Rheinpfalz Eigenkapital und Vertrauen als Schlüssel

„Wir bieten mehr als Geld und Zinsen“, stellte Dieter Jergens, Vorstandsmitglied der VR-Bank Westpfalz,am Mittwoch bei der Vertreterversammlung in Waldfischbach-Burgalben fest. Er ging in seinem Bericht auf das ein, was eine Bank bieten muss, um am Markt bestehen zu können. Eigenkapital und Vertrauen, sagte Jergens, seien zwei Schlüsselbegriffe.
Ohne ausreichende Eigenkapitalbasis sei es für eine Bank schwer, das Vertrauen der Kunden in die Bank aufzubauen. Ohne Vertrauen der Kunden zu einer Bank „kann eine Bank aber keine Eigenkapitalbasis aufbauen“. Jergens berichtete als Vorstandsmitglied letztmalig der Vertreterversammlung. Im Januar 2015 wird er, wie berichtet, in Ruhestand gehen. Das Geschäftsjahr 2014 hat er noch mitzuverantworten, berichten werden dann sein Vorstandskollege Karlheinz Stemler und das künftige Vorstandsmitglied Alexander Kostal, der ab Oktober in den Vorstand aufrückt (die RHEINPFALZ berichtete). Kostal, der sich offiziell vorstellte, merkte an, dass vielen wahrscheinlich noch gar nicht bewusst sei, welche Lücke Jergens als Fachmann und als Mensch hinterlassen werde. Der Fachmann nutzte seinen letzten Bericht, um das Thema Vertrauen genauer zu beleuchten. Um ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können, brauche es Ehrlichkeit, Kompetenz, Offenheit und emotionale Verbundenheit. Wichtig sei, dass die Menschen feste Ansprechpartner hätten und personelle Kontinuität bestehe. Genau so wichtig sei die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand und die regionale Verbundenheit. Auf die Bedeutung von Genossenschaften – bei der Unesco liegt ein Antrag vor diese als immaterielles Kulturerbe zu schützen – hob der Aufsichtsratsvorsitzende Georg Spieß ab. Die Rechtskonstruktion der Genossenschaften sei hervorragend geeignet, um zu bürgerschaftlichem Engagement zu motivieren. Das Zahlenwerk für 2013 (die RHEINPFALZ berichtete) erläuterte Karlheinz Stemler. Die Vertreter stimmten zu, dass eine Dividende von fünf Prozent je Geschäftsanteil ausgeschüttet wird. Auf 467,9 Millionen Euro war 2013 die Bilanzsumme der Bank gestiegen, der Jahresüberschuss betrug 1,156 Millionen Euro. Die Aussichten für 2014 seien, angesichts des schwieriger werdenden Marktumfeldes, etwas gedämpfter, kündigte Georg Spieß an. Er erläuterte erste Gedanken zur sukzessiven Verringerung des zwölfköpfigen Aufsichtsrates auf sechs Personen. Posten von Aufsichtsräten – gewählt auf drei Jahre –, die bedingt durch das Erreichen der Altershöchstgrenze nicht wiedergewählt werden können, sollen unbesetzt bleiben. Binnen drei, vier Jahren, so Spieß wäre eine Verkleinerung des Aufsichtsrates zu realisieren. An die künftigen Aufsichtsratsmitglieder soll, nach den Vorgaben des Kreditwesengesetzes, ein entsprechendes Anforderungsprofil gestellt werden. Um all das realisieren zu können, bedarf es Satzungsänderungen, die in der Vertreterversammlung 2015 Thema sein werden. In diesem Jahr wurden die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder – unter anderem Karin Fröhlich-Hensel (Waldfischbach-Burgalben) - bestätigt. Gesetzesänderungen bei den Höchstkreditgrenzen trug die Versammlung Rechnung. Diese Höchstgrenze - gesetzlich dürfen maximal 25 Prozent des haftenden Eigenkapitals an einen Kreditnehmer vergeben werden – ist nun in einer europäischen Richtlinie und nicht mehr im deutschen Kreditwesengesetz geregelt. Faktisch habe es auf das Handeln der Bank aber keine Auswirkungen. Denn intern gelte die deutlich strengere Regelung, dass an einen einzigen Kreditnehmer ein Kredit in maximaler Höhe von zehn Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank vergeben werde, erläuterte Jergens. (add)