Rheinpfalz Er kann das Helfen nicht lassen

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Warum Rudi Straßer das Mammutprojekt wieder angeht, weiß er selbst nicht so genau. Einen Anstoß wie den weitestgehend gut überstandenen schweren Unfall vor fünf Jahren hat es diesmal nicht gegeben. Doch weil vielen seine Konzert-Benefizveranstaltung 2011 so gut gefallen hatte, macht sich der Queidersbacher an eine Neuauflage.

Zwei Sänger, einer davon der „singende Metzgermeister“ Rudi Ecker aus Dunzweiler, zwei Gesangduos und eine Mundartdichterin treten auf. Drei Künstler aus der Pfalz, einen aus dem Saarland und eine junge Schweizerin hat Straßer für den 20. September engagiert. Wieder ist der Erlös für eine gute Sache bestimmt. Straßer kann nicht ruhen. Seit der Entschluss im Herbst gefallen ist, tut der 74-Jährige alles, um sein Anliegen voranzutreiben, um Unterstützung zu werben. Hier ist er auf Sponsorensuche, dort führt er Gespräche, dazwischen lässt er Eintrittskarten, Plakate und Werbemittel drucken. Seit Juni reist er quer durch den Landkreis und die Westpfalz, um an möglichst vielen Stellen auf den Termin aufmerksam zu machen, der ihm so sehr am Herzen liegt. „Ich bin bestimmt schon 2000 Kilometer gefahren.“ Für andere setzt sich der Queidersbacher schon seit seiner Jugend ein. Da war die Feuerwehr in seinem Heimatdorf, der er 40 Jahre lang treu blieb. Oder das Engagement in vielen Vereinen und die Auftritte mit der Theatergruppe, bei der er seit drei Jahrzehnten mitmacht. Zudem hat er viele Länder bereist, und die Armut mancherorts hat ihn angerührt. Weil für ihn in Afrika die Ärmsten der Armen leben und ihm Kinder besonders am Herzen liegen, will er dort Hilfe leisten – und wünscht sich erneut die Unterstützung der Bevölkerung. Zur Benefizveranstaltung 2011 kamen über 600 Besucher. Straßer übergab 10.500 Euro an die Elterninitiative krebskranker Kinder. „Bei 500 Besuchern kommt etwa die gleiche Summe zusammen“, hofft er auf regen Zuspruch. Wieder kommen alle Einahmen in einen Topf und werden nach Abzug der Kosten diesmal an die Christoffel-Blindenmission weitergeleitet. Die christliche Entwicklungshilfeorganisation mit Sitz in Bensheim setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Als Fan der Volksmusik kennt Straßer die Künstler des Abends persönlich, mit der Schweizerin Sarah Jane pflegt er ein fast freundschaftliches Verhältnis. Auftreten werden die Sängerinnen Anni und Moni aus Weidenthal, die „Westpfälzer Herzbuben“, Rudi Ecker aus Dunzweiler und die Mundartpoetin Waltraud Meißner aus Bad Dürkheim. Der ehemalige FCK-Präsident Norbert Thines übernimmt wieder die Schirmherrschaft. „Er hat sofort zugesagt“, berichtet der Queidersbacher. Der 74-Jährige wird wieder selbst durch das etwa viereinhalbstündige Programm führen und auch die gespendeten Gutscheine – zwei in Höhe von 75 Euro eines Möbelmarkts, zwei über je 50 Euro eines Reisebüros – für die gute Sache anbieten. Damit der Abend eine runde Sache wird, beteiligen sich die örtliche Feuerwehr und der Gesangverein, die Ausschank und Verköstigung übernehmen. Die meiste Arbeit ist geschafft, nun kann Straßer auf seinen 75. Geburtstag blicken, den er am 12. September feiert. Auch dafür hat er in den Einladungskarten darauf aufmerksam gemacht, dass er sich anstelle von Geschenken Spenden wünscht. „Ich will nichts für mich“, sagt er, dankbar im Hinblick auf seine Genesung und die Hilfe, die ihm nach seinem Unfall zuteil wurde. (lmo)

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