Rheinpfalz Die Steckehex geht auch noch weg

Auch wenn beim Verkaufsnachmittag Anfang Mai nicht alles wegging (wir berichteten am 11. Mai): Drei Viertel des Reifenberger Heimatmuseums sind bereits leergeräumt. Auch größere Ausstellungsstücke hätten Abnehmer gefunden, sagen Karl und Christel Rindchen, deren Scheune das Museum beherbergte.
Die Steckehex zur Kartoffelernte gehe in die Vorderpfalz, und für die Getreide-Windmühlen gebe es ebenfalls Interessenten. Eine sei eine Leihgabe gewesen, sie gehe zurück an den Besitzer. Andere Stücke gehören der Familie Rindchen, sie sollen vor Ort bleiben. Die Scheune wollen die beiden künftig als Garage für Wohnwägen vermieten, Anfragen hätten sie bereits. Wie berichtet, läuft der Mietvertrag noch bis Jahresende, danach muss der Heimatverein die Scheune geräumt haben – inklusive der Teile, die der Verein eingebaut hat, etwa die Treppen. Nicht dazu gehört laut dem Ehepaar das vor wenigen Jahren erneuerte Dach: Das hätten sie 2008 erneuern lassen – zwei Jahre bevor die Scheune zum Museum wurde. Im Dorf seien sie nun „schuldlos in Misskredit geraten“: Man werfe ihnen vor, sie hätten die Scheune auf Kosten des Heimatvereins und mit Zuschüssen für das Museum herrichten lassen. Das sei falsch: Das Dach hätten sie selbst bezahlt. Zwar habe es Zuschüsse vom Kreis gegeben, aber aus der Altbausanierung. Von einem Museum sei 2008 noch gar keine Rede gewesen. Wegen der Zuschüsse habe es auch Auflagen gegeben, etwa die, bestimmte Ziegel zu benutzen, die auch teurer gewesen seien. „Rentiert hat’s sich nicht“, sagt Christel Rindchen. Sie und ihr Mann betonen auch, dass das Aus für das Heimatmuseum nicht ihre Schuld sei. Der Mietvertrag sei über fünf Jahre gelaufen und habe sich dann automatisch um ein Jahr verlängert. Der Heimatverein wollte den Vertrag nicht mehr verlängern: Es seien kaum Besucher gekommen, sodass sich der Aufwand nicht mehr lohne, zumal die Miete steigen sollte. Richtig sei, dass sie eine höhere Miete verlangt hätten, sagt Karl Rindchen: statt 150 Euro im Jahr 500 Euro, wobei zunächst von 600 Euro die Rede gewesen sei. Das sei für 225 Quadratmeter aber durchaus angebracht. Richtig sei auch, dass der Verein keine Schlüssel bekommen habe. Grund dafür sei, dass man vom Museum aus auch Zugang zu Privaträumen habe. (bfl)