Rheinpfalz Die Verbandsgemeinde geprägt
Heute feiert Karl Heinz Feik in der Bergstraße in Herschberg seinen 90. Geburtstag. Der gebürtige Herschberger war von 1972 bis 1986 der erste Bürgermeister der neu gebildeten Verbandsgemeinde Wallhalben.
Eigentlich ist das Verwaltungswesen dem Jubilar schon in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater war über Jahrzehnte als Gemeindesekretär an verschiedenen Standorten tätig, darunter auch in Saalstadt und Wallhalben. Dorthin waren sie dann direkt nach dem Krieg oft zu Fuß von Herschberg aus unterwegs, wo Karl Heinz Feik eine Ausbildung beim damaligen Bürgermeisteramt absolvierte. Die erste staatliche Verwaltungsprüfung legte er schon 1949 erfolgreich ab, um sich daraufhin beim Arbeitsgericht in Pirmasens zu bewerben. Großen Bedarf an Mitarbeitern gab es dort zu dieser Zeit und so war der junge Verwaltungsfachmann sehr willkommen. Rund 15 Jahre, zuletzt als Regierungsoberinspektor, tat er dann seinen Dienst in der Schuhstadt, unterbrochen von kurzen Abordnungen zu anderen pfälzischen Arbeitsgerichten. Die anschließende Tätigkeit bei der Stadtverwaltung in Neustadt (Weinstraße) beendete er 1972 als Amtsrat, nachdem er vom Verbandsgemeinderat in Wallhalben einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden war. „Ein solches Amt macht nicht nur Freunde“, sagt Feik rückbesinnend, „aber es gab auch sehr viele erfreuliche Momente.“ Dazu zählten während seiner 14-jährigen Amtszeit unter anderem die Einweihung der Franz-von-Sickingen-Hauptschule mit geräumiger Sporthalle, und der Ausbau der Gruppenkläranlage. Die Errichtung des Wasserschaupfades und des Waldmuseums in seiner Heimatgemeinde Herschberg hat er ebenfalls initiiert. Für seine Verdienste wurden ihm bei der Verabschiedung der Ehrenbrief der Verbandsgemeinde und die Ehrenmedaille des Landkreises verliehen. Seine umfassenden Kenntnisse im Verwaltungs- und Sozialrecht hat der Jubilar in unzähligen Aufsätzen fest- gehalten, die auch in überregionalen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Feik gehört zu jener Generation, die während des „Endkampfes“ noch als Jugendliche zum Wehrdienst eingezogen wurden. Keine 18 Jahre war er alt, als er im Oktober 1945 aus französischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Da das Wandern schon früher zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählte, hat er folgerichtig 1970 die Herschberger Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins mitbegründet. Die Ortsgeschichte hat ihn nach seiner Pensionierung bis heute beschäftigt, was sich in mehreren Beiträgen in Heimatbüchern niedergeschlagen hat. Seit dem Tod seiner Frau vor fast fünf Jahren lebt Karl Heinz Feik allein in seinem Elternhaus. Zum 90. Geburtstag gratulieren eine Tochter und ein Enkel.