Rheinpfalz Energieschluckern auf die Spur kommen

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Der Kreis Südwestpfalz will bis 2050, die Verbandsgemeinde Hauenstein sogar schon bis 2030 energieautark werden – also nicht mehr Energie verbrauchen, als sie selbst produzieren. Um diesem ehrgeizigen Ziel ein kleines Stück näher zu kommen, startet am 15. September eine Beratungsaktion zum Energiesparen zusammen mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Kern der Initiative ist ein kostenloser Gebäudecheck durch einen unabhängigen Energieberater für die ersten 50 Interessenten aus der Verbandsgemeinde (VG) Hauenstein, die sich ab diesem Tag über die Hotline bei der Verbraucherzentrale melden. Der Verbandsgemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, 1000 Euro dafür bereitzustellen, die über die Energiegesellschaft der VG refinanziert werden sollen. Die VG übernimmt also den Eigenanteil des Hauseigentümers von 20 Euro für den Gebäudecheck, der vom Land üblicherweise schon mit 240 Euro subventioniert wird. Verbandsbürgermeister Werner Kölsch und sein Rat versprechen sich davon, dass sich viele Hauseigentümer der Initiative anschließen, damit die Wohngebäude in der Verbandsgemeinde energetisch optimiert werden und auf längere Sicht möglichst viel Energie eingespart wird. Seit 1990 seien in der VG erst 14 Prozent CO2-Einsparung geschafft; zurzeit würden 63.000 Tonnen im Jahr produziert, weise das zusammen mit dem Kreis erstellte Klimaschutzkonzept aus. „Wir alle müssen unseren Beitrag leisten“, verwies Kölsch bei der Vorstellung der Energiespar-Initiative am Montag auf die großen Ziele zum Beispiel im Pariser Weltklimavertrag von 2015, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Deshalb habe die VG die Gesellschaft für erneuerbare Energien gegründet, die Solaranlagen betreibt. Ihr nächstes Projekt sei eine Fotovoltaikanlage, die sich über eine Dachhälfte des Rathauses erstreckt und den Strombedarf der Verwaltung komplett decken soll. Energieautark sei bereits das Tourist-Info-Zentrum an der Schuhmeile – und bleibe es auch, wenn eine Klimaanlage in Betrieb genommen wird, die die Temperaturen in dem Gebäude an heißen Tagen so absenken soll, dass die Arbeitsschutzrichtlinien erfüllt werden, versicherte Kölsch. Die Initiative für den Gebäudecheck richtet sich an private Hausbesitzer, denn immerhin die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs von 231 Millionen Kilowattstunden in der VG gehe auf das Konto der Privathaushalte. Mit dem Gebäudecheck werden laut Carmen Strüh, Regionalmanagerin der Verbraucherzentrale, Energiesparpotenziale aufgespürt und die Verbraucher für das Energiesparen sensibilisiert. „Dabei geben unsere Energieberater Entscheidungshilfen, die nicht von Verkaufsinteressen geleitet sind“, betont sie. Das vermeide Fehlinvestitionen. Einer der auf Honorarbasis arbeitenden Energieberater der Verbraucherzentrale ist Michael Mager aus Schindhard. Beim Gebäudecheck kommt er ins Haus – etwa vier bis sechs Wochen nach der Terminvereinbarung. Sein erster Blick gilt dann der Gebäudehülle, um abzuschätzen, welche Dämmungsmaßnahmen sinnvoll sein könnten. Weiter schaut er sich die Heizungsanlage und den Stromverbrauch des Haushalts an, um Stromschluckern wie alten Kühl- oder Gefrierschränke auf die Spur zu kommen, und thematisiert die Nutzbarkeit erneuerbarer Energien für den Haushalt. Als Beispiel für oft vergessene und unterschätzte Energiefresser nennt er die 300-Watt-Pumpe für den Gartenteich, die das ganze Jahr über durchläuft. Allerdings: „Als unabhängiger Berater gebe ich keine konkreten Kaufempfehlungen für bestimmte Geräte und mache auch keine Planungsarbeiten, sondern leiste lediglich Hilfestellung.“ Dafür sei es wichtig, auf vorhandene Unterlagen des Eigentümers zurückgreifen zu können. Im Anschluss erhalten die Hausbesitzer einen Kurzbericht der Verbraucherzentrale mit einer Einschätzung der Verbrauchswerte für Heizung und Strom sowie ersten Handlungsempfehlungen. Strüh weist darauf hin, dass es weitere spezielle Untersuchungen gibt, die nicht im Gebäudecheck enthalten sind: zum Beispiel den Wärmecheck für Solarthermieanlagen (40 Euro) oder den Heiz-Check, bei dem an zwei Terminen Messungen vorgenommen werden und der Energieberater klärt, ob die Heizungsanlage effizient läuft (40 Euro). Wer bereits konkrete Energiesparmaßnahmen geplant hat, zum Beispiel den Austausch der Heizungsanlage, neue Fenster oder Wärmedämmung des Gebäudes, kann auch die regelmäßig stattfindende persönliche Beratung in Dahn oder Pirmasens nutzen. Der Energieberater der Verbraucherzentrale hilft auch beim Vergleich von Handwerkerangeboten weiter. Info Wer unter den ersten 50 Interessenten in der Verbandsgemeinde Hauenstein sein will, die einen kostenlosen Gebäudecheck vereinbaren möchten, kann sich ab dem 15. September unter Telefon 0800-6075600 unter Hinweis auf die Aktion der Verbandsgemeinde bei der Verbraucherzentrale melden. |ow

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