Rheinpfalz Erweiterung nirgends problemlos möglich

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Den breitesten Raum in der Sitzung des Dahner Stadtrats am Montag nahm die Beantwortung der Fragen ein: Braucht die Stadt eine neues Gewerbegebiet? Oder kann ein bestehendes Gewerbegebiet erweitert werden? Wo dies geschehen könnte, zeigt ein Konzept, das die Verbandsgemeindeverwaltung erarbeitet hatte und den Ratsmitglieder im Bürgersaal des Rathauses nun vorstellte.

Um das Fazit vorneweg zu nehmen: Die Stadt hat derzeit auf ihren Gewerbegebieten „keinen Platz frei“, wie der Leiter des Fachbereichs „Bauliche Infrastruktur“, Klaus Meichel, erläuterte, und eine Erweiterung wäre möglich, aber „nirgendwo problemlos“. Freilich: Derzeit liegen auch keine konkreten Anfragen seitens Industrie oder Gewerbetreibenden vor. Andererseits: Käme eine solche, würde es einer Vorlaufzeit von zwei Jahren benötigen, um sie zu beantworten. Und dies sei „nicht akzeptabel“. Sorgfältig hat die Verwaltung acht mögliche Standorte oder Erweiterungsmöglichkeiten ausgekundschaftet, die Meichel nun präsentierte und die Vor- und Nachteile darstellte. Variante eins: Das wäre zunächst eine Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebiets Dahn-Reichenbach in Richtung Südwest um 190.000 Quadratmeter. Vorteile: Das Gebiet ist bereits im Flächennutzungsplan erfasst und fast unbeschränkt erweiterbar sowie verkehrstechnisch gut erreichbar. Nachteile: Schwieriges Gelände, die Fläche ist komplett bewaldet, eine Handy- und Breitbandversorgung fehlt und müsste erst hergestellt werden. Variante zwei: Man könnte Dahn-Reichenbach aber auch in Richtung Süden erweitern, das brächte eine Fläche von 65.000 Quadratmetern. Bei dieser Version gibt es eigentlich nur Probleme: Es ist Überschwemmungsgebiet und die Flächen sind teilweise in Privateigentum. Zudem hat sich die Verbandsgemeinde verpflichtet, im Talbereich keine Erweiterung mehr vorzunehmen. Variante drei: Dahn-Reichenbach in Richtung Westen ausdehnen. Das brächte 50.000 Quadratmeter zusätzlich, wäre aber nicht weiter ausbaufähig und ist auch sonst problematisch: Die Straßenanbindung ist schwierig, eine Brücke über die Wieslauter wäre notwendig und es handelt sich um ein Überschwemmungsgebiet. Variante vier: Man erweitert Dahn-Reichenbach in Richtung Schindhard. Dies brächte ein Mehr von 100.000 Quadratmetern, wäre gut zu erschließen und zu erreichen, zudem ist das Gelände eben. Nachteile wären unter anderem: Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Dahn, Flächen sind in privater Hand und der Natur- und Umweltschutz käme ins Spiel. Variante fünf: Denkbar wäre auch eine Erweiterung des Gewerbeparks Neudahn 1 in Richtung Nordosten, was einen Flächengewinn von 270.000 Quadratmetern bringen würde. Hier hätte man es nur mit einem Eigentümer (Landesforstverwaltung) zu tun und es flösse nicht noch mehr Verkehr durch Dahn. Weite Erschließungswege, kleinteilige Flächen und „Altlasten“ wie alte Bunker stehen dem nachteilig gegenüber. Variante sechs: Eine Fläche von 150.000 Quadratmetern brächte ein baulicher „Anschluss“ an die Äußermühlstraße in Richtung Gewerbepark Neudahn 1. Dabei entstünde kein zusätzlicher Verkehr in Dahn, das Vorhaben könnte in mehreren Abschnitten realisiert werden und das Gebiet wäre gut erreichbar. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Talaue, man hätte Umwelt- und Naturschutzgesetze zu beachten und müsste mit 120 Eigentümern verhandeln. Variante sieben: Eine Erweiterung des Gewerbegebietes Neudahn drei in Richtung Hinterweidenthal. Vorteile: Auf einer gut erreichbaren, ebenen Fläche entstünden 45.000 Quadratmeter Raum und kein zusätzlicher Verkehr in Dahn. Nachteil: Nicht erweiterbar und nicht auf Dahner Gemarkung. Variante acht: Die Neuausweisung eines Gewerbegebietes in der Gewanne „Dunkelskehl“ auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern am Radweg nach Hinterweidenthal; hiervon wären die Brücke über die Wieslauter und die Bahnüberquerung betroffen. Es müsste zwar nur mit einem Eigentümer verhandelt werden und Dahn bliebe vor mehr Verkehr verschont, doch wäre diese Fläche nicht erweiterbar und zudem ist das Gebiet komplett bewaldet. Nach diesen Vorschlägen liegt es nun bei den Stadtratsfraktionen, eine Grundsatzentscheidung zu fällen und sich für keine, eine oder mehrere Flächen zu entscheiden. (miru)

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