Dahn
Dahner Mühle: Rad klappert wieder am rauschenden Bach
Das Rad der ehemaligen Mühle in Dahn war auf einem Tieflader der Firma Natursteine Burkhart zum Ort des Geschehens transportiert worden. Mühelos ließ Michael Burkhart das Wasserrad per Fernsteuerung vom Laster zum Installationspunkt schweben. Das ganze Spektakel dauerte kaum mehr als 20 Minuten, dann drehte sich das Rad wieder.
Das erst vor 40 Jahren eingeweihte Mühlrad war schon lange Zeit marode, seit 2025 funktionierte dann gar nichts mehr. Das klamme Stadtsäckel eröffnete keine Möglichkeiten, in das Objekt zu investieren. Metallbauer Hermann Loreth ärgerte sich jedes Mal, wenn er dort vorbeikam. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem er es nicht mehr mit ansehen konnte. Kurzerhand bot Loreth an, das Mühlrad instand zu setzen. Der Stadtrat stimmte zu und los ging’s.
Schaufeln aus sibirischer Fichte
Hermann Loreth, sein Sohn Fabian Loreth, Mitarbeiterin Silke Schneider und der Auszubildende Noah Hammer machten sich ans Werk – sobald im Betrieb gerade etwas Luft war und auch in ihrer Freizeit. Das Rad wurde abgeschliffen und neu gestrichen. Zu ersetzende Metallteile wurden nachgebaut. Die Bretter des Mühlrades wurden im städtischen Bauhof aus sibirischer Fichte neu produziert.
Nun werden das Holz und rund 1,2 Tonnen Stahl wieder von der Wieslauter bewegt. Loreth hätte gerne noch einen Generator angehängt, um eine Ladestation für E-Bikes zu versorgen: „Das wäre kein großer Aufwand gewesen, hätte funktioniert und ich hätte das auch gemacht.“ Doch die Stadt habe das nicht gewollt.
Letztlich bleiben an Dahn nur die Kosten für Material und Transport hängen, zusammen knapp 10.000 Euro. In Kombination mit dem neu befestigten und nun über große Steinstufen zugänglichen Uferbereich ist ein ansprechender Platz in der Stadtmitte entstanden. Auch in der Mühle selbst, dem ältesten Gebäude des Ortes, soll es demnächst mit den Sanierungsarbeiten losgehen. Ein privater Investor hat das denkmalgeschützte Gebäude gekauft und will Wohneinheiten hineinbauen.