Rheinpfalz Einmalbeiträge am günstigsten

Für den Ausbau der Wasserversorgung in Waldfischbach-Burgalben sollen 2,1 Millionen Euro investiert werden. Ziel ist es, das marode Wasserwerk in Burgalben stillzulegen. Im ersten Abschnitt sollen 2017 und 2018 die Leitungen im Ort verlegt, im zweiten bis 2020 der Anschluss an die Ortsgemeinde Höheinöd erfolgen. Für die Haushalte wird das nicht billig.
In der Betriebs- und Werksausschusssitzung am Dienstag wurden drei Finanzierungsmodelle vorgestellt. Nach Abzug des Gemeindeanteils und der Förderung wären von den Einwohnern noch 1,47 Millionen Euro an Einmalbeiträgen zu finanzieren. Für ein 650 Quadratmeter großes Grundstück würde dies bedeuten, dass von 2017 bis 2020 dafür 608 Euro zu zahlen wären. Gleichzeitig könnte bei diesem Modell der Wasserpreis um sechs Cent pro Kubikmeter gesenkt werden. Würden nur 50 Prozent der Investitionssumme über den Einmalbeitrag finanziert, würden die Grundstückseigentümer mit 304 Euro über den Zeitraum von 2017 bis 2020 belastet. Der Wasserpreis würde aber auf dem derzeit hohen Stand bleiben müssen. Die jährlichen Einsparungen bei der Unterhaltung des Wasserwerks Burgalben (18.000 Euro), die durch die Stilllegung entstehen, würden drei Viertel der jährlichen Abschreibungssumme von 24.500 Euro abdecken. Das dritte Berechnungsmodell sieht vor, die Investitionen komplett über die Wassergebühren zu finanzieren. Der Wasserpreis würde sich von derzeit 1,88 Euro pro Kubikmeter auf 2,12 Euro pro Kubikmeter erhöhen. Die Zählermiete (Wassermesser mit einer Größe von fünf Kubikmetern) würde sich von 70,09 auf 79,35 Euro erhöhen. Michael Lehmann (FWG) und Beigeordneter Günter Schramm (BWB) kritisierten – wie immer, wenn es um die Erhebung von Einmalbeiträgen geht –, dass nur die Grundstückbesitzer belastet würden. Lehmann gab auch zu bedenken, dass die Grundstücksbesitzer in den kommenden Jahren ohnehin noch gehörig zur Kasse gebeten werden und führte unter anderem die wiederkehrenden Beiträge für den Straßenausbau und die Einmalbeiträge für die Erneuerungen der Wasserleitungen in den auszubauenden Straßen an. Oliver Käfer (SPD) sprach sich für Einmalbeiträge aus, da es in den kommenden Jahren noch mehr Gelegenheiten geben werde, um den Wasserpreis zu erhöhen. So werde sich die Einwohnerzahl reduzieren und dadurch die Wasserabnahme geringer werden. Die Kosten müssten dann auf weniger Schultern verteilt werden. Alles, was jetzt den Wasserpreis erhöhe, wäre „ein Schritt in die falsche Richtung“. Ortschefin Anna Silvia Henne (SPD) gab zu bedenken, dass man derzeit mit dem Wasserpreis schon an der oberen Grenze liege, weshalb die Förderung auch so hoch ausfalle (80 Prozent, davon 30 Prozent als Zuschuss). Außerdem könnten die Grundstücksbesitzer die Belastungen in die Mietpreise einrechnen. Potenzielle Grundstückskäufer oder Mieter achteten bei ihrer Wohnortentscheidung sehr wohl auch auf den Wasserpreis. Werkleiter Martin Pfeifer gab zu bedenken, dass die großen Gewerbebetrieb wie die Discountermärkte bei einer Umlegung der Kosten auf den Wasserpreis unverhältnismäßig profitieren würden, da sie große Grundstücke besitzen, aber einen geringen Wasserverbrauch haben. Zudem profitiere man derzeit von der Zinssituation. „Alles, was von einem Einmalbeitrag abweicht“, bedeute letztlich eine Verteuerung. Jetzt werden die drei Finanzierungsmodelle in den Fraktionen besprochen. Bei den Berechnungen handelte es sich um vorläufige Angaben. Der Wirtschaftsprüfer berechnet derzeit die Modelle auch unter dem Gesichtspunkt der steuerlichen Veranlagung durch, was dazu führen kann, dass sich die Zahlen nochmals verschieben. |jn