Rheinpfalz Elf Paare, ein Kind

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SÜDWESTPFALZ. Auch wenn die Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken, werden bei der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle des Landkreises Südwestpfalz und der Städte Pirmasens und Zweibrücken grundsätzlich immer weniger Kinder adoptiert. Dies entspricht dem bundesweiten Trend, wie Ulla Eder, Pressesprecherin der Kreisverwaltung Südwestpfalz, auf Anfrage mitteilte.

29 Kinder wurden laut Eder insgesamt im vergangenen Jahr adoptiert, 23 im Landkreis, eins in der Stadt Pirmasens und fünf in der Stadt Zweibrücken. Etwa die Hälfte davon waren so genannte Stiefkind-Adoptionen, bei denen Stiefvater oder Stiefmutter das Kind adoptieren. Neun der Adoptionen waren Auslands-Adoptionen. Den Wunsch, ein Kind zu adoptieren, hatten allerdings deutlich mehr Personen, so Eder: „Die Kreisverwaltung hatte im vergangenen Jahr ein Verhältnis von 1:11 bei den Adoptionen, auf ein anzunehmendes Kind kamen also elf Adoptionsbewerber. Das bedeutet natürlich für zehn von elf Bewerbern, dass sie leer ausgehen und das womöglich Jahr für Jahr. Das Verhältnis liegt aber im Bundestrend.“ Schwankungen gibt es laut Eder bei der Zahl der Beratungen, die die Adoptionsvermittlungsstelle im Laufe eines Jahres durchführt: Mit 146 Beratungsfällen war 2006 das schwächste, 2008 mit 257 Fällen das stärkste Jahr. Bis 2012 folgten ebenfalls starke Jahre mit über 200 Fällen. Im vergangenen Jahr sank diese Zahl auf 167 – und könnte im laufenden Jahr auch wieder über 200 liegen. Eder: „Die Beratungsfälle sind nicht zwangsläufig alles Personen, die definitiv Kinder adoptieren wollen und bei denen damit von Adoptionsbewerbern gesprochen wird. Manche nehmen auch nach einer Beratung wieder Abstand von der ersten unverbindlichen Nachfrage.“ Das Feld der Beratungen sei weit gesteckt, so Eder, und umfasse Inlands- und Auslands-Adoptionen, Verwandten- und Stiefkind-Adoptionen, die Beratung von Pflegeeltern zur Adoptionsmöglichkeit eines Pflegekindes, die Beratung von werdenden Müttern über die Möglichkeit einer Adoption und die Unterstützung von Adoptierten auf der Suche nach ihrer Herkunft sowie Möglichkeiten der Aufhebung einer Adoption. „Einen jährlich größer werdenden Raum nimmt natürlich auch die Beratung gleichgeschlechtlicher Paare ein“, ergänzt Eder. Adoptionsbewerber müssten grundsätzlich stabile Lebensverhältnisse vorweisen. Dazu zählten auch die wirtschaftlichen Verhältnisse, bei Paaren eine stabile Beziehung, Gesundheit, psychische Belastbarkeit. Die Bewerber sollten zudem dem Alter einer natürlichen Elternschaft entsprechen. Und sie müssen Geduld mitbringen, denn Adoptionsverfahren können lange dauern: Stiefkind-Adoptionen bis zu einem Jahr; die Adoption eines fremden Kindes setzt alleine schon eine mindestens einjährige Adoptionspflegezeit voraus, bevor die Adoption ausgesprochen wird; Auslands-Adoptionen können mehrere Jahre dauern. Dass die Adoptionszahlen bundesweit zurückgehen, liegt laut Eder zunächst am allgemeinen Geburtenrückgang. Es werden heute nur noch halb so viele Kinder geboren wie vor 30 Jahren. Dazu kommen die geänderten gesellschaftlichen Bedingungen und Einstellungen zu nichtehelichen Mütter, außerehelichen Kinder, die finanziellen Sicherheiten für Alleinerziehende und vieles mehr, das es betroffenen Frauen leichter mache, ihre Kinder zu behalten, anstatt sie zur Adoption freizugeben. Bei den Auslandsadoptionen wirken sich die enorm gestiegenen Kosten auf die Adoptionszahlen aus. (bsg)

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