Rheinpfalz „Ein Konzept, von dem alle etwas haben“

Der Gemeinderat Waldfischbach-Burgalben beschäftigt sich am heutigen Donnerstag mit der Frage, ob für die Gemeinde ein energetisches Quartierskonzept erstellt werden soll (19.30 Uhr, Bürgerhaus). Dieses soll aufzeigen, wo und in welcher Form die Gemeinde und 1700 Eigenheimbesitzer Energie und damit Geld sparen können. „Das ist endlich mal ein Konzept, von dem wirklich alle etwas haben“, sagt Bürgermeisterin Anna Silvia Henne.
Der Bund fördert die Maßnahme mit 65 Prozent. Um es für die teils finanzschwachen Gemeinden möglich zu machen, sich daran zu beteiligen, stockt das Land die Förderquote um 20 Prozent auf. Waldfischbach-Burgalben ist eine von zehn Gemeinden im Kreis, die bereits einen Förderantrag auf die Bundesmittel gestellt haben. Der Rat muss heute noch die Entscheidung treffen, den Landeszuschuss zu beantragen und im Fall, dass beide Förderanträge positiv beschieden werden, ein Quartierskonzept erstellen zu lassen. Das würde 103.000 Euro für Waldfischbach-Burgalben kosten. Die Gemeinde hätte einen Eigenanteil von 15.450 Euro zu bezahlen. „Dafür bekämen wir dann eine energetische Untersuchung der kommunalen und der privaten Gebäude“, unterstreicht Henne. Allein bis zu diesem Punkt könnte schon Nutzen aus dem Quartierskonzept gezogen werden. „Weil wir dann genau wissen, was an gemeindlichen Gebäuden wie dem Heimatmuseum oder dem Alten Rathaus energetische Schwachstellen sind, die es bei ohnehin anstehenden Sanierungen besonders zu beachten gilt“, sagt Henne. Und es werden nicht nur die gemeindlichen, sondern auch die privaten Gebäude erfasst. „Falls die Förderanträge so bewilligt werden, erhalten die Gebäudeeigentümer wertvolle Hinweise, wo sich energetische Sanierungsmaßnahmen auch wirtschaftlich lohnen“, hatte auch schon Landrätin Susanne Ganster für das Quartierskonzept geworben. Selbst wenn an diesem Punkt fördertechnisch Schluss wäre, „würde sich das für uns lohnen“, steht für Henne fest. Richtig interessant werde das Quartierskonzept, weil es Voraussetzung sei, um in eine städtebauliche Fördermaßnahme zu kommen. „Das ergänzt sich ideal mit dem Thema städtebauliches Entwicklungskonzept, mit dem wir uns schon beschäftigen“, sieht Henne hervorragende Chancen für den Ort. Ein solches Entwicklungskonzept hat der Rat bereits beim Büro BBP aus Kaiserslautern in Auftrag gegeben als Vorbereitung, um als Kommune in ein neues Zuschussprogramm aufgenommen zu werden. Die Nachbargemeinde Thaleischweiler-Fröschen ist zum Beispiel im Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“, gestaltet sukzessive ihre Hauptstraße neu. „Wir brauchen auch ein Förderprogramm, um die Zukunft unseres Ortes gestalten zu können“, sagt Henne. Das letzte Städtebausanierungsprogramm, das vor einigen Jahrzehnten begann und mit dem Bau des Parkplatzes Welschstraße endete, wird derzeit zu Ende abgerechnet. Wenn das erfolgt ist, „können wir sofort in ein neues Städtebausanierungsprogramm aufgenommen werden“, erläutert Henne. Vorgespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zum Thema gab es. An dieser Schnittstelle zur Städtebauförderung passt das Quartierskonzept für den Ort laut Henne ideal. Damit möglichst viele Bürger profitieren können, wurde im Antrag an die Förderbank KfW als Quartier nahezu die gesamte Ortslage Waldfischbach-Burgalben angegeben. Ausgenommen sind das Gewerbegebiet Schorbach, das Areal der ehemaligen Mattil-Schuhfabrik, die beiden Sportplätze in Waldfischbach und Burgalben und das Sportgelände Bruchwiesen. Im Quartier würden etwa 1700 Wohngebäude energetisch erfasst. „Für uns ist das wirklich eine Chance, zu verlieren haben wir gar nichts“, sagt Henne.