte, sind im Betrieb angekommen. „Das ist unsere Familie“, sagen sie übereinstimmend. Bis zu diesem Satz der beiden waren für das Unternehmen viele Dinge zu klären. Mit Reinhold Habermann, dem Beauftragten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) Westpfalz, habe er dieses Thema öfter diskutiert, nach Erfahrungen anderer Unternehmen gefragt. „Die Erfahrungen, die positiv sind, wollen wir jetzt weitergeben“, so Schuck. „Wie sieht es aus mit der deutschen Sprache, was ist mit der Aufenthaltsdauer, wie ist der Umgang, die Akzeptanz von Frauen, die in deutschen Betrieben eine wichtige Rolle spielen, wie passen die Kulturen zusammen?“, nennt Habermann Beispiele für immer wiederkehrende Fragen. In einer kleinen Arbeitsgruppe kristallisierten sich Hindernisse heraus, die zwischen der Bereitschaft, Asylbewerbern eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben , und der Umsetzung standen. Die Firma Seibel und der BVMW haben die Erfahrung gemacht, dass es für alles Lösungen und Hilfe gibt, die begleitend angeboten werden. Die IHK Pfalz, das Job-Center Pirmasens und der Internationale Bund (IB) sind wichtige Netzwerkpartner des Unternehmens. Für Peter Schwarz, den Geschäftsführer des Job-Centers in Pirmasens, steht fest: „Das Wichtigste ist die deutsche Sprache.“ Das bestätigt Christina Pust, Koordinatorin Flüchtlingsprojekte beim IB: Sprache, die Disziplin, pünktlich zum Arbeitsplatz zu kommen, konzentriert zu arbeiten und das jeden Tag, das seien Voraussetzungen, damit Integration gelinge. Für Asylbewerber, die in der Regel aus Ländern stammen, in denen es kein Ausbildungssystem wie in Deutschland gibt, sei es auch wichtig zu erkennen, dass sie diese qualifizierte Ausbildung benötigen, die in den Augen vieler zunächst nicht gut bezahlt werde, um dann später wirklich gutes Geld verdienen zu können. Der IB vermittelt in der Praxiswerkstatt Migration in Pirmasens, die unter dem Maßnahmetitel „Find your way to work“ steht, diese Erkenntnisse. Seit Januar gibt es die Maßnahme, erläutert Jörg Wünneberg, Leiter Berufliche Bildung Pfalz/Saar beim IB. Es gehe darum festzustellen, welche Fähigkeiten, Kenntnisse, Stärken und Begabungen ein Asylbewerber mitbringt. Es gibt begleitendes Coaching, Einzelgespräche und Deutsch-Unterricht. In dem Programm waren Ammar Alsaied und Alaa Lababidi, der noch Teile des Programms wie Deutsch-Unterricht nutzt. Aufgabe von IB und Job-Center war es, unter den aktuell 225 Kunden des Job-Centers mit Asylstatus die Bewerber zu finden, die auf das Anforderungsprofil des Hermersberger Unternehmen passten. Die Kenntnisse der Bewerber sind genau erfasst, erläutert Arbeitsvermittlerin Claudia Laux. „Wo stehen sie sprachlich, wie ist es um berufliche Vorkenntnisse bestellt, wie steht es um die Mobilität? Der Kontakt zwischen Job-Center und IB sei sehr eng. „Davon haben auch wir als Unternehmen profitiert“, betont Schuck, wie wichtig diese Vernetzung ist, die auch finanzielle Möglichkeiten eröffnet – angefangen von Lohnzuschüssen bis hin zur Finanzierung des Führerscheins. Ein weiterer Netzwerkpartner ist die IHK. Von Ausbildungsberaterin Sabine Vogt kam der Hinweis, es mit der beruflichen Einstiegsqualifzierung zu versuchen. Im Falle von Alaa Lababidi war dies der richtige Weg, da seine Sprachkenntnisse noch nicht so weit gediehen waren. „Wir kannten diese Möglichkeit nicht, aber in diesem Fall ist sie ideal“, sagt Schuck. Es gibt dem Unternehmen und dem Programmteilnehmer die Möglichkeit, über ein bis zu einem Jahr dauernden Praktikum zu schauen, ob es passt. „Anschließend könnte er die zweijährige Berufsausbildung zum Anlagentechniker absolvieren“, erläutert Vogt eine von vielen Möglichkeiten zur beruflichen Integration. | add

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