Rheinpfalz Ein Bunker als Spielerparadies

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2200 Quadratmeter Fläche. 600 LAN-Plätze. Ein außergewöhnlicher und dauerhafter Treffpunkt für „Gamer, Technikaffine und Nerds“ in einem Atombunker am Zweibrücker Flughafen. Das ist die Vision von Fabian Krüger, Fachinformatiker und Systemadministrator aus Speyer. Was noch fehlt, ist das Geld. 1,5 bis zwei Millionen Euro werden benötigt.

Seit gestern läuft eine Spendenkampagne im Internet auf Ululu.com. Auch die projekteigene Internsetseite www.derbunker.xyz ist online. Die Idee, einen Bunker zum „24/7 Communitytreff/Freizeitpark“ zu machen, entwickelte Krüger standesgemäß beim Onlinezocken mit Clan-Freunden. „Eher früher als später kommt der Vorschlag, sich mal im echten Leben zu treffen und miteinander zu feiern“, so Krüger. Mit dem Vorschlag beginnen dann die Probleme, und die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Denn es gibt deutschlandweit bislang keinen Ort, an dem sich „Nerds“ aus allen Ecken des Landes oder Europas ohne Riesenaufwand und tagelange Vorplanung treffen können. Wer schon einmal eine simple private LAN-Party organisiert hat, kennt die Problematik. Viel zu lang kriecht man unter den Tischen herum, bis allein das Netzwerk für gerade mal ein paar Leute steht. Die Internetverbindung, heute selbst für viele Spiele notwendig, läuft dann für alle über die Privatleitung. Die ist aber nicht für viele gleichzeitige Nutzer ausgelegt. „Da startet einer einen Download und dann war’s das erstmal.“ Für einen ganzen Clan, der aus Dutzenden oder sogar Hunderten Mitgliedern besteht, kann im privaten Rahmen kaum ein vernünftiges Treffen organisiert werden. Und dann sind da noch die Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten. Also bleiben oft nur langwierig geplante Treffen auf speziellen Veranstaltungen, die dementsprechend selten stattfinden und zu denen dann auch nicht jeder kommen kann, weil es beruflich oder privat zeitlich gerade nicht passt. Diese Situation ist mit eine der Hauptquellen für das gängige Vorurteil vom Computernerd und Technikfreak, der einsam in seinem Keller hockt und nie unter Leute geht. „In der Disco sind zu viele normale Leute, wenn man da anfängt, über Quadrocopter, Computertechnik oder Onlinespiele zu plaudern, verstehen die einen nicht. Man redet aneinander vorbei. Man ist allein unter Leuten, mit denen man keine Themen hat“, bestätigt Krüger aus eigener Erfahrung. Alle Leute mit den gleichen Interessen sind online unterwegs und weit verstreut. Treffpunkte in der realen Welt gibt es nicht. Also bleibt der typische Nerd eher daheim. Für dieses Isolationsproblem will Krüger nun Abhilfe schaffen. „Wir brauchen einen Ort, an dem man sich über solche speziellen Themen unterhalten kann und das Gefühl hat, unter Gleichgesinnten zu sein und der die technische Infrastruktur bietet. Einen Ort für ganz Deutschland.“ Auf der Suche nach einem geeigneten Platz ist Krüger „über den Bunker gestolpert“. Der ist seiner Meinung nach ideal: Er liegt am Kopenhagener Ring im Gewerbegebiet Flugplatz-Zweibrücken-Mitte, man ist unter sich und stört auch nachts niemanden, wenn man durchfeiert. Die Autobahnanbindung ist nur zwei Kilometer entfernt. Dass Zweibrücken auf den ersten Blick nicht unbedingt zentral liegt, stört Krüger nicht weiter. „Die Leute in den Clans sind über ganz Deutschland verteilt. Weit fahren muss also die Mehrheit immer, da ist es egal, ob sie nach Frankfurt fahren oder eben nach Zweibrücken.“ Und ein Bunker ist etwas Besonderes. Krüger: „Eine Lagerhalle bleibt eine Lagerhalle, egal, was man damit macht. Der Bunker dagegen ist ein gewaltiges Bauwerk. Er hat eine unglaubliche Atmosphäre, man spürt das Gewicht der Mauern, fühlt sich durch die Größe aber in keinster Weise eingeengt. Die ganze benötigte Infrastruktur ist vorhanden. Und drumherum ist genug Platz für Grillecken und saisonale Angebote. Das hat man nirgends sonst in Deutschland.“ Der Bunker soll nicht nur ein einfacher Zockerkeller oder ein Internetcafe im besonderen Gewand sein. Die Rechnerplätze sind nur der Kern, darum herum soll noch einiges mehr geboten werden. Ein eigenes kleines Rechenzentrum, Kinosaal mit Dauerstream, „Bunker-Bistro“, Ruheraum und vieles mehr. Bei entsprechender Finanzierung ist ein Fahrservice und auf dem Dach des Bunkers ein kleines Restaurant geplant. Krüger setzt dabei auch auf Gelegenheitsbesucher aus dem nahen Outlet Center. Daher soll es auch einige „fest installierte Computer mit vorinstallierten Programmen geben, an die man sich spontan setzen kann“. Computer und Konsolen werden auch für die Partyrunde unter Gelegenheitszockern vorhanden sein. „Normalos“ sind ebenso willkommen wie „Nerds“. Bis Sommer 2016 soll alles fertig sein und der Betrieb beginnen. Die notwendigen Gespräche mit der Stadt und dem Flughafenzweckverband für den Kauf und die Genehmigungen zum Betrieb des Bunkers seien abgeschlossen und das Projekt komplett durchgeplant. Sieben Köpfe zählt Kügers Mannschaft mit ihm im Moment. „Wir stehen auf Go“, so Krüger. Es ist alles fertig, „bis auf das Geld“. (sach)

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