Rheinpfalz Ehemaliges Central-Kino in Ramstein weicht barrierefreien Wohnungsneubauten
Mit dem Abriss des ehemaligen Central-Kinos in Ramstein wird derzeit in der Ortsmitte der Weg für das geplante Großbauprojekt „in den Hanfgärten“ bereitet. In unmittelbarer Nachbarschaft des Kinos wird die Steinwendener Baufirma Zimmer barrierefreie Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten bauen.
Auf Haufen sortiert, liegen derzeit unterschiedliche Baustoffe um das alte Kino herum. Das Lichtspielhaus aus den späten 1950er Jahren sei innerhalb von zwei Wochen komplett entkernt worden, sagt Ralf Hechler, Ramsteins Stadtbürgermeister auf Anfrage. Laut Charlotte Immel, die es bis 1981 betrieben hat, ist es das älteste Kino im Landkreis Kaiserslautern gewesen.
Voraussichtlich in der kommenden Woche sollen die Bagger anrücken, um das alte Gebäude abzureißen, kündigt Hechler an. Die Garagen, die direkt an das Kino angebaut seien, müssten ebenfalls weichen. Mit deren Eigentümern sei allerdings geklärt, dass sie neue Fertiggaragen bekommen.
Dann werde auch mit den Bauarbeiten an den „Hanfgärten“ begonnen, sagt Hechler. Das Gebäude-Ensemble wird nach Angaben der ausführenden Firma Zimmer aus drei dreigeschossigen Gebäuden und einem zweigeschossigen Haus bestehen. Vorgesehen sind insgesamt 28 Wohnungen mit Balkonen oder Terrassen, die barrierefrei erreichbar sein sollen.
Außerdem werden zwei Gewerbeeinheiten für Büros oder Praxen gebaut. Eine der Einheiten ist Hechler zufolge bereits an eine Osteopathin vermietet. Vorgesehen sei, dass die neuen Eigentümer spätestens im Frühjahr 2021 einziehen können.
Die historische Leuchtschrift „Central“ über der Durchfahrt zum Kino ist laut Bürgermeister Hechler bei den Entkernungsarbeiten nicht entsorgt worden. Sie soll entweder im Heimatmuseum oder im Doku-Center Ramstein-Miesenbach einen Platz bekommen.
Erinnerungen ans Central
Dass die Ramsteiner schöne Erinnerungen mit dem Lichtspielhaus verbinden, zeigen die vielen Kommentare auf der Facebook-Seite von Stadtbürgermeister Hechler, auf der er die Entkernung des Lichtspielhauses mit mehreren Fotos dokumentiert. „Verbrachte in meiner Jugend viel Zeit im Kino! Einmal im Monat war in den 60er Jahren der Film des Monats für 50 Pfennig! Das Kino war immer voll! Nach dem Gloria folgt nun das Central Kino dem Abriss! Es war eine tolle Zeit!“, schreibt ein ehemaliger Kinobesucher. Ein anderer lobt die Pommes Frites der ehemaligen Betreiberin des „Centrals“, Charlotte Immel: „Und ned zu vergesse ... die gud Tut Pommes vom Immels Budsche“.
Rund 60 Jahre habe sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einer Wohnung über dem „Central“ gewohnt, erzählt Immel. Dafür wurde das Lichtspielhaus, das ursprünglich ein Flachdach hatte und das sie 1956 übernahm, 1962 aufgestockt. Die heute 82-Jährige führte außer dem „Central“ 15 Jahre auch noch das Gloria-Theater, das sie 1982 schließen musste. Außerdem war sie 30 Jahre lang Chefin des Auto-Kinos in Ramstein. Dort wurde 2008 der letzte Film gezeigt.