FußballMini-WM in Zweibrücken: „Eidgenossen“ krönen sich zum Weltmeister
Max Brill (Nummer 17, Bildmitte) vom Team Contwig I durfte für die siegreichen Schweizer den WM-Pokal in die Höhe stemmen. Zweiter wurde die Grundschule Thaleischweiler-Fröschen (links), Platz drei belegte die Mannschaft Japans (rechts), in deren Trikots am Dienstag die Schüler der Grundschule Einöd steckten. Alle hatten trotz der teilweise arg verregneten Mini-Weltmeisterschaft viel Spaß.
24 Grundschulteams, viel Regen und Tore satt: Am Ende triumphiert die Schweiz bei der Mini-WM der Stadt und der RHEINPFALZ. Ein Orakel für die „große WM“?
Die Schweiz ist Weltmeister! Wenn das am vergangenen Sonntag bei der Eishockey-Weltmeisterschaft so gekommen wäre, wäre es eine Überraschung gewesen. Wenn es am 19. Juli, dem Finaltag bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko so käme, wäre es wohl eher eine Sensation. Bei der Mini-Weltmeisterschaft der 24 Grundschulmannschaften am Dienstag im Zweibrücker Westpfalzstadion hat es aber geklappt: Die „Eidgenossen“ des Teams I der Grundschule Contwig durfte am Ende den ziemlich echt aussehenden und gar nicht leichten WM-Pokal in die Höhe stemmen.
Gesangsfreudig waren die Schweizer um Konrektor Michael Peidl, Lehrerin Katharina Kaub und Sonja Hartmann, die an der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistet, auch. „So sehen Sieger aus, shalalalala“, stimmten sie nach der Siegerehrung des Turniers der Stadt Zweibrücken und der RHEINPFALZ an. Gerade noch hatten sie aus den Händen der Beigeordneten Christina Rauch den Pokal, die Medaillen und die Urkunde erhalten, schon tanzten sie ausgelassen im Kreis um den Pokal herum. „Wo stellen wir den denn jetzt hin?“, wollte ein Schüler dann wissen. „Irgendwohin, wo ihn jeder gut sehen kann“, antwortete Michael Peidl.
Die einen trainieren viel, andere wenig
Eines der drei Contwiger Teams war im Turnier auf den vier Kleinspielfeldern also durchgekommen, Contwig II (als Australien) und Contwig III (als Spanien) waren in der Vorrunde ausgeschieden. „Ich hätte heute Morgen, als wir herkamen, nicht gedacht, dass wir gewinnen“, gab Peidl zu, der die Norweger der Thomas-Mann-Schule als Favorit auf dem Zettel hatte. Aber seine Schweizer Jungs marschierten prima durchs Turnier, schlugen in der Vorrunde Kanada 3:0, Portugal mit 4:0 und Ghana mit 1:0. Im Alpenduell im Achtelfinale gegen Österreich schossen die Schweizer ebenso vier Tore wie im Viertelfinale gegen Südafrika, kassierten jeweils keins.
Dabei hatten die Contwiger, die als einzige Schule mit drei Teams antraten, im Vorfeld nicht übermäßig trainiert. „Das sind alles Dritt- und Viertklässler. Wir haben die mal zwei Minuten vorspielen lassen und die Teams dann so zusammengestellt, dass die Spieler aus einem Verein auch in einer Mannschaft waren“, erklärte Katharina Kaub.
Hornbacher Lehrer im standesgemäßen Outfit
Andere hatten da wesentlich mehr Aufwand betrieben. Wie beispielsweise die Niederländer der Grundschule Bottenbach, die in der Vorrundengruppe F gegen Österreich, Spanien und Japan antraten. Da hatten sich mit Tim Scharff und Jan Buser schon ein halbes Jahr vor dem Turnier zwei Väter gemeldet, die das Coaching gerne übernehmen wollten. Auch die Vorbereitung war professionell: Zwei Sichtungstrainings und zwei zusätzliche Trainingseinheiten legten die Bottenbacher vorher ein, „damit die Jungs als Team zusammenfinden“, so Buser. Im Achtelfinale schied das Team dann nach einem knappen 0:1 gegen Norwegen aus.
