Rheinpfalz Für Fahrradparcours werben

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Kein Verständnis zeigen die Betroffenen über die Anfang Mai im Gemeinderat Waldfischbach-Burgalben gefällte Entscheidung, in den Bruchwiesen keinen Pumptrack zu errichten. Nach der Sitzung sei für die Interessensgemeinschaft (IG) deutlich geworden, dass die Gegner gar nicht über das Konzept dieses Fahrradparcours informiert waren, erklärte Ingo von Klot für die IG.

Umso ärgerlicher sei dies, da er im Vorfeld mehrmals angeboten habe, den Räten das Vorhaben persönlich zu erläutern. Von diesem Angebot habe niemand Gebrauch gemacht. In einem Ortstermin mit Vertretern aller Fraktionen sei das Vorhaben zwar vor etwa zwei Monaten von ihm kurz erklärt worden, Fragen dazu seien nicht gestellt worden. Von Klot hatte vorgeschlagen, einen Pumptrack auf rund 600 Quadratmetern zwischen dem Tennisplatz und dem Beachvolleyball-Feld auf dem Freizeit- und Sportgelände Bruchwiesen zu errichten. Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Strecke für Radfahrer, auf der es darauf ankommt, das Fahrrad ohne in die Pedale zu treten nur durch das Hochdrücken des Körpers aus der Hocke heraus zu beschleunigen, um so an das Ziel zu gelangen. Es handelt sich dabei um einen Rundkurs, der aus Erde und festgestampftem Lehmboden mit Wellen, steilen Abfahrten, Kurven und Sprüngen geschaffen wird. Gebaut wird er auf flachem Gelände, womit das Gelände in den Bruchwiesen optimal wäre, erklärte Klot. Die nach der Ratssitzung gemachten Vorschläge einiger Räte, den Parcours doch auf dem Jugendzeltplatz im Schwarzbachtal oder auf dem Basketballplatz am Ende der Gartenstraße am Ortsrand zu errichten, finden die Jugendlichen Radfahrer „völlig daneben“. Zum einen sei der Zeltplatz gut fünf Kilometer vom Ort entfernt. Zum anderen würde es ein Vielfaches kosten, da man zunächst den befestigten Untergrund des Basketballplatzes entfernen müsste. Der Pumptrack könne von allen Altersklassen befahren werden. Ein Kleinkind könne mit seinem Laufrad ebenso über die Strecke düsen wie ein Grundschulkind mit seinem Roller oder ein Erwachsener mit jedwedem Fahrrad, dem Alter seien nach oben hin keine Beschränkungen gesetzt. „In der Umgebung gibt es so viele Beispiele für gut gemachte Pumptracks, nur bei uns klappt dies nicht“, stellte von Klot fest. In Schopp, Trippstadt und Hochspeyer gibt es solche und ähnliche Parcours, die ständig benutzt werden, berichtete er und empfiehlt den Räten, sich den Bikepark mit Pumptrack in Trippstadt anzuschauen. Nutzen ließe sich die Strecke auch im touristischen Bereich. Für viele Radfahrer sei Waldfischbach-Burgalben der Ausgangspunkt für eine Tour im Pfälzer Mountainbike-Park. Man könnte Schilder am Bahnhof aufstellen, die die Sportler zum Pumptrack dirigieren. Dass auch dieses Klientel einen Pumptrack nutzt, würden die Erfahrungen jener Gemeinden zeigen, die solch einen Parcours anbieten. Froh über einen solchen Platz wären die rund 20 Jugendlichen im Ort, die derzeit in jeder freien Minute auf ihren Fahrrädern unterwegs sind und dabei üben, auf dem Hinterrad oder freihändig zu fahren. Diese werden regelmäßig von allen möglichen Plätzen im Ort vertrieben. Die Anwohner beschweren sich bei der Verbandsgemeindeverwaltung, der Ortsgemeinde und rufen schon mal die Polizei. „Schaffen eich fort ihr Bangerte“ sei ein noch harmloser Standardkommentar, wenn wieder mal ein Fenster aufgeht, sagen die Jugendlichen, die oftmals aufs übelste beschimpft und beleidigt werden. Ungeeignet sei der Parkplatz in den Bruchwiesen, meint die Gruppe, von denen der Jüngste 14 Jahre alt ist. Auch weil hier zu viele Glasscherben rumliegen. Die Jugendlichen haben gemeinsam mit einigen Eltern mehr als 100 Unterschriften für den Bau des Pumptracks gesammelt und diese zusammen mit ihrem Anliegen an die Gemeinde übergeben. Auf große Akzeptanz stößt das Vorhaben mittlerweile bei den Kindergärten und etlichen Schülern in der Doppelgemeinde. An den Kosten kann es nicht liegen, dass der Rat das Ansinnen der Interessensgemeinschaft abgelehnt hat. Den Pumptrack will die IG in Eigenleistung und mit Hilfe von bereits zugesagten Spenden verwirklichen. So habe die Firma Gerd Wadle zugesichert, die benötigte Erde kostenlos anzuliefern. Bezuschusst könnte das Projekt auch von der Daniel-Theysohn-Stiftung werden, da es in deren Förderrichtlinien passe. In der Ratssitzung war noch die Rede von den Planungskosten, die die Gemeinde eventuell übernehmen müsste. Laut von Klot würde ein Planer 1500 Euro kosten. „Wenn es an diesem Betrag liegt, können wir die Anlage auch komplett in Eigenregie bauen“, meinte er und bemerkte, dass die Gemeinde ein Spielgerät auf einem Kinderspielplatz oftmals wesentlich teurer zu stehen komme. Um die Unterhaltung könne man sich selbst kümmern, ergänzte er. Sollte die Anlage irgendwann einmal rückgebaut werden, müsste man nur die Erde abtragen und wieder Gras säen. Allerdings geht die IG davon aus, dass die Anlage auch von kommenden Generationen genutzt wird. Ein Konfliktpotenzial wegen des nahen Spielplatzes sieht die IG nicht. Bei den Pumptrackern handele es sich nicht um Rowdys, sondern um verantwortungsbewusste Jugendliche, die auch auf der Strecke Rücksicht nehmen würden.

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