Rheinpfalz Endlich Kanalisation für Albessen

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Ein weiteres Millionenprojekt hat jetzt auf der Agenda der Verbandsgemeinde Kusel Platz gefunden: Der Bau einer Kanalisation für Albessen. Knapp über 2,33 Millionen Euro fließen aller Voraussicht nach in die erstmalige Herstellung einer zeitgemäßen Abwasser-Entsorgung: Noch immer landet das Schmutzwasser der knapp 150 Einwohner des Ortes in Sickergruben.

Dass dies längst nicht mehr zeitgemäß ist, stand außerhalb der Diskussion. Inzwischen hat, wie Bürgermeister Stefan Spitzer bei der jüngsten Sitzung des Kuseler Verbandsgemeinderats (wir berichteten) erläuterte, auch die Obere Wasserbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt angemahnt, dass es höchste Zeit sei, den Zustand zu ändern. Vor allem die mobile Schmutzwasser-Entsorgung entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, doch auch die Beseitigung des Niederschlagswassers sei alles andere als optimal. Das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde sei daher zu dem Schluss gekommen, dass die Albesser Abwasserbeseitigung rasch und grundlegend „neu strukturiert“ werden müsse. Wie die neue Kanalisation aussehen soll, damit hat sich das Kuseler Ingenieurbüro Decker befasst. Wie Michael Decker erläuterte, gibt es für die Schmutz- und Regenwasser-Entsorgung drei Varianten. Bei der Ableitung der Haushalts-Abwässer hatte Decker auch eine Erneuerung der mobilen Variante, also eine Erneuerung der zahlreichen Gruben in die Betrachtung mit einbezogen, was zunächst am günstigsten wäre. Dies aber gelte nur für die Grund-Investition. Auf längere Sicht lohne sich die ohnehin überalterte Entsorgung mittels Sickergruben nicht, weil die Betriebskosten hoch seien. Bleibt der Bau eines Kanals, der mit einem zentralen Pumpwerk ausgestattet wird, um das Wasser zur Kuseler Kläranlage zu befördern. Alternativ könnte eine Druckentwässerung mit mehreren dezentralen Pumpwerken auf den Privatgrundstücken installiert werden. In die Kalkulation sind, wie Michael Decker weiter ausführte, Investitions- und Unterhaltungskosten sowie voraussichtliche Preissteigerung eingeflossen, die Aussagen über die voraussichtlichen Gesamtkosten innerhalb eines Betriebszeitraums von 60 Jahren erlauben. Diese Berechnung ist Grundlage für eine Bezuschussung. Nur die günstigste der denkbaren Variante werde gefördert. Somit hatte der Verbandsgemeinderat kaum Spielraum. Das Gremium stimmte dem Vorschlag zu, einen neuen Kanal mit Zentralpumpwerk zu bauen. Dies schlägt mit knapp über 1,6 Millionen zu Buche. Reparatur an den marodesten Stellen im Roboterverfahren, eine Renovierung mit einem „Schlauchlining-Verfahren“ oder Erneuerung in offener Bauweise: Das sind die Möglichkeiten, die sich für den Oberflächenwasser-Kanal anbieten. Mit Blick auf den schlechten Zustand der verlegten Straßenkanäle sei die Neuverlegung nicht nur ratsam, sondern auf längere Sicht auch am günstigsten, führte der Planer aus. Das Netz muss nicht nur erneuert, sondern auch erweitert werden. Dafür sei mit einem Aufwand von 730.000 Euro zu rechen, sagte Decker. Der Rat segnete den Beschlussvorschlag ab. Nachfragen nach den Belastungen, die auf die Bürger zukommen, konnten Bürgermeister und Verwaltungsfachleute noch nicht beantworten. Dies müsse noch berechnet werden. Schnellstmöglich aber solle das Genehmigungsverfahren in Gang gebracht werden. (cha)

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