Stefan Loré von der Grundschule Hornbach (USA) hatte ebenfalls zweimal mit dem Team trainiert, „auch weil die Hälfte der Spieler noch Zweitklässler waren“. Er trug stilecht das blaue deutsche WM-Auswärtstrikot mit „Goretzka“-Aufdruck. „Obwohl ich eher HSV- als Bayern-Fan bin“, gestand der Lehrer, der im saarländischen Neunkirchen-Furpach wohnt, schmunzelnd. Sein Team schied im Achtelfinale gegen Deutschland nach Neunmeterschießen aus, da floss die oder andere Träne bei den Jungs vor Wut und Traurigkeit.
Immer wieder bange Blicke zur Wetterapp
Morgens zum Turnierstart mit dem Einmarsch der Nationen war das Wetter noch schön, aber schon da gingen immer wieder bange Blicke nach oben und auf diverse Wetterapps. Er ließ auf sich warten: Um 11.45 Uhr kam er dann aber, der angekündigte Regen. Die Mannschaften zogen das aber nach einer kurzen Unterbrechung weiter tapfer durch. Zuschauende Eltern und das Organisationskomitee mit Steffi Baumann, Jana Oster, Marc Massar, Tim Richard, Azubi Maxim Klensch (Stadt) und Natascha Kuhn (RHEINPFALZ) zogen die Regenjacken über und Schirme über den Kopf. Immerhin: Als es gegen 15 Uhr tatsächlich noch anfing zu donnern und zu blitzen, war man mit dem Turnier fertig.
Das Jugendamt mit Sozialarbeiter Vincent Möchel-Stieß und etlichen ehrenamtlichen Helfern musste kurz vor dem ergiebigen Regen schnell wieder einpacken: Die Geräte im Parcours mit der Hüpfburg, der Torwand, den Pedalos und Rollern und einem großen „Vier gewinnt“ sind nicht regentauglich. Die Praktikanten von Edeka Ernst – Tobias Brand, Timo Becker und Lutz Malte von der BBS Zweibrücken – verzogen sich beim Regen mit ihrem Obst unters Dach des Sportheims des SVN Zweibrücken. Kisten mit ausreichend von Edeka gestifteten Äpfeln und Bananen hatten sie da noch genug, die 70 Deutschland-Trikots der Firma waren aber schon zu Beginn weggegangen „wie warme Semmeln“.
Sechs Referees müssen kaum ernsthaft eingreifen
Die Schiedsrichter Dominik Engelbrecht, Pascal Dintinger, Helmut Becker, Manfred Stock, Christian-Peter-Blum und Hans-Peter Schumacher hatten jederzeit alles im Griff, mussten nicht häufig zu einer Karte greifen. Schön die Szene, als Schumacher dem spanischen Keeper im Spiel gegen die Niederlande die Schuhe band. Der hätte das mit seinen Torwarthandschuhen so schnell nicht hinbekommen.
Im Halbfinale kämpfte die Schweiz wirklich starke Japaner (GS Einöd) ebenso mit 2:1 nieder wie England (GS Thaleischweiler-Fröschen) die Kanadier (GS Sonnenfeld). Im Spiel um Platz drei setzten sich die Japaner dann mit 4:0 gegen Kanada durch.
„Humba“-Tänzchen der Schweiz nach 7:0-Finalsieg
„Drei- oder viermal“ – Max Brill von den siegreichen Schweizern aus Contwig wusste am Ende gar nicht mehr genau, wie oft er schließlich beim 7:0 in den 15 Finalminuten gegen England getroffen hatte. Egal, Hauptsache gewonnen und gemeinsam ein „Humba“-Tänzchen hingelegt. „Applaus für euch, ihr habt ein super Turnier gespielt. Wir sind stolz auf euch“, verkündeten Michael Peidl und Katharina Kaub nach dem Schlusspfiff im Kreis ihrer Truppe.
Häufige Frage am Dienstag: »Wie schwer ist der WM-Pokal?« Antwort: »Das weiß nur der Sieger.«
Da ist eines der sieben Tore auf dem Weg: Die starke erste Mannschaft der Contwiger ließ als Schweiz den Nachwuchskickern aus England (GS Thaleischweiler-Fröschen, mit Lätzchen) im Finale keine Chance.
Der Parcours des Jugendamtes – samt Torwand – musste wegen Regens bald abgebaut werden.
Wohl dem, der an großen Teilen des Vormittags gut beschirmt war: hier Arne Oberle aus Mittelbach.
