Rheinpfalz Einsatz für Melanie
Die Band „The Oh’ Jesses“ gibt am Sonntag in Zusammenarbeit mit 15 „Wasgau Line Dancers“ beim Frühlingsfest in Dahn-Reichenbach ein Benefizkonzert. Auf dem Gelände von K+S Autoteile wird es den ganzen Tag über Musik für die gute Sache zu hören geben.
Seit zwölf Jahren gibt es die Band. Im vorigen Jahr gab es einige personelle Veränderungen und so besteht die jetzige Formation seit gut einem Jahr. Sie spielen zusammen, weil sie Spaß an der Musik haben. Einmal pro Woche wird geprobt. Die Anfragen häufen sich in letzter Zeit. Die Neuzugänge vom letzten Jahr seien ein Glücksgriff gewesen, meint Wolfgang Meier, der auch erster Vorsitzender des Vereins The Oh’ Jesses ist. Alle Auftritte, ob im Dahner Tal oder auch schon mal in Lauterecken oder in Grünstadt, finden auf Spendenbasis statt. Die Gelder kommen Menschen zugute, die in eine Notlage geraten sind. In diesem Jahr wird die Spende des Benefizkonzertes an Melanie Huber aus Lemberg gehen. Sie ist Jahrgang 1975 und wohnt mit Familie in Lemberg. Die gelernte Hotelfachfrau und Kauffrau im Einzelhandel hatte im Jahr 2000 erstmals schlaganfallähnliche Symptome. Seit 2011 nun steht die Diagnose fest: Mitochondriale Myopathie. Seit 2015 kamen epileptische Anfälle hinzu, der mit der Krankheit verbundene Muskelabbau schreitet voran und die Schlaganfallsymptome kommen mittlerweile in regelmäßigen Abständen alle drei Monate. Sie lebt mit dem Bewusstsein, dass jeder Anfall ihr Leben beenden könnte. „Ich habe alles geregelt für den Fall des Falles“, erklärt sie. Seit sie krank ist, hat sie einen anderen Blick auf das Leben: „Man denkt mehr nach über die Dinge, die man tut.“ Aber unterkriegen lässt sie sich nicht; „das bin ich meinen Kindern schuldig“, sagt sie. Kein Tag ist wie der andere, langfristig Pläne machen geht nicht mehr. Nasses und kaltes Wetter macht ihr besonders zu schaffen, die Sauerstoffflasche ist auch zuhause ihr ständiger Begleiter. Dort ermöglicht ihr ein 15 Meter langer Schlauch eine gewisse Bewegungsfreiheit. Die Freundschaften haben sich von selber sortiert, berichtet Huber, manche könnten mit der Situation einfach nicht umgehen. Aber diejenigen, die geblieben sind, sind ihr zuverlässiger Halt und Stütze. Genauso wie ihre Familie. Den Humor hat sie nicht verloren, das gehört zu ihrer Art, mit dem Schweren umzugehen: „Wenn ich positiv eingestellt bin, klappt alles besser, und wenn es nicht klappt, mach’ ich weiter, bis es hinhaut.“ Zwischen Logotherapie, Atemtherapie und Krankengymnastik schafft sie es an guten Tagen, sogar noch alleine einzukaufen und sie zwingt sich auch nach draußen zu gehen, wenn der Tag mal nicht so gut ist. Sie freut sich sehr über das Engagement der Band. Das Geld kann die Familie gut gebrauchen, denn das Haus muss komplett rollstuhlgerecht umgebaut werden. Ein Teil ist fertig, aber es fehlt beispielsweise noch eine Rollstuhlrampe. Damit Melanie Huber so lange wie möglich selbstständig bleiben kann.