Rheinpfalz Für „Pfalzblick“ gepunktet
Die beste Werbung für ein Hotel sind zufriedene Gäste. Und da konnte das Dahner Vier-Sterne-Superior-Hotel Pfalzblick bei Johanna Wolf ordentlich punkten: Weil die Homburgerin das Haus durch den Familienurlaub schätzen lernte, entschloss sie sich zur Ausbildung dort. Und trägt nun selbst zum guten Ruf vom „Pfalzblick“ bei: Bei den Jugendmeisterschaften für Hotelfachleute der Pfalz, ausgerichtet vom Verband Dehoga, erreichte sie Platz eins. Für Hotelier Manfred Maus eine schöne Bestätigung seiner Ausbildung.
Die Gastronomie ist Johanna Wolf nicht fremd. In ihrer Familie arbeiteten einige in dieser Branche, erzählt sie. Und es gebe dort durchaus Jobs mit geregelten Arbeitszeiten, sagt sie – mit guten Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten ohnehin. Ihren künftigen Arbeitgeber konnte die Familie schon vorher genau unter die Lupe nehmen: Ihre Eltern, erzählt die 22-Jährige, kämen seit Jahren nach Dahn. Und weil das Haus auch der Tochter gefiel, bewarb sich die Abiturientin dort – erfolgreich – um eine Ausbildung als Hotelfachfrau mit Zusatzqualifikation Hotelmanagement. Ihre Ausbildung dauert wie die der „klassischen“ Hotelfachleute drei Jahre; allerdings muss sie in dieser Zeit mehr büffeln, weil sie eine zusätzliche Prüfung abzulegen hat. Doch das ist es der jungen Frau wert: Sie kann danach nämlich den Abschluss als Betriebswirtin an der Hotelfachschule in Heidelberg in nur zwei statt in drei Jahren machen. In diesem Sommer wird sie fertig werden; im Mai geht es los mit den Prüfungen. Zuvor hat die 22-Jährige jedoch noch eine ganz andere Prüfungssituation zu meistern: die Teilnahme an der Landesjugendmeisterschaft für Hotelfachleute, wofür der schriftliche Teil am 31. März und der Praxisteil am 5. April in Altrip stattfinden. Die Wettbewerbsaufgaben dürften ähnlich sein wie beim Pfalzwettbewerb im VIP-Bereich des FCK-Stadions in Kaiserslautern, nur noch komplexer, schätzt sie. Ganz ohne war jedoch auch der Pfalzwettbewerb nicht. Denn die Wettstreiter – zwölf Hotelfachleute und sechs Köche aus der ganzen Pfalz – mussten sich in Theorie und Praxis beweisen: ein Bewirtungs-„Paket“ für einen Vereinsausflug erstellen, Tische eindecken samt Binden eines Gestecks, am Ende den Service beim Festbankett übernehmen. Zudem war umfangreiches Wissen gefragt, etwa in Warenkunde. Ein bisschen „tricky“ sei’s schon gewesen, meint Johanna Wolf, denn zu erkennen war unter anderem Zitronenmelisse – leicht zu verwechseln, aber dank der guten Vorbereitung durch den Küchenchef im „Pfalzblick“ eine lösbare Aufgabe. Bei einem anderen Test kam die junge Frau dann freilich doch ins Grübeln: Sie sollte ein Omelett mit Krevetten zubereiten. Aber mit Kochen habe sie in der Ausbildung direkt nichts zu tun, sagt sie. Und privat? Na ja, sagt sie und lacht – und bleibt die Antwort schuldig. Doch ihre Intuition war richtig: Erst die Krevetten, dann das Omelett braten. Als er vom Prüf-Omelett hörte, sagt Hotelier Manfred Maus amüsiert, habe er die Chancen von Johanna schon schwinden sehen – genau gewusst habe er selbst es aber auch nicht, räumt der promovierte Betriebswirt, der mit Junior-Chefin Isabel Maus den Wettbewerb persönlich verfolgte, freimütig ein. Dass es am Ende Platz eins für die Dahner Auszubildende gab, ist für ihn eine schöne Bestätigung – umso mehr, als es ja in der Vorderpfalz doch mehr hochklassige Konkurrenz gebe als in der Westpfalz. Dass Johanna Wolf nach ihrer Ausbildung erst einmal praktische Erfahrungen in einem Schweizer Hotel sammeln und dann studieren will, nimmt Maus übrigens gar nicht krumm. Im Gegenteil: Das sei doch das Tollste, das einem Betrieb passieren könne, meint der Hotelier, wenn die jungen Leute rausgingen – und dann um neue Erfahrungen reicher wiederkämen. (tre)