Rheinpfalz Entlastung des Mannheimer Hauptbahnhofs

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MANNHEIM. Weil sich der Mannheimer Hauptbahnhof zu Hauptverkehrszeiten mittlerweile an der Kapazitätsgrenze bewegt, hat die Deutsche Bahn in Richtung Südtangente (B 36) im Herbst 2014 mit dem Bau eines neuen Bahnsteigs begonnen. Durch ihn soll ein reibungsloserer Ablauf des S-Bahn-Nahverkehrs erreicht werden. Die erste S-Bahn soll hier Ende 2017 halten.

Mit dem Bau des neuen Bahnsteigs für den Nahverkehr soll eine Entlastung des Mannheimer Hauptbahnhofs erreicht werden. Durch die Doppelbelegung von Bahnsteigen für den langsamen Nah- und schnelleren Fernverkehr hatten Abweichungen einzelner Züge vom Fahrplan starke Auswirkungen auf die Pünktlichkeit anderer Nah- und Fernverkehrszüge. „Der neue Bahnsteig F wird nur Nahverkehrszügen vorbehalten sein und barrierefreien S-Bahn Standard aufweisen“, betonte Projektleiter Stefan Geckle von der DB Netz AG anlässlich einer Bürgerinformationsveranstaltung. „Die gute Nachricht: wir sind voll im Zeit- und Kostenplan“, zog Geckle eine positive Zwischenbilanz. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf stolze 45,5 Millionen Euro. „Das Problem ist: wo der Bahnsteig hin soll, ist noch kein Platz. Dort verlaufen heute wichtige Güterverkehrsgleise, die zunächst weiter in Richtung B 36 verlegt werden müssen.“ Damit erklärte Geckle die hohen Kosten. Zunächst müsse 2800 Meter vorhandenes Gleis mit 14 Weichen zurückgebaut werden. Dazu komme der Umbau von zahlreichen Gleisverschwenkungen und Schienenkreuzungen vor dem Bahnhof, so Geckle. Für großen Aufwand und erhebliche Kosten sorgt vor allem die kurz vor dem Bahnhof kreuzende Tunnelstraße, im Volksmund „Suez-Kanal“ genannt. Über diese hinweg müssen für die verlegten Trassen neue Brücken geschaffen sowie vorhandene Überführungen saniert werden. „Nur zehn der verbauten 45 Millionen kostet der Bahnsteig selbst“, verdeutlichte der Projektleiter die Komplexität des Vorhabens. Am 9. November habe die erste elektrische Zugfahrt auf einem neuen Gleis geklappt, berichtete der Projektleiter von der planmäßigen Fertigstellung eines Teilabschnitts. „September 2016 beginnt der eigentliche Bahnsteigbau, Ende 2017 soll alles fertig sein“, nannte er den Zeitplan. Die Teilnehmer an der Veranstaltung zeigten sich beeindruckt. Kritische Fragen von Bezirksbeiräten aus dem Lindenhof bezogen sich auf eine befürchtete Zunahme des Güterzugverkehrs und damit wachsenden Lärm. Hierzu konnten die Projektbetreuer nur sagen, dass es keine Auflagen zum Schallschutz gebe. (büg)

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