Rheinpfalz Ein Festumzug zum Jubiläum

Placeholder-Image

Das Erntedankfest in der Grenzgemeinde Kröppen war im Landkreis Südwestpfalz Beispiel dafür, wie eine Dorfgemeinschaft feiern kann. Aus ihm entwickelten sich zahlreiche Dorffeste in anderen Ortsgemeinden der Region. Die Kröpper begehen ihr einzigartig gebliebenes Erntedankfest am 6. und 7. September zum 65. Mal. Daher gibt es in diesem Jahr auch wieder einen Festumzug.

Als die Kröpper nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und nach der Hungersnot heimgefunden und sich in den Resten ihres zerstörten Dorfes wieder eingerichtet hatten, war es für die leidgeprüfte Bevölkerung ein Herzensbedürfnis geworden, das Erntedankfest zu feiern. Seit dem ersten Fest 1949 begannen die Feiern aus christlicher Grundeinstellung heraus stets mit einem Gottesdienst am Sonntag. Die mit viel Zeitaufwand, Liebe und Mühe gestalteten Wagen des traditionellen Festumzuges gab es fast fünf Jahrzehnte jährlich. Noch bevor man das 50. Fest feiern konnte, fand der Festzug allerdings nur noch alle zwei Jahre statt. Nach fünf Jahren der Festzugabstinenz dürfen sich die Besucher zum 65. Jubiläum am Sonntag wieder über geschmückte Wagen freuen. Der Gründungsvorsitzende der örtlichen Kolpingfamilie Kröppen, Hermann Pfeifer, war einige Wochen nach deren Gründung Initiator und Motor für das erste Erntedankfest. Als Mitglied der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus der Ältere Kröppen kann er die Jubiläumsfeier mit begehen. Sie wird inzwischen ausschließlich vom Verwaltungsrat und dem Pfarrgemeinderat der Pfarrei mit Unterstützung örtlicher Vereine ausgerichtet. Zum Jubiläum gibt es nicht nur den Festzug, sondern ein ansprechendes Rahmenprogramm. Um gegen das Wetter gewappnet zu sein, sind auf der Festwiese vor der katholischen Kirche drei Zelte errichtet. Hier startet das Fest am Samstag ab 17 Uhr mit einem „Pfälzer Grumbeerebrode“. Der Sonntag beginnt um 9.30 Uhr mit dem feierlichen Erntedankfestgottesdienst in der Kirche. Zelebriert wird der Gottesdienst vom nigerianischen Aushilfspriester Pfarrer Eugené Anowai. Die Kinder tragen dabei ihre Körbchen mit Erntegaben zur Segnung an den Altar. Nachmittags kommt es zum Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung: dem Festzug. Dieser setzt sich um 13 Uhr vom Festgelände aus durch die Straßen des Ortes in Bewegung und endet am Festplatz. Angeführt wird er von der Reiterabordnung des Reit- und Fahrvereins Kröppen, dem das Symbol des Erntedankfestes, die Erntekrone aus frischen Ähren und Heidekraut, folgt. Unter dem Motto „Nun danket alle Gott“ hat sie ihren Platz auf einem mobilen Festwagen. Auf dem Festwagen finden auch der Musikverein Trulben und die Gitarrengruppe des Obstgartens Kröppen Platz. Der gemeindliche Kindergarten ist nicht nur mit einem Festwagen präsent, sondern auch mit einer Fußgruppe. Eine Fußgruppe von Ministrantinnen und Ministranten wird angeführt von Pfarrer Christof Anselmann von der Pfarreiengemeinschaft Simten. Daneben sind die Landfrauen, der Sportverein, der Feuerwehrverein sowie die Freunde alter Traktoren dabei. Auch Ortsbürgermeister Ottmar Schwarz reiht sich in die Festzugsteilnehmer ein. Ein wesentlicher Bestandteil des Festzuges ist auch der Wagen von Familie Werner Schnur, von dem aus die beliebte „Käseschmier“ verteilt werden. Nach dem Festumzug geht die Feier auf der Festwiese und im benachbarten Pfarrheim bei Musik weiter. Für die Jüngsten stehen eine Buttonmaschine von der Kreisverwaltung Südwestpfalz sowie ein Spielanhänger bereit. Kuchenspenden können am Sonntag im Pfarrheim abgegeben werden.

x