Mannheim / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Adenauer-Brücke für Straßenbahnen wieder frei: Oberbürgermeister bei Premierenfahrt dabei

Mit zwei Oberbürgermeistern: Premierenfahrt nach der Sanierung des Zubringers zur Adenauer-Brücke auf Mannheimer Seite.
Mit zwei Oberbürgermeistern: Premierenfahrt nach der Sanierung des Zubringers zur Adenauer-Brücke auf Mannheimer Seite.

Mit dem großen Fahrplanwechsel zum 1. Juni fahren zwar wieder drei Linien zwischen Ludwigshafen und Mannheim. Von Normalbetrieb kann aber weiter keine Rede sein.

Nach zwei Jahren ist die sogenannte Stelzenbrücke wieder betriebsfähig. Zum Fahrplanwechsel am Montag, 1. Juni, geht es für die Straßenbahnen damit wieder über die Konrad-Adenauer-Brücke von Mannheim nach Ludwigshafen und zurück. Ein nächster wichtiger Schritt soll am 10. August folgen. Dieser soll den Verkehr für die kommenden vier, fünf Jahre stabilisieren.

Mit einer Premierenfahrt nahmen die beiden Oberbürgermeister Christian Specht (Mannheim, CDU) und Klaus Blettner (Ludwigshafen, CDU) die „Stelzenbrücke“ als Zubringer zur Konrad-Adenauer-Brücke wieder in Betrieb. Ganze 143 Meter, die zwei Jahre lang für große Veränderungen im Straßenbahnverkehr gesorgt hatten.

Ein unerfreulicher Anruf

Mannheims Oberbürgermeister Specht konnte sich noch gut erinnern an einen Anruf im Juli 2024: „Ich war gerade ein paar Wochen im Amt, da bekam ich den Anruf der RNV, die dringend um einen Termin gebeten hat.“ Der Grund war nicht erfreulich. Nach Routinekontrollen waren Schäden an der wichtigen Zubringerbrücke festgestellt worden. Eigentlich hätten bereits vor zwei Jahren wieder die Straßenbahnen über die Adenauer-Brücke fahren sollen. „Wir wollten die Brücke gerade wieder eröffnen“, so Specht.

Stattdessen folgte eine kleine Katastrophe. „Vor Corona haben wir täglich 30.000 Passagiere zwischen Mannheim und Ludwigshafen transportiert. Davon 22.000 über die Adenauer-Brücke und 8000 über die Kurt-Schumacher-Brücke“, sagte Martin in der Beek, der technische Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) GmbH. Die Folge waren Umleitungen und viele Umstiege für Pendler. Die Auswirkungen sind zählbar. „Aktuell liegen wir bei 23.000 Fahrgästen täglich.“

Eine Brücke frei, die andere dicht

Immerhin musste die Brücke, im Gegensatz zur Hochstraße Süd, bei der vor sieben Jahren ähnliche Schäden festgestellt worden sind, nicht abgerissen werden. Sie konnte innerhalb von nur einem Jahr für rund 7,5 Millionen Euro wieder so weit ertüchtigt werden, dass für die kommenden 20 Jahre wieder stabil Straßenbahnen über die Stelzenbrücke rollen können. Damit kehre man ab Montag wieder schrittweise zur Normalität zurück. „Ab dann fahren wieder drei Linien regulär zwischen Mannheim und Ludwigshafen“, so in der Beek. Ab dem 10. August und dem Abschluss der Arbeiten an der Weiche zur Bleichstraße werden es sogar fünf Linien sein. Die Kurt-Schumacher-Brücke wird aber im Sommer für den Bahnverkehr gesperrt.

Ludwigshafens Oberbürgermeister Blettner verbreitet trotz der großen Baustellen Optimismus: „Vor zwei Wochen haben wir den ersten Bauabschnitt der Hochstraße für den Verkehr freigegeben. Jetzt kommt der nächste Schritt.“ Bei all den Schritten, die mit dem Abriss der Hochstraße Nord noch verbunden sind, sei es wichtig, auch die kleinen Zwischenschritte zu feiern. Damit werde deutlich, dass eben nicht nur abgerissen werde. „Es geht hier auch etwas voran“, betonte er.

Umstellungen für viele Linien

Der Wechsel der Rheinquerung bedeutet für zahlreiche Linien zunächst einmal Umstellungen und verändere die über zwei Jahre gewohnten Verbindungen zwischen Mannheim und der Pfalz. So verkehren die Linien 4 und 4A wieder direkt bis nach Oggersheim beziehungsweise Bahnhof Bad Dürkheim. Die Linien 6 und 6A verkehren wieder direkt zwischen Neuostheim und Oppau und sind damit wieder eine bequeme Alternative für Pendler zur BASF. Die Linie 9X pendelt direkt zwischen Luisenpark und Bad Dürkheim.

„Zwar gibt es bin den Herbst hinein im Netz noch baustellenbedingte Umleitungen“, so in der Beek, der damit vor allem auf die Gleissanierung auf dem Mannheimer Innenstadtring bis November anspielt, „aber mit dem neuen Stadtbahn-Liniennetz Mannheim/Ludwigshafen sind unsere rheinübergreifenden Verbindungen wieder leistungsfähiger.“

Erst recht, wenn mit dem Ende der Sommerferien in Rheinland-Pfalz auch die Weiche auf Ludwigshafener Seite in Richtung Bleichstraße eingebaut und funktionsfähig ist und die Bahnen damit nicht nur nach rechts in Richtung Berliner Platz, sondern auch nach links zur Saarlandstraße abbiegen können. Dann sei ein wichtiger Schritt erreicht. Viele Pendler dürften dennoch einen harten Baustellen-Sommer fürchten.

Stabiles Liniennetz?

„Damit wird das Liniennetz über die kommenden vier, fünf Jahre stabil sein“, meint in der Beek. Ein wichtiger Zeitraum auch mit Blick auf die Arbeiten an der Helmut-Kohl-Allee. Von denen erhofft sich die RNV einen Schub für den ÖPNV. „Wir wollen uns als echte Alternative für Autofahrer präsentieren“, sagte in der Beek.

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