Rheinpfalz Elisabethenverein gibt Kindergarten ab
Der Elisabethenverein Waldfischbach-Burgalben wird die Trägerschaft für den katholischen Kindergarten St. Elisabeth abgeben und strebt darüber hinaus an, aus der Trägerschaft der Ökumenischen Sozialstation Waldfischbach auszusteigen. Letztlich soll der Ortsverein aufgelöst werden. Diesen Grundsatzbeschlüssen des Vorstands folgten die Mitglieder am Donnerstag.
Es gebe im Prinzip keine Alternativen dazu, machten der stellvertretende Vorsitzende Michael Rosenwirt und seine Vorstandskollegen Oliver Guerra, Clemens Stuppy, Susanne Baumann und Sandra Wagner deutlich. Die Trägerschaft des Kindergartens soll in kirchlicher Hand bleiben. Die Kirchengemeinde St. Josef soll sie nach Wunsch des Elisabethenvereins übernehmen. Nachdem der Grundsatzbeschluss gefasst wurde, wird die Diözese in Speyer über diesen Wunsch offiziell informiert, um den Prozess des Trägerschaftsübergangs zu begleiten, die beiden beteiligten Parteien beraten. Bis Ende des Jahres soll der Prozess abgeschlossen sein. Der Elisabethenverein kann unter anderem aufgrund sinkender Mitgliederzahlen die Aufgabe nicht mehr stemmen. Die letzte verbürgte Mitgliederzahl, 114, stammt aus dem Jahr 2014. Die immer differenzierteren und anspruchsvolleren Aufgaben, die eine Trägerschaft für einen Kindergarten mit sich bringt, kann der Verein nicht mehr leisten. 80 Plätze in vier Gruppen, von denen aktuell 74 belegt sind, bietet der Kindergarten. Darunter sind 24 Ganztagsplätze und es gibt ein Angebot für Kinder unter drei Jahren. Bereits ab dem zarten Babyalter von acht Wochen betreut der Kindergarten den Nachwuchs. Dazu gibt es Hortplätze für die Betreuung von Grundschulkindern bis zwölf Jahre. Die Geschäftsführung hatte bis 2014 beim örtlichen Pfarramt gelegen. Bedingt durch das Gemeindepastoral 2015, bei dem Großpfarreien entstanden, wurde die Verwaltung der katholischen Kindergärten bei der neuen Regionalverwaltung des Dekanats Pirmasens angesiedelt. Rund 30 katholische Kindergärten und 500 Mitarbeiter werden von der Regionalverwaltung betreut, erläuterte deren Leiterin Jutta Knerr am Donnerstag. Auch der Kindergarten in Hermersberg, wo – wie berichtet – der örtliche Elisabethenverein gleichfalls die Kindergarten-Trägerschaft abgeben wird. In Hermersberg hat die Ortsgemeinde Interesse bekundet die Trägerschaft zu übernehmen, da ein Kindergartenneubau ansteht. Die Dimension des Kindergartenbetriebs zeigte Knerr mit dem Geschäftsbericht 2015 auf. Die Personalkosten für den Kindergarten in Waldfischbach, der aktuell 13 Mitarbeiter hat, davon elf pädagogische Fachkräfte, beliefen sich auf 595.000 Euro. Komplett refinanziert durch Beiträge des Landes, des Kreises und der Diözese Speyer, die den Trägeranteil für den Verein übernommen hat. Die Sachausgaben hatten bei 47.000 Euro gelegen, die Einnahmen, inklusive Hauswirtschaftbetrieb, bei 52.000 Euro. Das Plus sei mittlerweile für den Ersatz einer Gewerbespülmaschine genutzt worden. Zweite Säule des Elisabethenvereins ist die Aufgabe als Krankenpflegeverein. Die spiegelt sich in der Mit-Trägerschaft der Ökumenischen Sozialstation wider. Auch hier sehen die Vereinverantwortlichen keine Zukunft. Die Regionalverwaltung in Pirmasens, die kulanterweise – es gehört nicht zu ihrem originären Aufgabengebiet – begonnen hat, für diese Säule Klarheit zu schaffen, hat von einer Fusion mit Nachbarvereinen abgeraten: zu aufwändig und zu teuer. Sinnvoller wäre es, den Verein aufzulösen und die Mitglieder sollten Mitglied bei einem Nachbarverein werden – beispielsweise beim Krankenpflegeverein in Heltersberg, der gleichfalls Träger der Sozialstation ist. Mitglieder im Elisabethenverein erhalten, bedingt durch gezahlte Mitgliedsbeiträge, Rabatte, wenn sie Leistungen der Sozialstation in Anspruch nehmen. Der Vorstand werde sich jetzt darum kümmern, dass mögliche aufnehmende Vereine diese Rabattierung auch an die bisherigen Mitglieder weitergeben, sagte Oliver Guerra. All das soll bis Sommer geklärt sein, damit Pfarrer Matthias Leineweber, der im Juli die Nachfolge von Pfarrer Berthold Koch antritt, der qua Amt Vorsitzender des Elisabethenvereins ist, ein bestelltes Feld vorfindet.