Rheinpfalz „Ein fruchtbarer Acker, der bestellt werden will“
Seit gut einem Jahr gibt es Start-up-Westpfalz. Was als Initiative begann, ist im Frühjahr als Verein gegründet worden und hat schon einiges auf die Beine gestellt. Matthias Baum, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, und die Kaiserslauterer Gründungslotsin Viktoria Speyerer ziehen Bilanz – und verraten, dass der Verein im nächsten Jahr einen „Start-up-Summit“ für die breite Öffentlichkeit veranstalten will.
Im Oktober 2015 fiel der Startschuss für Start-up-Westpfalz, angeschoben von Alexander Fridhi und Kai Utzinger von Uplink IT. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagten sie damals, dass man im wissenschaftlich sehr renommierten Kaiserslautern ein Netzwerk für Gründer und Kreative schaffen wolle. Mittlerweile hat der Verein schon etliche Veranstaltungen organisiert und Hunderte Menschen zusammengebracht. Baum, Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Technischen Universität, erinnert sich an die Anfangszeit zurück: „Schon die erste Veranstaltung war mit mehr als 120 Teilnehmern enorm erfolgreich.“ Bei der sogenannten Kick-off-Veranstaltung kamen neben Gründern und Gründungsinteressierten auch etablierte Start-ups, Investoren und Studenten zusammen. Baum: „Da haben wir gesehen, dass das nicht nur eine gute Idee ist, sondern auch vor Ort gewünscht.“ Seitdem finden „Founder’s Thursdays“ statt, zwanglose Abendveranstaltungen zum Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. „Wir wollen ständig etwas anbieten, damit die Flamme nicht ausgeht“, schildert Baum, zwischen 50 und 100 Menschen kämen an den Donnerstagen zusammen, immer wieder auch neue Gesichter. „Wir wollen allerdings nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern, sondern bieten kurze Vorträge an“, ergänzt Gründungslotsin Speyerer, die eng mit Start-up-Westpfalz zusammenarbeitet. Die Bandbreite der Referenten reiche von erfahrenen Unternehmern bis zu Gründungsinteressierten, die ihre Idee einem größeren Publikum vorstellen wollten. Gelegentlich veranstalte man außerdem Speed-Datings, damit sich die Teilnehmer besser kennenlernen. Neben den monatlichen Treffen standen dieses Jahr drei größere Veranstaltungen im Start-up-Westpfalz-Terminkalender. Baum: „Mehr als 100 Menschen waren im Juni bei unserem Südwestpitch dabei, ebenso beim Sommerfest. Eine weitere größere Veranstaltung war unser erstes Business-Angel-Matching, bei dem wir Gründer mit Investoren zusammengebracht haben.“ Diese Veranstaltung finde sonst eigentlich in Mainz statt: „Auch hier hat der Zuspruch gezeigt, dass der Bedarf da ist.“ Die Gründerszene in Lautern nehme kräftig Fahrt auf, berichten Baum und Speyerer, noch nie seien so viele Unternehmen gegründet worden wie 2016. Baum: „Die Westpfalz ist ein potenziell fruchtbarer Acker, der bestellt werden kann.“ Dank der Zusammenarbeit von Hochschule, TU und den Instituten befinde man sich auf dem richtigen Weg. Die gemeinsamen Bemühungen, Gründern zu helfen, würden nun fruchten. Kaiserslautern sei mit Hochschule und TU mittlerweile auf Spitzenplätzen im Gründungsradar zu finden. Baum: „Wir wollen gut ausgebildeten Menschen zeigen, dass eine Gründung eine echte Alternative zur Karriere in einem Unternehmen sein kann.“ 2017 soll’s mit „Founder’s Thursdays“ weitergehen, kündigt Baum an, gemeinsam mit der Gründungslotsin soll ein rheinland-pfälzischer „Start-up-Summit“ auf die Beine gestellt werden. Speyerer: „Das wollen wir im großen Stil angehen. Dafür ist vorgesehen, Mitte August einen Tag in die Kammgarn zu gehen. Dann soll sich alles um Gründer drehen.“ Die Öffentlichkeit soll eingeladen werden. Baum: „Wir wollen zeigen, dass Gründen toll ist und es nicht nur in Berlin eine Gründerszene gibt.“ Info Der nächste „Founder’s Thursday“ findet am Donnerstag, 15. Dezember, um 19 Uhr in der oberen Etage im Taco Kidd in der Innenstadt statt. Weitere Infos im Internet auf startup-westpfalz.de |bgi