Rheinpfalz Eine Ära geht zu Ende

Der neue Luger Gemeinderat wählte in seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag Hermann Rippberger zum neuen Ortsbürgermeister.
Er sei sein Wunschkandidat und der des gesamten Gemeinderates für dieses Amt gewesen, sagte Winfried Schäfer in seiner Abschiedsrede nach 25 Jahren Amtszeit als Ortsbürgermeister. Getragen von dem großen Votum der Bevölkerung für Rippberger bei der Mehrheitswahl in Lug wählte ihn der Gemeinderat einstimmig bei einer Enthaltung. Als seine letzte Amtshandlung übernahm Schäfer die Amtseinführung. Zuvor hatte Schäfer die Ratsmitglieder für ihr Amt verpflichtet. Neu hinzu gekommen sind Christian Otto und Ute Seehaus. Mit seiner Ernennung zum Ortsbürgermeister verliert Rippberger sein Mandat als Ratsmitglied. Für ihn rückt Franz Weber wieder in den Rat nach. Einstimmig bei jeweils einer Enthaltung wählte der Rat Patrick Braun zum ersten, Dieter Becker zum zweiten und Joachim Tiator zum dritten Beigeordneten. Tiator ist Neuling in diesem Amt. Mit einem Wahlergebnis in dieser Deutlichkeit habe er nicht gerechnet, so Rippberger. Das sei für ihn Ansporn und Verpflichtung. Sein Amtsvorgänger überlasse ihm ein gut bestelltes Feld und eine schuldenfreie Gemeinde. In der Zeit knapper Kassen sieht Rippberger die Gemeinde vor großen Herausforderungen stehen. Lug setze seit Jahren den Schwerpunkt auf Dorfentwicklung und eine kinder- und familienfreundliche Politik. Eine Herzensangelegenheit sei ihm der Erhalt der Luger Kita. Solange Lug mit Dimbach zusammen die Mindestzahl an Kindern erreiche, werde er sich dafür einsetzen. Darüber hinaus sei der DSL-Ausbau voraussichtlich bis Ende September abgeschlossen, die Flurbereinigung in den nächsten zwei Jahren. In Erwartung sinkender Preise sei die Umstellung der Straßenbeleuchtung in der Warteschleife. Zum Thema Dorfgemeinschaftshaus sei ein neuer Anfang erforderlich. Rippberger forderte Mut für neue Ideen, ohne die bisherige Linie des wirtschaftlichen Handelns aus den Augen zu verlieren. Rippberger würdigte die 40-jährige Arbeit seines Vorgängers in der Kommunalpolitik, davon 25 Jahre als Ortsbürgermeister und 20 Jahre als Ratsmitglied im VG-Rat. Eine Ära gehe zu Ende, sagte er. Mit Schmunzeln erinnerte er daran, wie es dazu kam, dass Schäfer der einzige Bürgermeister in Deutschland war, der als Dienstfahrzeug einen Trabi fuhr. Nach 40 Jahren, zunächst im VG-Rat und 30 Jahre im Luger Gemeinderat, hat Urban Kurz seine kommunalpolitische Arbeit beendet. Rippberger bezeichnete ihn als „politisches Urgestein“, das an vielen Projekten mitgearbeitet habe. Er beende seine Amtszeit mit „zwei lachenden Augen“, sagte Schäfer. Dem Rat legte er ans Herz, den kleinen Beitrag von Lug zur Völkerverständigung nie aus den Augen zu verlieren. „Die Stärke von Lug ist das Ehrenamt“, sagte er und bot weiter seine Unterstützung an. Für die Gemeindehalle müsse eine Lösung gefunden werden. Dort werden pro Jahr rund 10.000 Euro „verbrannt“. Sie zu renovieren, sei ein Fass ohne Boden. Nur für die Grundrenovierung müssten heute netto 300.000 Euro aufgebracht werden. (brö)