Kaiserslautern Kulturpreis der Stadt geht an Jörg Heieck
Als „profilierten Künstler mit besonderer Perspektive auf unsere Stadt und Region“, würdigt die Stadt Kaiserslautern Jörg Heieck. Durch die Verleihung des Kulturpreises an ihn solle zugleich „die Bedeutung des Genres der Fotografie im kulturellen Schaffen unserer Stadt“ herausgestellt werden, teilt Kulturbürgermeister Manfred Schulz mit. Die Entscheidung für Heieck war in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses gefallen. Der Fotograf sei von einer ganzen Reihe von Lautrer Bürgerinnen und Bürger für die Ehrung vorgeschlagen worden, darunter von etlichen Kollegen, Künstlern und Kulturschaffenden, so die Stadt.
Jörg Heieck, geboren 1964 in Münster und aufgewachsen in Otterbach, ist Künstler und promovierter Physiker. Er studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Frankfurt und Edinburgh, finanziert mit Jazz und Bierzeltmusik. Als Wissenschaftler war er mehrere Jahre für Agfa, Kodak und das ITER Kernfusionsprojekt der Europäischen Kommission in Italien tätig, 1995 wurde er mit dem ITEK Award der amerikanischen Gesellschaft für Imaging Science ausgezeichnet. Heieck ist Vater zweier erwachsener Kinder und lebt in Kaiserslautern. Dort lehrt er Physik und Fotografie.
Tiefe Verwurzelung mit der Pfalz
In seiner künstlerischen Arbeit verbinde Jörg Heieck „auf einzigartige Weise künstlerische Reflexion, wissenschaftliche Präzision und gleichzeitig eine tiefe Verwurzelung in seiner Heimatregion“, so die Stadt. „Seine Fotografien, die häufig von der Landschaft und Identität der Westpfalz inspiriert sind, tragen Kaiserslautern weit über die regionalen Grenzen hinaus. Er macht die Stadt sichtbar, ohne sie zu gewollt zu inszenieren, und verleiht ihr durch seine Arbeiten eine besondere Präsenz in der zeitgenössischen Fotografie.“
Als Mitbegründer und Kurator eines einmaligen, international ausgerichteten Fotofestivals sowie als aktives Mitglied der Kunstszene trage er maßgeblich zur kulturellen Strahlkraft der Stadt bei. „Seine internationale Vernetzung und sein kontinuierliches Engagement machen ihn zu einem wichtigen Botschafter Kaiserslauterns im In- und Ausland. Jörg Heieck ist damit ein echtes Aushängeschild für Kaiserslautern“, heißt es in der Würdigung weiter.
Arbeit an neuem Bildband
Heieck habe die Stadt Kaiserslautern und die Pfalz wie kaum ein anderer Fotokünstler in Bild und Buch festgehalten. Bereits 1993 erschien „Himmelreich – Bilder aus der Pfalz“, sein erster Bildband über die Heimatregion. 2006 widmete das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern seiner Landschaftsfotografien eine Ausstellung, zu der der Katalog „Lauterland“ erschien. Es folgten weitere Bildbände, darunter 2010 „Kaiserslautern. Ansichten“ sowie der Ausstellungskatalog „150 Jahre Pfaff – von Kaiserslautern in die Welt“. Mit reduzierten Schwarzweiß-Fotografien stellte Heieck darin „abseits bekannter Postkartenmotive Fragen zum Stadtbild Kaiserslauterns, zum architektonischen Selbstverständnis und der zukünftigen Entwicklung einer Stadt am Ende des Industriezeitalters“.
Aktuell entsteht ein weiterer Bildband zum 750-jährigen Stadtjubiläum, der historische Stadtansichten aus den 1980er Jahren in einen fotografischen Dialog mit aktuellen Aufnahmen von Heieck setzt, gedacht als langfristiges Zeitdokument.
Heieck ist der siebte Träger des Preises
Mit dem von Kulturreferatsleiter Christoph Dammann initiierten Preis sollen hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktion oder Präsentation der Bildenden Künste, der Darstellenden Künste/Theater und Tanz, der Literatur und Musik anerkannt werden, die entweder durch die Person des Preisträgers oder durch das Werk in einem Zusammenhang mit dem kulturellen Leben der Stadt Kaiserslautern stehen. Der Preis kann sowohl an natürliche Personen als auch an juristische Personen und Personengruppen oder Institutionen verliehen werden, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 3000 Euro dotiert, davon 1500 Euro aus dem Kulturetat und 1500 Euro von der Sparkassenstiftung – Kunst und Kultur.
Bisherige Preisträger waren Sigrid Wack, Wolfgang Marschall, die Künstlerwerkgemeinschaft, der Verein für Baukultur und Stadtgestaltung, Michael Halberstadt und Erika Klos. Wann der Preis an Heieck verliehen wird, steht noch nicht fest.
