Eisenberg Eisenberg: Gienanth plant Lehrwerkstatt für 1 Million Euro
Es tut sich was bei der Gießerei Gienanth: Das Unternehmen plant eine moderne Lehrwerkstatt auf dem Werksgelände. Künftig sollen die Azubis in den früheren Arbeiterwohnungen mit den praktischen Grundlagen ihrer Berufe vertraut gemacht werden. Dafür werden die unter Denkmalschutz stehenden Wohnungen entkernt. Auf rund 350 Quadratmetern (auch der Bereich der früheren Garagen gegenüber des Herrenhauses gehört dazu) wird die neue Lehrstätte gebaut.
„Allerdings drängt die Zeit“, sagt Gienanth-Projektmanager Simon Geib, „denn die gesamte Maßnahme muss bis Ende des Jahres fertig sein.“ Grund: Die benachbarte Firma Oerlikon hat den Mietvertrag mit Gienanth gekündigt, weil die Firma die Räume selbst nutzen möchte. 2007 wurde die Lehrwerkstatt in die Nachbarfirma verlegt, da der bisherige Standort auf dem Gienanth-Werksgelände einer neuen Produktionshalle weichen musste. „Wir warten gespannt auf den roten Punkt der Baubehörde. Erst nach dieser amtlichen Genehmigung können wir mit den eigentlichen Bauarbeiten loslegen“, erläutert Gienanth-Pressesprecherin Miriam Keller. Und weiter: „Wir haben uns bei der Planung mit den zuständigen Stellen, insbesondere mit Landrat Rainer Guth und den Fachabteilungen der Kreisverwaltung, mit der Stadt Eisenberg und auch mit der Landesdenkmalpflege intensiv abgestimmt, um die erforderlichen Genehmigungen kurzfristig zu bekommen.“
Die Gieranth-Gruppe will 2018 sechs Millionen Euro investieren
Der schlimmste Fall träte ein, wenn für die momentan noch ausgelagerte Lehrwerkstatt am Jahresende keine Räumlichkeiten vorhanden wären. Mit der Vorbereitung konnte jedoch bereits begonnen werden. Eine Fachfirma wurde beauftragt, die Häuser zu entrümpeln. Sechs Millionen will die Gienanth-Gruppe in diesem Jahr investieren, allein eine Million Euro davon fließt in das Eisenberger Projekt Lehrwerkstatt, rechnet Simon Geib vor. Der Projektmanager sieht darin „ein starkes Zeichen“ der Unternehmensleitung unter Geschäftsführer Hans-Jürgen Brenninger, die sich damit „ganz klar für die Investition in kommende Generationen und den internen Aufbau dringend benötigter Fachkräfte aus der Region entschieden hat“.
Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz wichtig
Vorgesehen sind 50 Plätze für die Ausbildung junger Menschen zu Facharbeitern in den Berufen Industrie- und Gießereimechaniker, Industriekaufleute, Fachinformatiker, Betriebstechniker und Modellbauer. Neu hinzu kommen wird die Ausbildung zum Elektroniker. Die 1818 auf dem Werksgelände erbauten Arbeiterwohnungen, die teilweise bis in die 1980er Jahre bewohnt waren, sind Bestandteil der ältesten noch in Betrieb befindlichen rheinland-pfälzischen Industrieanlagen, sagt die Pressesprecherin. Sie versichert, dass ihrer Firma der denkmalschutzgetreue Erhalt dieser Bausubstanz besonders wichtig ist. Die Fassaden der Arbeiterhäuser werden deshalb in ihrer ursprünglichen Form renoviert. Zwei frühere Wohnungen werden saniert und bleiben als historisches Denkmal erhalten, so Keller.