Rheinpfalz
Drei Gruppen aus Dekanat Kusel nehmen an 72-Stunden-Aktion teil
Die einen haben ihr Ziel schneller als gefordert erreicht, andere haben es knapp verpasst. Spaß hatten aber alle drei Gruppen von Jugendlichen, die bei der 72-Stunden-Aktion teilgenommen haben. Und nebenbei haben sie die Welt ein kleines bisschen besser gemacht.
Pünktlich um 17.07 Uhr stürmen die Teilnehmer der Aktion, die vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend organisiert wird, am vergangenen Donnerstag zu ihren Autos – kurz nachdem sie bei dem zentralen Auftakt auf dem Remigiusberg erfahren haben, welche gemeinnützige Aufgabe sie innerhalb der folgenden drei Tage als Gruppe bewältigen müssen.
Die Jungs und Mädchen haben sich alle für geheime „get it“-Projekte entschieden. Bei dieser „Überraschungsvariante“ ist den Aktionsgruppen unklar, welche Aufgaben sie erwarten. Das bedeutet, für Planung und Durchführung haben sie exakt drei Tage lang Zeit.
Ein Heim für Insekten gebaut
Eine der drei teilnehmenden Gruppen aus der Region ist die Jugendgruppe Reichenbach-Steegen. Die 22 Kinder und fünf Erwachsenen waren zum ersten Mal bei der Aktion dabei und kurz vor der Verkündung ihres Projekts sehr gespannt auf das, was kommt. Ihr Projekt beschäftigte sich mit sehr aktuellen Themen: Artenvielfalt und Insektensterben. Neben der Überprüfung der Ist-Situation in Reichenbach-Steegen war es ihre Aufgabe, an verbesserungswürdigen Stellen bienenfreundliche Pflanzen zu setzen und Insektenhotels zu bauen. „Die Kinder waren sehr aufgeregt und froh darüber, dass sie eine Aufgabe mit Tieren erhalten haben“, erzählte der Gruppenleiter Stefan Noll-Hussong.
Innerhalb kürzester Zeit mobilisierten die Jugendlichen Unterstützung in der Gemeinde, die ihnen Material für den Bau ihrer Insektenhotels lieferte. Anwohner und Eltern spendeten Reisig, Stroh und alles andere, um die Gruppe zu unterstützen. So war es für die Jungs und Mädchen möglich, ihr Projekt bereits am Samstagabend zu großen Teilen fertigzustellen. Fünf große Insektenhotels, die in der Gemeinde verteilt werden sollen, zimmerten sie innerhalb kürzester Zeit. Weitere 50 Nistkästen bauten und verteilten sie an Privatleute. Am Sonntag verschenkte die Aktionsgruppe schließlich noch Saatgut und informierte über ihr „wirklich gut“ gelungenes Projekt.
Aus fünf werden zwei Mitglieder
Die „Melchiors“ aus Lauterecken hingegen stießen innerhalb der 72 Stunden an ihre Grenzen. Mit fünf Gruppenmitgliedern hatten sie sich angemeldet, wegen Krankheit nahmen letztendlich aber nur zwei an der Aktion teil. Dennoch gaben die beiden Mädchen alles, um ihr Ziel zu erreichen, erzählt Jutta Klein, die die Gruppe leitet. Sie sollten mindestens 27 Schulrucksäcke für die Organisation Mary’s Meals sammeln und diese mit Schulmaterial, Spielsachen und Kleidung füllen. Die gepackten Rucksäcke bekommen Kinder und Jugendliche in Afrika. So machten sich die zwei an die Arbeit und fragten bei Freunden und in Geschäften nach Spenden, wobei sie des Öfteren enttäuscht wurden. Viele Stunden verbrachten sie auf einem Grundschulfest, um schließlich mit nur 20 Euro Gewinn das Feld zu räumen. Frustration und Müdigkeit waren am zweiten Aktionstag groß, doch die Mädchen ließen sich nicht unterkriegen. „Ich glaube nicht, dass sie die 27 Rucksäcke noch rechtzeitig zusammenkriegen“, gab Klein zu, „aber sie wollen auch nach der Aktion noch weitermachen.“ Am Sonntag präsentierten die Mädchen 22 gepackte Schulrucksäcke und wollen im Laufe der Woche noch mindestens fünf weitere füllen.
Benefiz-Aktion im Freibad
Die dritte und größte Gruppe kam aus Schönenberg-Kübelberg. Sie verbrachte die ersten beiden Aktionstage mit der Planung einer Benefiz-Aktion im Freibad Waldmohr, wo sie Spenden für ein Brunnenprojekt in Nigeria sammelten. Etwa 30 Kinder und Jugendliche der Katholischen jungen Gemeinde Schönenberg sammelten Kuchenspenden, bereiteten ein Kinderprogramm vor und organisierten eine Band, die bei dem Fest für gute Stimmung sorgte. Vorher erstellten sie Flyer, die sie von Tür zu Tür trugen, an Supermärkten verteilten und in den sozialen Medien teilten. Die Strategie hatte Erfolg und sie lockten bei gutem Wetter viele Gäste in das Schwimmbad. Die gaben freiwillig Spenden beim Kuchenverkauf und bezahlten für jedes Rutschbahn-Rutschen und jede Bahn beim Luftmatratzen-Kraulen 50 Cent.
Mareike Mohr leitete die Gruppe und erklärte fröhlich, dass immer noch Zahlungen eingingen und sie deshalb nicht genau sagen könne, wie viel letztendlich eingenommen worden sei. Auf jeden Fall ist klar, dass sie ihr Projekt erfolgreich beendet haben. Mit etwa 5000 Euro Spendengeldern können sie nicht nur die geforderten zwei, sondern fast acht Brunnen finanzieren. Ein Erfolg auf ganzer Linie.