Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Steigender Bedarf, Stadt reagiert: Ab 2027 gibt es an allen Lautrer Schulen Schulsozialarbeit

Die Bännjerrück-Grundschule gehört zu den fünf Grundschulen, die bislang noch keine Schulsozialarbeit hatten.
Die Bännjerrück-Grundschule gehört zu den fünf Grundschulen, die bislang noch keine Schulsozialarbeit hatten.

Der Beratungsbedarf von Schülern und Eltern in den Kaiserslauterer Schulen steigt seit Jahren. Darauf reagiert die Stadt und will die Schulsozialarbeit ausbauen.

Lehrer berichten auch in Kaiserslautern von Schwierigkeiten im alltäglichen Umgang mit Schülerinnen und Schülern, manche Kinder fühlen sich mit den an sie gestellten Erwartungen überfordert oder bringen Belastungen von zu Hause mit in den Unterricht. Andere wissen sich bei Streit mit Gleichaltrigen nicht mehr zu helfen oder spüren großen Druck, reagieren mit Verweigerung. Um schwierige Situationen und Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erkennen und den Kindern und Jugendlichen zu helfen, gibt es die Schulsozialarbeit. Selbst bei den Kita-Kindern wird mittlerweile eine ähnliche sozialpädagogische Unterstützung angeboten.

Anja Pfeiffer, Jugenddezernentin, erklärte: „Wir haben schon einige Male über den Ausbau der Schulsozialarbeit beraten und haben im März 2024 eine Konzeption dafür anhand sozialer Indikatoren vorgelegt, die auch den Ausbau an den Gymnasien beinhaltete.“ Jan Hastrich, Jugendhilfeplaner bei der Stadt und stellvertretender Referatsleiter Jugend und Sport, hatte damals erklärt, welche Indikatoren künftig beachtet werden sollen, wenn es darum geht, die Schulsozialarbeit gerecht und nach Bedarf zu verteilen. Unter anderem soll bei den Grundschulen die Anzahl der Kinder im Schulbezirk betrachtet werden, die in Familien leben, die Sozialhilfe erhalten oder die bereits mit dem Jugendamt in Kontakt stehen. Eine Rolle spielt auch die Schüleranzahl einer Schule oder wie viele Schüler in die Nachmittagsbetreuung gehen sowie der Anteil der Schüler nicht deutscher Herkunft oder die Teilnahme an der unentgeltlichen Schulbuchausleihe.

Pfeiffer erklärte in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses, sie habe in den vergangenen Monaten alle Schulen besucht, fast in allen Gesprächen mit den Schulleitern sei das Thema Schulsozialarbeit auf den Tisch gekommen, sodass die Verwaltung nun im Jugendhilfeausschuss eine Tabelle vorlegte, in der der weitere Ausbau für 2027 abzulesen ist. „Wir hätten mit diesem Vorschlag alle Schulen in Kaiserslautern mit einem Angebot an Schulsozialarbeit angebunden“, erläuterte Pfeiffer. Aufgrund der perspektivisch 29 Stellen für Schulsozialarbeit, die künftig die 32 Schulen sowie die beiden Berufsschulen in der Stadt abdecken, falle einiges an Koordinierungsaufwand an. So soll „in einem nächsten Schritt die Koordinierungsstelle im Jugendamt besetzt werden, die dann die neue Rahmenkonzeption erarbeitet und die Koordinierung der Kita- und Schulsozialarbeit übernimmt“, erläuterte Pfeiffer. Beschlossen ist diese Stelle bereits, aber bislang noch nicht besetzt.

Fünf Grundschulen, die Gymnasien und die Beilsteinschule kommen neu dazu

Der geplante Ausbau umfasst alle Schulformen. So sollen sich die Bännjerrück-Grundschule, die Theodor-Heuss-Grundschule sowie die Stadtteilschulen in Dansenberg, Morlautern und Erlenbach eine Springerstelle teilen. An allen fünf Grundschulen gab es bislang keine Schulsozialarbeit. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 100.000 Euro. An den vier Gymnasien in städtischer Trägerschaft soll sich der Stellenumfang von bisher einer auf zwei Vollzeitstellen erhöhen, um jedem Gymnasium eine halbe Stelle zur Verfügung zu stellen. „An der Beilsteinschule hatten wir bisher noch gar keine Schulsozialarbeit. Die Schülerzahl steigt stetig und wir haben dort auch viele belastete Eltern“, weswegen auch hier ab 2027 eine Vollzeitstelle geschaffen werden soll. Neu ist auch die Ausweitung auf die Privatschulen St. Franziskus und Paul-Gerhardt-Schule, die jeweils mit einer halben Stelle ausgestattet werden. In den anderen Schulen, die schon Schulsozialarbeit hatten, bleiben die Stellenanteile wie bisher.

Der Jugendhilfeausschuss entschied sich einstimmig für den Ausbau. „Ein lang gehegter Wunsch“ werde damit Realität, erklärte Andreas Bernd (CDU). Moritz Behncke (SPD) sah es als „riesigen Erfolg, dass wir jetzt bald alle Schulen mit Schulsozialarbeit ausgestattet haben“.

Die notwendigen Gelder sollen im städtischen Haushalt für 2027 verankert werden. Insgesamt beläuft sich das Budget für die Schulsozialarbeit dann auf rund 2,8 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz bezuschusst die Schulsozialarbeit, für die Stadt bleibt aber ein Eigenanteil in Höhe von circa 2,4 Millionen Euro.

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