Rheinpfalz Fachwerkhaus nicht mehr zu retten

Eines der ältesten Hauensteiner Häuser, das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus am Marktplatz/Ecke Dahner Straße, hat sich gegen seine Sanierung gewehrt: Private Bauherren wollten das uralte Fachwerkgebäude erhalten, die Bausubstanz war aber so marode, dass schließlich nur noch ein kompletter Abbruch möglich war.
Das Gebäude hatte lange leer gestanden und sich zuletzt auch von außen ziemlich heruntergekommen präsentiert. Anwohner berichteten von Wasserschäden, die der Bausubstanz extrem zugesetzt hatten. In den letzten Wochen aber hatte es für den Beobachter den Anschein, als ob das Gebäude endlich finanziell potente Liebhaber gefunden hätte. Das Dach war abgedeckt und mit einer Folie gesichert sowie ein Gerüst gestellt worden, die Sanierung schien in die Gänge zu kommen. Was wie der Beginn der Sanierung erschien, war jedoch ein erster Versuch, das Fachwerk zu entlasten. „Als die Dachziegeln entfernt wurden, hat jeder gedacht, das Haus würde saniert. Diese Maßnahme war aber notwendig, um das Gebälk zu entlasten, damit es nicht einstürzt“, berichtete Ortsbürgermeister Bernhard Rödig. Letztlich habe sich dann aber herausgestellt, dass das Haus nicht mehr zu retten war. Und schließlich wurde der Abbruch des Gebäudes von der Unteren Denkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz genehmigt, wie die Sprecherin der Kreisverwaltung, Ulla Eder, auf Anfrage mitteilte. Die Genehmigung sei im Benehmen mit der Denkmalfachbehörde bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe in Mainz erfolgt. Dass auch die Denkmalschützer dem Abbruch des Hauses zustimmten, hat mit dem insgesamt maroden Zustand des Gebäudes zu tun: „Im Zuge der Sanierung war festgestellt worden, dass die Schäden am Gebäude wesentlich schlimmer waren als ursprünglich angenommen“, berichtet die Kreissprecherin. Es seien „große Verformungen und Setzungen“ festgestellt worden, wesentliche Teile der Konstruktion seien „stark geschädigt“, die Standsicherheit des Gebäudes sei nicht mehr gegeben gewesen. Vor diesem Hintergrund konnte das Gebäude nicht mehr gefahrlos betreten werden. Und das galt auch für Bauarbeiter und Handwerker, die eine Sanierung hätten ausführen müssen. Eder: „Das Ausmaß der Schäden ließ erkennen, dass die erforderliche Sanierung des Anwesens zwangsläufig den fast vollständigen Verlust der originalen Bausubstanz zur Folge gehabt hätte und die Denkmaleigenschaft verloren gegangen wäre.“ Dieses Urteil bedeutete das Aus für das Fachwerkhaus. Vor dem Abbruch des Gebäudes wurde eine entsprechende Dokumentation erstellt, die in solchen Fällen üblich sei. Der Platz am Marktplatz 29 ist mittlerweile leergeräumt. Wie das Gelände weiter genutzt wird, darüber war bislang nichts zu erfahren. (ran)