Ganz schön viel los im Strafraum im Spiel um Platz drei: Japan (GS Einöd, mit Lätzchen) setzte sich gegen Kanada (GS Sonnenfeld) mit 4:0 durch.
Team Usbekistan, Gruppe A (GS Rieschweiler), vorne von links: Lias Janzen, Leon Asberger, Raphael Janzen, Ardian Khafaja, Max Wallat. Hinten von links: Emanuel Neumann, Tom Schwarz, Noel Henkel, Mateo Schweitzer, Paul Veith und Lehrer Thorsten Zeiter.
Hier hätte das Teamfoto von Frankreich (GS Maßweiler) stehen sollen, es war nach der Vorrunde aber schon auf dem Heimweg. Zu sehen sind hier drei der sechs Schiedsrichter (von links): Hans-Peter Schumacher, Dominik Engelbrecht und Pascal Dintinger. Auf dem Foto fehlen die drei Referees Helmut Becker, Manfred Stock und Christian-Peter-Blum.
Team Mexiko, Gruppe A (GS Hilgard I), vorne von links: Milan Ruhstorfer, Sophia Malavkin, Hilal Alahmad, Jan Marunisi, Joris Platz. Hinten von links: Lehrer Christian Weppler, Ibrahim Alsayes, Hamza Al Amer, Malik Hajdarovic, Illia Andrieiosch, Marko Dragun.
Team Südafrika, Gruppe A (GS Kirrberg), vorne von links: Magnus Bernd, Mats Klasen, Justus Ruffing, Max Armbruster. Hinten von links: Trainerin Alexandra Lang, Benno Deller, Luis König, Maximilian Kampa und Marcel Becker.
Team Portugal, Gruppe B (Konrad-Adenauer-GS), vorne von links: Leon Kästner, Adrian Garein, Oscar Weimann, Leo Maginat. Hinten von links Lehrer Max Elig, Jonathan Buchmann, Leif Wander, Ben Theiß, Louis Lenkroth, Benedict Schlick, Leonidas Zipf.
Team Ghana, Gruppe B (Breitweisen-GS I), vorne von links: Subhi Kurdiye, Subhi Kurdiya, Leon Meisinger, Sascha Kastanda. Hinten von links Trainer Viorel Hepp, Maximilian Hollinger, David Hepp, Timo Stir, Damian Quach, Kyle Noe.
Team Schweiz, Gruppe B (GS Contwig I), vorne von links: Milo Carbon, Robin Enkler, Philipp Warkentin, Liam Woloch, Julian Schepp. Hinten von links: Max Brill, Malik Alahmad, Finn-Luis Bäcker, Elias Bläs, Milan Jablowsky mit Lehrerin Katharina Kaub.
Team Kanada, Gruppe B (GS Sonnenfeld), vorne von links: Jor Haxaiu, Paul Filip, Rafael Laurino, Yusuf Abdin, Jonas Larsen. Hinten von links: Finley Stilz, Jonas Jundt, Rian Arifi, Shadi Ismail, Daniel Kalakeywich mit Lehrer Benjamin Nagel.
Team Kap Verde, Gruppe C (GS Sechsmorgen), vorne von links: Moritz Igel, Patrice Pinodi, Dilet Amanuel Tekeln, Felix Becker. Hinten von links: Dario Conrad, Miguel Horn, Mika Fenrich, Daniel Baumann und Trainer Horst Kircher.
Team Belgien, Gruppe C (GS Rimschweiler), vorne von links: Jan Weber, Elijah Steinmanis, Till Weber, Julien Sperber. Hinten von links: Lars Dresemann, Carl Kalenda, Ben Becker, Olivers Linde, David Schnarr und Lehrer Matthias Lockner.
Team Brasilien, Gruppe C (GS Bruchhof), vorne von links: Marwan Alibrahim, Lukas Ehrhardt, Miko Rothe, Amer Sulaiman. Hinten von links: Yven Ruffing, Kaan Gürel, Tristan Blinn, Rayan Demir, Kerem Elmas, Elias Cassan mit Lehrer Pascal Roth.
Team Marokko, Gruppe C (GS Mittelbach), vorne von links: Lorenz Buchheit, Milo Kattler, Max Suder, Lenny Moser. Hinten von links: Nicolas Hoffmann, Arne Oberle, Amari Rimge, Ali Karic, Nick Berg, Maximilian Hoffmann mit Lehrerin Astrid Graf.
