Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Fabian Altstötter zurück in der Pfalz mit großen Plänen

Plaudert über Erlebnisse und Projekte: Fabian Altstötter.
Plaudert über Erlebnisse und Projekte: Fabian Altstötter.

Zum dritten Mal erlebt Landau das „Homecoming“ eines berühmt gewordenen Kinds der Stadt: Am 16. November tritt Fabian Altstötter mit seinem Soloprojekt als Jungstötter im Foyer der Festhalle auf. Mit dabei: Lisa Harres.

Fabian Altstötter hat Mitte der 2010er-Jahre mit der Südpfälzer Avantgarde-Pop-Band Sizarr bundesweit Furore gemacht. Ihren Erfolg hatte die Band sicher zu einem großen Teil der markanten, intensiven Stimme des heute 33-Jährigen Fabian Altstötter zu verdanken. Ihretwegen ziehen Kritiker gerne Vergleiche mit Nick Cave. 2012 veröffentlichten Sizarr ihr Debütalbum „Psycho Boy Happy“, das nominiert wurde für den Echo-Kritikerpreis. Nach Tourneen und gefeierten Auftritten auf Festivals wie dem Sonar Barcelona, Iceland Airwaves Reykjavik, SXSW Austin Texas und Melt! Festival erschien 2015 das zweite Album „Nurture“.

Danach entschieden sich Sänger Fabian Altstötter, Philipp Hülsenbeck am Synthesizer und Marc Übel am Schlagzeug, getrennte Wege zu gehen. Nach der letzten gemeinsamen Tour Ende 2015 kündigten sie die Auflösung der Band an. 2016 erhielten Sizarr dann zusammen mit Casper, Dagobert und Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten noch den Preis für Popkultur für ihre Mitwirkung am Album „Lang Lebe der Tod“ des deutschen Rappers Casper.

Zwei Alben als Jungstötter

Seither ist der Fabian Altstötter mit seinem Soloprojekt Jungstötter unterwegs. Zwei Alben sind erschienen: „Love Is“ (2019) und „One Star“ (2023), bei denen Philipp Hülsenbeck, Wegbegleiter aus Sizarr-Zeiten, als Gitarrist und Saxofonist mitwirkte. Als Hülsenbeck im vergangenen Jahr zum zweiten „Homecoming“ im Deutschen Tor in Landau geladen war, schaute sich Altstötter das Format an. Und hält es für eine „super Idee“, sagt der Sänger am Telefon.

Organisiert wird die Reihe von der Initiative #1 in Kooperation mit zahlreichen Sponsoren, zu denen auch das Landauer Stadtmarketing zählt. Sie soll Künstler für einen Abend in die Heimat holen, die in der Ferne ihr Glück gefunden haben, sagt Mathias Kühn. Er ist Vorsitzender des Vereins #1, vor vier Jahren von zwölf Bloggern als Wohltätigkeitsaktion für soziale Projekte in der Südpfalz gegründet, und zugleich auch Geschäftsführer des Landauer Burgerladens Bagage. Zum ersten „Homecoming“ 2022 war Luisa Weißflog geladen, die erfolgreich als Model, Modedesignerin und DJane arbeitet.

Pläne für Pfälzer Kreativzentrum

Bei der dritten Auflage am Samstag soll es neben dem Konzert auch wieder eine Runde geben, in der Altstötter über seine Erlebnisse und neue Projekte plaudert. Der Sänger hat fünf Jahre in Wien gelebt und ist – nachdem eine Beziehung mit der Sängerin Anja Plaschg alias Soap&Skin in die Brüche ging – im Juli wieder zurück nach Berlin gezogen, erzählt er. Die deutsche Metropole sei auch in seiner Wiener Jahren immer seine musikalische Basis geblieben, sagt Altstötter. „Was Kultur angeht, ist Berlin einfach eine wahnsinnig gute Stadt.“ Er sei in der Underground-Szene heimisch, und die sei in Berlin lebendiger, durchlässiger, diverser und internationaler als anderswo.

Weggegangen zu sein, bereut er nicht. Der Abstand und der kreative Input hätten seiner musikalischen Entwicklung ganz gut getan, meint Altstötter. „Aber je älter ich werde, desto lieber komme ich zurück in die Pfalz.“ Zumal er mit Philipp Hülsenbeck ein Projekt in Edesheim verfolgt: Die beiden renovieren gerade eine alte Lagerhalle, wo sie eine Art Kreativzentrum gründen wollen. „Das ist allerdings noch nicht ganz spruchreif.“ Das Gebäude ist Eigentum von Familienfreunden Hülsenbecks; die Halle gehörte früher zu einem Bauunternehmen. Schön wäre es, so sagt der Musiker, einen Rückzugsort zu haben, an dem man in Ruhe an Projekten tüfteln kann.

Neues Album vielleicht schon in diesem Jahr

Bei seinem Konzert in Landau will Altstötter, selbst Gitarrist und Pianist, zusammen mit seinen Jungstötter-Bandkollegen Manuel Chittka am Schlagzeug und Sebastian Eppner ebenfalls an Klavier und Gitarre, die etwas melancholische opulent-dunkle Musik seiner beiden Alben, aber auch neue Songs präsentieren. Derzeit arbeite er mit den beiden Jazzmusikern Ralf Heidel (Blasinstrumente) und Laura Schenk (Klavier) an einem neuen Album, das er zum Jahresende zu veröffentlichen hofft. „Einflüsse aus dem Jazz fand ich schon immer interessant“, erzählt der Sänger. Aber seine Musik soll jetzt nicht grundsätzlich anders werden – „eklektizistischer vielleicht und elektronischer“.

Zu seinem „Homecoming“ am Samstag bringt er eine Freundin aus Berlin mit: die junge Sängerin Lisa Harres, die eigentlich an der Filmhochschule studiert, aber Anfang 2025 auch ihr erstes Album mit herauszubringen plant. Sie spiele sehr schöne, ruhige Klaviermusik mit Gesang, sagt Altstötter.

Termin

„Homecoming“ mit Fabian Altstötter und seiner Band Jungstötter sowie Lisa Harres am Samstag, 16. November, 19 Uhr im Foyer der Landauer Festhalle. Karten gibt es online über eventfrog.de und beim Burgerladen Bagage in der Landauer Königstraße.

Aus Berlin dabei: Lisa Harres.
Aus Berlin dabei: Lisa Harres.
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