Rheinpfalz Erfolg im ausgestorbenen Beruf

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Die Eichenstämme vor der Daubenhauerei in Mölschbach stammen ausnahmsweise nicht aus dem Pfälzerwald. Sie wurden aus Frankreich in die Pfalz transportiert. Daneben aufeinander gestapelte Paletten mit gehauen Dauben. Sie sind für einen Kunden in Österreich bestimmt. Paletten mit Dauben ragen seitlich der Produktionsstätte wie dunkle Türme in die Höhe. Aufträge von Küfern aus der Pfalz, dem Badischen und aus Rheinhessen. „Ich muss für meine Produkte keine Werbung machen“, freut sich Christian Müller-Schick. Sein Betrieb ist ausgelastet. Die Bücher bis weit ins nächste Jahr mit Aufträgen gefüllt. Mit Lieferungen über Deutschland hinaus nach Frankreich, Österreich und Italien hat sich der Kundenkreis der Daubenhauerei in den vergangenen Jahren vergrößert. „Wir machen gute Arbeit“, bringt es der junge Betriebsinhaber aus der dritten Generation auf den Punkt. „Der Daubenhauer ist ein ausgestorbener Beruf.“ Der Betrieb in Mölschbach die einzige Daubenhauerei in Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus ist Müller-Schick deutschlandweit ein solches Handwerk nicht bekannt. Den gestiegenen Absatz von Dauben führt er auf die große Nachfrage von Wein zurück, der in Barriquefässern reift. „Genießer eines guten Tropfens legen Wert auf eine natürliche Aromenbildung des Weins.“ Zurzeit arbeitet Müller-Schick an einem Auftrag der Tonnellerie Sylvain, einer internationalen Küferei im Westen Frankreichs. Das Eichenholz wird für Fässer zur Lagerung von Bordeaux-Weinen benötigt. „Auch das Holz ist ein Zeichen für die Qualität der Weine dieser Region.“ So wie ein Terroir mit seinen naturgegebenen Faktoren die Qualität der Reben bestimmt, setze sich die Qualität des Weins durch die Lagerung im Holzfass fort. „Es gibt Winzer, die legen Wert darauf, dass das Eichenholz möglichst aus ihrer Region stammt“, erläutert der 39-Jährige. Wie die Franzosen, denken auch Winzer benachbarter Weinanbaugebiete. Folglich muss Müller-Schick neben Eichen aus dem Pfälzerwald Eichen aus Waldbeständen entsprechender Weinanbaugebiete im Umkreis von 150 Kilometern zukaufen und in Lohnaufträgen bearbeiten. Vom Lagerplatz der Eichenstämme ist der Weg über ein Transportband ins Sägewerk nicht weit. Schwergewichte sind es. Eineinhalb bis zwei Tonnen bringt so ein Koloss auf die Waage. In der Produktionsstätte, die 2006 nach einem Umbau mit einem Architekturpreis ausgezeichnet wurde, erleichtern eine Blockzugsäge, ein hydraulisches Spaltgerät und eine mit einem Laserstrahl ausgestattete Längskreissäge den Männern die Bearbeitung des Eichenholzes. Bevor das Holz zu Dauben, zu Längshölzern für die Fassherstellung, geschnitten wird, wird es vom Splint, dem hellen äußeren Holz, befreit. Ebenso vom Herz, einer bräunlich feuchten Schicht, die sich durch die Stammmitte zieht. Die geschnittenen Dauben werden auf Paletten gestapelt und zum Trocknen auf dem Außengelände platziert. Bis zu drei Jahren muss das Holz im Freien lagern. „Der Regen muss die Gerbstoffe auswaschen.“ Die graue Farbe, die das Holz während der Außenlagerung annimmt, sei unbedenklich, so Müller-Schick. Zur Endtrocknung vor der Auslieferung steht zusätzlich eine Trockenkammer zur Verfügung. Beheizt werden die Trockenkammer und das Sägewerk mit Holzabfällen, die automatisch einem Biomasseofen zugeführt werden. Gefertigt werden Dauben für unterschiedliche Fassgrößen. Im Rheingau kommen Fässer mit der Bezeichnung „Halbstück“ (600 Liter) und „Stück“ (1200 Liter), in der Pfalz und in Rheinhessen auch Fässer des Formats „Doppelstück“ (2400 Liter) zum Einsatz. Entsprechende Längen und Stärken der Hölzer müssen geschnitten werden. Seit wenigen Jahren kommen aus Mölschbach auch Dauben für Anbaugebiete an Mosel und Rhein. Dort ist das Fassmaß ein Fuder (1000 Liter). „Je größer das Fass, desto stärker die Holzdicke.“ 600 Festmeter Eichenholz werden im Sägewerk pro Jahr geschnitten. Holz sei nicht gleich Holz, verweist Müller-Schick auf Qualitätsmerkmale wie eine dichte und feinporige Holzstruktur. „Eichen aus dem Pfälzerwald sind besonders hochwertig.“ War es in früheren Jahren mal ein Bierchen, das sich Christian Müller-Schick nach Feierabend genehmigt hat, greift er heute gerne auch schon mal zu einem Glas Wein.

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