Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Donsieders: Metzger König schlachtet selbst

Metzgermeister Christian Ludwig König, Verkäuferin Ashley Huber und Stephanie König haben 90 Wurstsorten im Sortiment der Metzge
Metzgermeister Christian Ludwig König, Verkäuferin Ashley Huber und Stephanie König haben 90 Wurstsorten im Sortiment der Metzgerei in Donsieders. Foto: Teuscher

Es geht um die Wurst: Der 38-jährige Fleischermeister Christian Ludwig König legt in seinem Betrieb Wert darauf, dass das Fleisch ordentlich reift. Um sein Schlachtvieh, die Rinder, bei der Abholung nicht unnötigem Stress auszusetzen, hat sich der Metzger einen gut ausgestatteten Viehtransporter gekauft.

Königs Fleischerbetrieb wurde in knapp sieben Jahren mit 30 Goldmedaillen ausgezeichnet, unter anderem beim Internationalen Saumagenwettbewerb in Herxheim. Auch hat König die EU-Zulassung als Wild-Zerlegungsbetrieb.

Christian Ludwig König stammt von der Neumühle und wurde 1981 geboren. Schon als Achtklässler probierte König die Arbeit bei einer Metzgerei aus. Noch Schüler, suchte er den Kontakt zur Fleischerei und bot sich immer wieder für ein Praktikum an. „Ich kam mittwochs aus der Schule und ging montags in die Lehre“, erzählt König. Nun gehört er der Fleischerzunft an, Metzger sei sein Traumberuf.

„Sonst hast du keine Chance“

Nach seiner Lehre ging Christian König 1996 als Geselle zur Metzgerei Hoffmann in Rodalben; danach leitete er einige andere Betriebe. 2008 erwarb König den Meisterbrief. Als Betriebsleiter war er in einer Filiale der Metzgerei Klaus Burkhardt in Rieschweiler-Mühlbach tätig, als dieser ihm vorgeschlagen habe, die vakante Filiale in Donsieders zu führen. Doch König entschloss sich zur Selbstständigkeit.

Der Jungunternehmer richtete sich ein neues Schlachthaus ein, um den Betrieb nach seinen Vorstellungen auszurichten. Bei König und seiner Frau Stephanie sind sieben Mitarbeiter beschäftigt. Das Geschäft werde nicht nur im Dorf, sondern auch von Kunden der umliegenden Ortschaften angenommen. Das sei wichtig, „sonst hast du keine Chance, egal wie gut du bist“, betont König.

Wild, Rind und Schwein

Deshalb legt der Vater einer kleinen Tochter wert darauf, dass seine Ware bezahlbar ist, sagt er. Dass auch die Qualität stimmt, erfahre er aus Rückmeldungen. Wenn er Urlaub macht, fragten Leute im Dorf: „Wann machen Sie endlich auf?“ Das freue ihn. Gelegentlich meldeten sich Touristen oder Durchreisende, die bei König eingekauft hatten, von zu Hause, um ihn zu bitten, ihnen bestimmte Waren zuzuschicken, erzählt der Metzgermeister.

90 Wurstsorten hat Christian König im Sortiment. Er darf in seinem Betrieb Wild, Rind und Schwein schlachten. Auch beliefert König Dorfläden wie Fuchs in Trulben und Bettinger in Leimen. Integrationsbetriebe, zum Beispiel von der Kimmle-Stiftung und Simotec in Kaiserslautern-Siegelbach, gehörten zu seinen Kunden.

Wasserbüffel mit Heu gefüttert

König bezieht Wasserbüffel, die nur noch mit Heu zugefüttert werden. Da diese jungen Rinder mit eineinhalb Jahren zu ihm kommen, sei ihr Fleisch besonders zart. Die Büffel kommen aus dem Blümelstal bei Pirmasens oder standen zuvor zwischen Hornbach und Mauschbach. Ihr Fleisch sei mager, cholesterinarm und nahrhaft. „Ich verkaufe nur Vieh, das gut gehalten wird“, sagt König. Deshalb schaue er sich bei seinen Lieferanten in der Region um und kenne deren aktuellen Viehbestand. Das meiste Fleisch, das er verkauft, produziert König selbst, Sülze, Salami und Geflügel kauft er zu. Anstrengend seien der viele Schreibkram und die immer neuen Auflagen. Das nehme viel Zeit in Anspruch.

Christian König organisiert neben dem Ladengeschäft auch den Partyservice, richtet Feste für Vereine und Privatleute aus. Selbst die Farbe der Servietten wähle er selbst. Als Hobby geht König auf die Jagd, das Wildbret verarbeitet er und bietet es im Laden an. Und was isst er am liebsten? Wurst, keinen Kuchen.

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