Team Argentinien, Gruppe D (Breitwiesen-GS II), vorne von links: Ben Distler, Jakob Schmidt, Leo Steffan, Kysen McGee. Hinten von links: Yoann Nana, Elias Bauer, Lehrerin Sandra Peidl, Luis Golschewski, Luis Hüther, Lea-Marie Morche.
Team Norwegen, Gruppe D (Thomas-Mann-GS), vorne von links: Noah Romano, Julius Gensch, Ibrahim Alkadam, Zainab Nemati. Hinten von links: Tino Weis, Adrian Ringling, Ali Scharzmahi, Maxime Schramm mit Lehrer Jonas Guther.
Team USA, Gruppe D (GS Hornbach), vorne von links: Larus Radke, Benedikt Rust, Janne Roth und Maximilian Rust. Hinten von links: Philipp Winzen, Henry Ngaguet, Fritz Zalger, Lenjo Roos, Ben Schmitz, Luca Schmitz mit Trainer Jessen Butt.
Team Australien, Gruppe D (GS Contwig II), vorne von links: Timofiy Linnyk, Emilian Mayer, Erik Plett, Max Neumann. Hinten von links: Tim Gruber, Nikita Koch, Gideon Hofmann, Julien Ulrich, Nico Gruber mit Betreuerin Sonja Hartmann.
Team England, Gruppe E (GS Thaleischweiler-Fröschen), vorne von links: Mats Süß, Mika Scherer, Ilja Bäcker, Lars Semler. Hinten von links: Lehrer Carsten Böhm, Lasse Schließmeyer, Philipp Dexheimer, Len Ludy, Noa Conzelmann, Levin Müller.
Hier hätte das Teamfoto von Curaçao (GS Pestalozzi) stehen sollen, das aber vor dem Achtelfinale gegen Marokko schon die Heimreise antrat. Stattdessen hier eine Szene aus dem Neunmeterschießen im Achtelfinale zwischen Südafrika und Brasilien (mit Lätzchen), das Südafrika letztlich mit 5:3 gewann. Nach zehn Minuten hatte es 1:1 gestanden.
Team Deutschland, Gruppe E (Albert-Schweitzer-GS), vorne von links: Iven Raje, Thomas Brem, Henry Fey, Aaron Aggoun. Hinten von links Lehrerin Stefanie Schöndorf, Leo Grauer, Roland Jänicke, Milan Schmidt, Max Giesler, Moritz Matheis, Trainer Peter Raje.
Team Ägypten, Gruppe E (GS Hilgard II), vorne von links: Lehrer Felix Stuppy, Mohamed Altaha, Fayez Mohamad, Majel Alsayes. Hinten von links: Luca Hirth, Bruno Lübke, Devin Busch, Wladieslaw Pyrozhenko, Yousef Aljassem.
Team Österreich, Gruppe F (GS Wiesbach), vorne von links: Neo Penz, Cem Tornoglu, Emiliana Bashir, Ben Garlinger, Max Ruff. Hinten von links: Milan Bellaire, Henry Müller, Tyron Lis, Yannick Bellaire, Jannis Leiner, Luke Grohmann mit Lehrerin Julia Dieter.
Team Spanien, Gruppe F (GS Contwig III), vorne von links: Daneal Aldanbauk, Jannis Löckelt, Jannis Brill, Philipp Kammerzell. Hinten von links: Matteo Rau, Simon Glaser, Moritz Späth, Devin Janzen, Floris Duymel mit den Trainern links Michael Peidl und rechts Sonja Hartmann.
Team Japan, Gruppe F (GS Einöd), vorne von links: Jan Esmail, Mohamad Aljamas, Jakob Stegner, Felix Hartmann. Hinten von links: Ben Sezepanski, Nilo Linn, Linus Simgen, Dean Bocsan, Ben Erhardt, Maxim Livic, Trainer Patrick Sefrin.
Team Niederlande, Gruppe F (GS Bottenbach), vorne von links: Lenni Zeiter, Ole Kreutel, Oskar Lohmann, Jakob Scharff. Hinten von links: Narwin Schmidt, Henry Busse, Luis Scharff, Matteo Ehlert, Anton Buser, Luca Maske, Trainer links Tim Scharff, rechts Jan Buser.
Das ging natürlich gut bei dem nassen Rasen: Die Engländer bejubeln ihren 2:1-Sieg gegen Kanada im Halbfinale standesgemäß mit einem »Diver«.