Rheinpfalz Einen ersten Überblick erhalten
Lieber einen Beruf im Einzelhandel oder in der Industrie ergreifen? Soll es eher eine technische oder soziale Branche sein? Diesen Fragen konnten Schüler am vergangenen Freitag bei der Berufsmesse an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schönenberg–Kübelberg nachgehen und sich an rund 40 Ständen über die verschiedenen Unternehmen und Berufsbilder informieren.
Bereits unmittelbar nach dem Start der Messe um 15 Uhr tummelten sich Hunderte Schüler – häufig in Begleitung ihrer Eltern – im Schulgebäude. Dort hatten rund 40 Betriebe ihre Stände aufgebaut, um über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Mit dabei waren unter anderem Krankenkassen, Michelin, Physiotherapeuten, der Tüv Nord und die Bundeswehr. Auch wer sich fürs Studium interessiert, wurde fündig. Die Hochschule Kaiserslautern, und die Unis Koblenz-Landau und Trier informierten über ihre Angebote. Die 14-jährige Yolanda Jaqui aus Diedelkopf wusste genau, was sie interessiert: „Ich will auf jeden Fall in den medizinischen Bereich.“ Sicher sei sie sich nur noch nicht, ob sie eine Ausbildung zur Apothekerin machen oder doch lieber Medizin studieren wolle. Über medizinische Berufe informierten beispielsweise David Rolland und Kristina Schneider von der Professor König von Leiser Schule in Kaiserslautern: „Wir bilden in den Berufen Ergotherapie und Logopädie aus. Es sind vor allem soziale Berufe, bei denen der Umgang mit Menschen wichtig ist“, erläuterte Rolland. Zwar gebe es an seiner Schule kaum Abbrecher, die Klassen seien dennoch sehr klein. Häufig hätten Schüler eine falsche Vorstellung den Berufsbildern, deshalb wolle er bei solchen Messen Aufklärungsarbeit betreiben und Menschen für die Logopädie und Ergotherapie begeistern. Mit einem gesicherten Beruf und guten Aufstiegschancen warben die Zwillinge Markus und Stefan Cappel vom Finanzamt Landstuhl-Kusel: „Interesse an einer Ausbildung beim Finanzamt ist schon zu spüren, weil es ein sicherer Arbeitsplatz ist.“ Viele junge Menschen wüssten aber zu wenig über die Arbeit bei der Behörde, weil der Berufszweig schwer zu fassen sei. Zudem wisse man ja häufig mit 16 noch nicht, für welche Bereiche man sich interessiere. Die Messe sei deshalb gut, um sich einen Überblick über Angebote zu verschaffen, um dann herauszufinden, was zu einem passt, betonten die Zwillinge. Junge Menschen von seiner begeistern wollte auch Jürgen Lambert vom Tüv Nord in Völklingen. Lambert bildet für Partnerfirmen Elektroniker, Industriemechaniker sowie Maschinen- und Anlagenführer aus. „Die Bewerbungen in diesen Berufen gehen zurück. Wir haben Probleme, Nachwuchs zu finden.“ Viele junge Leute hätten ein falsches Bild davon, was die Branche zu bieten habe, aber auch von den Anforderungen. Häufig informiere man sich nur im Internet, wo oft nur die positiven Aspekte dargestellt würden, ergänzte Lambert. Nachwuchsprobleme gibt es auch bei der Bundeswehr. „Wir haben über 60 verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und 20 Studiengänge, sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich“, schilderte Denis Blös vom Karrierecenter Mainz. Er wolle den Schülern zeigen, dass es nicht nur militärische Berufe bei der Bundeswehr gebe. Viele wüssten nicht, dass es auch Angebote in den Bereichen Medizin und Verwaltung gebe. Blös berichtete, dass viele Bewerber „den Bund“ als eine Art Notlösung ansehen würden. „Viele wollen zu uns, weil sie keinen guten Schulabschluss haben. Leider sind viele Bewerber dann auch nicht für die Anforderungen gewappnet.“ Denn was auf jeden Fall allen Bundeswehrbewerbern klar sein müsste, sei das Risiko, in Auslandseinsätze geschickt zu werden. „Davor kann man sich auch nicht drücken“, ergänzte Bläs. Für die zivilen Ausbildungsmöglichkeiten interessierte sich die 16-jährige Isabella Zutov aus Bruchmühlbach-Miesau: „Ich bin über die Bundesagentur für Arbeit auf die Bundeswehr gekommen und will mich über den Beruf der Verwaltungsangestellten informieren.“ Die Schülerin reize, dass sie später viel mit Gesetzestexten zu tun hätte, vor der strengen Disziplin bei der Bundeswehr habe sie keine Angst, das möge sie sogar. Die 15-jährige Jenny Fast aus Schönenberg-Kübelberg und die 14-jährige Jasmin Wall aus Gries streben einen Beruf im Büro an: „Wir haben uns bereits bei der Kreissparkasse und den Pfalzwerken informiert, das wäre eigentlich das richtige für uns.“ Beide hätten sich auch für den Erzieher-Beruf interessiert. Nachdem sie sich über das Berufsbild genauer informiert hatten, hätten sie festgestellt, dass es nicht der richtige Job für sie sei.