Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehren im Kreis Kusel: Kreisentscheid im Geschicklichkeitsfahren

Mit Spiegel statt Rückfahrkamera: Einparken in einem Zug.  Foto: sayer
Mit Spiegel statt Rückfahrkamera: Einparken in einem Zug.

Statt Einkaufswagen-Slalom um parkende Autos herum gab es am Sonntag auf dem Wasgau-Parkplatz in Lauterecken: Feuerwehr-Geschicklichkeitsfahren zwischen Warnbaken hindurch, über Schlauchbrücken hinweg und zielgenau in eine Parklücke hinein.

Die Einsatzfahrzeuge durch enge Spurgassen aus Pylonen manövrieren und in engste Parklücken quetschen – was beim Geschicklichkeitsfahren der Feuerwehr gefragt war, kennen die Teilnehmer durchaus von ihren Einsätzen. Auch ein gewisser Zeitdruck ist den Männern nicht fremd. Ziel war es, in unter 3,5 Minuten durch den Parcours zu kommen und dabei möglichst wenig Fehlerpunkte zu sammeln.

Auf den verschiedensten Wegen durch den Parcours mussten die Teilnehmer ihr Fahrgeschick unter Beweis stellen. Mit dem fremden Feuerwehrauto rückwärts ein großes Gatter anzufahren wurde als besonders schwierig empfunden. Rückfahrkamera – Fehlanzeige!

Sieger tritt im Land an

Auch in diesem Jahr fand der Kreisentscheid im Geschicklichkeitsfahren des Kreisfeuerwehrverbands Kusel auf dem Wasgau-Parkplatz in Lauterecken statt. Die Sieger sind für den Landesentscheid qualifiziert, der im September erstmals in Kusel stattfinden wird. Zehn Fahrer waren in Klasse A (bis 3,5 Tonnen) am Start, acht in Klasse B (über neun Tonnen). Einige Männer traten in beiden Klassen an.

Nicht anwesend: Frauen

Unter den Teilnehmern befanden sich zwei Neulinge, allen anderen war der Parcours bereits bekannt – der Aufbau ist im Reglement festgelegt. Es trat keine einzige Frau an – und den Berichten der langjährigen Fahrer zufolge sei das oft der Fall.

Andreas Müller, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, war ebenfalls anwesend, um sich den Wettbewerb anzusehen. Auch er zeigte sich enttäuscht über die geringe Beteiligung von Frauen am Geschicklichkeitsfahren. Sie würden etwa zehn Prozent aller Feuerwehrleute ausmachen und trotzdem sehe man sie bei der Gelegenheit nur sehr selten. „Die trauen sich nicht“, meint er, und sie hätten Angst, etwas falsch zu machen.

„Immer die Gleichen“

Lothar Studt ist einer der Initiatoren, die das Geschicklichkeitsfahren im Kreis Kusel etabliert haben. Er ist heute Mitglied der Alterskameradschaft des Kreisfeuerwehrverbands und seit 30 Jahren Feuerwehrmann. „Es sind immer die Gleichen, die man hier sieht“, sagte er. Der Sprecher der Alterskameradschaft, Peter Rech, stimmte ihm zu. Es sei schade, denn „für jeden Feuerwehrmann ist es wichtig, dass er sein Fahrzeug gut beherrscht“ und genau das könne man beim Geschicklichkeitsfahren üben. Es werde viel Arbeit in den Wettbewerb gesteckt, besonders vonseiten Michael Welschbachs. Der Wehrführer in Kappeln übernahm die gesamte Organisation.

Die meisten Fahrer nehmen ihrer eigenen Aussage nach aus Spaß teil – doch der Ehrgeiz zu gewinnen, sei sehr wohl da, betonen sie. Das habe bereits in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Kuseler beim Landesentscheid immer recht gute Plätze belegten.

Doppelt platziert

Die Chance, Landespreise in den Kreis zu holen, werden im September Eric Studt und Stefan Kühn haben. Studt hat sich mit dem Sieg in Klasse A qualifiziert. 200 Fehlerpunkte standen am Ende des Parcours auf seinem Konto – ein ordentliche Ergebnis. Den zweiten Platz belegte Franz Schneider, der nur acht Fehlerpunkte mehr hatte. Schneider wurde vor etwa 20 Jahren schon einmal Landessieger. Den dritten Platz belegte Alexander Ruth.

Kühn konnte den Wettbewerb im Feuerwehrfahrzeug bis neun Tonnen für sich entscheiden. Er sammelte nur 184 Fehlerpunkte und hatte somit einen Vorsprung von fast 100 Punkten gegenüber dem Zweitplatzierten Eric Studt. Dritter wurde Andreas Allenbacher.

Mehr Teilnehmer gewünscht

Eric Studt, der in beiden Klassen sehr gut abschloss, ist schon seit zehn Jahren bei dem Geschicklichkeitsfahren dabei. Wie er erzählte, seien damals „in jeder Klasse doppelt so viele“ Fahrer angetreten. Er findet es schade, dass sich nicht mehr Feuerwehrleute für die Aktion interessieren. Aus lediglich sieben von 89 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis kamen die Kontrahenten, betonte Kreisfeuerwehrinspekteur Norbert Braun. Für nächstes Jahr hoffen alle auf mehr Herausforderer.

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