Rheinpfalz Die Werke bauen, die VG kauft

In den Neubau an der Bahnstraße ziehen das Einwohnermeldeamt der neuen Verbandsgemeinde und die städtischen Werke. Das Bild zeig
In den Neubau an der Bahnstraße ziehen das Einwohnermeldeamt der neuen Verbandsgemeinde und die städtischen Werke. Das Bild zeigt den Entwurf.

Die Fusionsabsichten der Verbandsgemeinden Landstuhl und Kaiserslautern-Süd werden konkreter. Den zuständigen Ausschüssen des Landstuhler Stadtrats liegen die Pläne für den Neubau eines Verwaltungsgebäudes vor, in das in knapp zwei Jahren das Einwohnermeldeamt der fusionierten Kommune sowie die Stadtwerke einziehen sollen.

Während die Verbandsgemeinde (VG) Kaiserslautern-Süd ihr bisheriges Rathaus in Kaiserslautern zur künftigen Außenstelle einer gemeinsamen Verwaltung herrichten will, muss Landstuhl ein neues Verwaltungsgebäude für einen Teil des gemeinsamen Personals bauen. Ab Sommer 2019 wird die Sickingenstadt zum Hauptsitz der gemeinsamen Verbandsgemeinde. Rund drei Millionen Euro soll das neue Gebäude in der Bahnstraße kosten. „Eine ziemlich zentrale Lage, verkehrstechnisch gut erschlossen und mit ausreichend Parkplätzen für den zu erwartenden Publikumsverkehr“, wirbt Landstuhls VG-Bürgermeister Peter Degenhardt (CDU) für den Standort, an dem Einwohnermeldeamt und Stadtwerke ihr neues Domizil finden werden. Die Grundstückskosten für den geplanten Neubau lägen „praktisch bei null“, denn das Gelände zwischen einem Supermarkt und dem benachbarten Omnibus-Unternehmen befindet sich bereits im Besitz der Gemeinde. Auch bei der architektonischen Gestaltung des Bürohauses solle „eine sparsame Zurückhaltung auf den ersten Blick erkennbar sein“, erklärt der Landstuhler Architekt Alexander Blanz. „Viele Ecken kosten viel. Deshalb haben wir uns für einen viereckigen Baukörper ohne Keller und mit einem einfachen Satteldach entschieden.“ Das Haus mit rund 900 Quadratmetern Nutzfläche soll durch innere Qualitäten glänzen. Im Erdgeschoss werden die voraussichtlich vier bis fünf Mitarbeiter des Einwohnermeldeamts residieren, barrierefrei erreichbar in durch Sichtblenden voneinander getrennten Doppelbüros. „Am Eingang gibt es einen Empfang mit der Ausgabe von Wartemarken und einer videogestützten Kundenführung“, erläutert Blanz. Das Personal erhält einen eigenen Eingang zu den Arbeitsplätzen. „Wir wollen eine möglichst bargeldfreie Abwicklung aller Tätigkeiten in diesem Haus“, berichtet der Architekt. „Das war auch ein Wunsch der Mitarbeiter, die dort an transparenten Arbeitsplätzen schaffen. Deshalb wird es einen eigens gesicherten Raum mit einem Geldautomaten geben, in dem Kunden ihre Gebühren entweder in bar oder per Kartenzahlung entrichten können.“ Das Gebäude wird durch eine Alarmanlage gesichert, auch, um die Beschäftigten der Meldestelle „vor eventuell aggressionsbereiten Kunden zu schützen“, wie Blanz sagt. Die städtischen Werke kommen in die beiden oberen Geschosse. Neben Großraumbüros wird es dort einen Kundenbereich sowie einen Besprechungssaal geben. Insgesamt sollen rund 30 Arbeitsplätze im neuen Gebäude an der Bahnstraße untergebracht sein. Die Werke sind auch der Bauherr des Gebäudes: „In Absprache mit der Aufsichtsbehörde haben wir uns für ein Modell entschieden, wonach die Werke zunächst das gesamte Projekt finanzieren“, erklärt Bürgermeister Degenhardt. „Nach der Fertigstellung wird die Kommune dann die Räume kaufen, die sie für das Einwohnermeldeamt braucht.“ Dadurch vermeide man unnötig hohe Zinsen und dauerhaft hohe Mieten zu Lasten der Gemeinde. Im Idealfall beginnen die Bauarbeiten im Frühjahr. „Zurzeit haben die regionalen Bauunternehmen so wenig freie Kapazitäten, dass andere Ausschreibungen der öffentlichen Hand schon gescheitert sind“, berichtet Blanz. „Deshalb halten wir uns jetzt mit diesem Projekt ran. Spätestens zur Jahreswende sollen unsere Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke raus sein.“

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