Rheinpfalz Ein ungewöhnlicher „Zaungast“

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Einen außergewöhnlichen Fund haben die Fußballer des SV Lauterecken am Dienstagabend gemacht. In einem Ballfangnetz hatte sich ein Uhu verfangen. Das Tier wurde befreit, seine Verletzungen waren aber schwerer als zunächst angenommen. Die RHEINPFALZ hat die Geschichte des unfreiwilligen „Zaungastes“ begleitet.

„Wir waren gerade beim Laufen, als Maximilian Hübsch den Vogel im Netz entdeckt hat“, erinnert sich Markus Heil, Spieler beim SV Lauterecken. Daraufhin habe man die Polizei verständigt und versucht, einen Förster zu erreichen – letzteres allerdings ohne Erfolg. Die Polizei verständigte in der Zwischenzeit aber bereits Harald Schauß, Falkner und Inhaber des Wildparks auf dem Potzberg. Dessen Sohn Florian eilte dem Tier schließlich zu Hilfe. Mit Leiter und Schere bewaffnet, wurde das Fangnetz zerschnitten und der Uhu schließlich aus seiner misslichen Lage befreit. Zunächst schien der Greifvogel nur leicht verletzt zu sein. „Natürlich steht so ein Tier nach einem solchen Erlebnis zunächst einmal unter Schock. Es sah aber aus, als habe er nur leichte Verletzungen davongetragen“, erklärt Harald Schauß. Nach einem Tierarztbesuch zur Versorgung der Wunden und einer Nacht zur Beobachtung im Wildpark sollte der Greifvogel eigentlich schon am Mittwochabend wieder freigelassen werden – und das natürlich in Lauterecken, dem angestammten Revier des Uhus. Doch der Zustand des Tieres verschlechterte sich im Laufe des Tages, so dass ein erneuter Tierarztbesuch nötig wurde. „Als er sich von seinem Schock erholt hatte und anfing, sich durch sein Gehege zu bewegen, haben wir festgestellt, dass er humpelte“, erinnert sich Schauß. Der Tierarzt stellte daraufhin bei einer Röntgenuntersuchung fest, dass der Uhu sich ein Bein ausgekugelt hatte. In der Folge wurde der stattliche Vogel narkotisiert und die Verletzung behandelt. Und wieder sah es so aus, als könne der Uhu nach einer weiteren Nacht im Wildpark am Donnerstagabend in die Freiheit entlassen werden. Doch auch dieses Mal sollte es mit dem Flug in die Freiheit nichts werden, weil sich der Zustand des Tieres wider Erwarten weiter verschlechterte. „Er hat immer mehr abgebaut und sogar das Futter verweigert, so dass wir ihn zwangsernährt haben, damit er wieder zu Kräften kommt. Doch sein Zustand hat uns irgendwann so große Sorgen bereitet, dass wir ihn erneut zum Tierarzt bringen mussten“, erklärte Harald Schauß bei einem Telefonat gestern Morgen. Der Veterinär habe eine Entzündung im ausgekugelten Bein des Tieres vermutet. Der Verlauf einer solchen Entzündung könne dazu führen, dass das Tier zunächst einen guten Eindruck hinterlasse, der Zustand sich aber mit dem Fortschreiten der Entzündung nach zwei oder drei Tagen wieder deutlich verschlechtere – Ausgang ungewiss. (dbu)

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