Rheinpfalz Die Polizei übernimmt

Für die 42 Beton-Doppelhäuschen auf dem Flughafen-Gelände – die ursprünglich für Flüchtlinge gebaut wurden – hat sich ein Abnehmer gefunden: Die Bundespolizei will die schlichten Behausungen künftig als Büro-, Lager- und Umkleideräume nutzen. Das bestätigte Eveline Dziendziol, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, gestern auf Anfrage.
Geld wird laut Dziendziol nicht fließen. Die Bundespolizei sei stattdessen in den laufenden Mietvertrag des Landes eingestiegen und habe sich verpflichtet, die Kosten für den Abbau und Abtransport der Häuschen zu übernehmen. „Das Gelände wird vom Bund in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt“, so die ADD-Sprecherin. Das Land sei froh, nach Jahren der Suche nun endlich einen Abnehmer gefunden zu haben. „Es gab schon immer mal wieder Interessenten, um die 20 insgesamt, aber letztlich kam es dann doch nie zum Vertragsabschluss“, so Dziendziol. Die Häuschen blieben noch eine Weile auf dem Flughafen-Gelände, würden nicht gleich abgeholt. Allerdings trete jetzt der Bund als Mieter der Fläche auf, nicht mehr das Land. Vermieter ist die Firma Triwo, der das Flughafengelände gehört. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte gestern auf Anfrage die Übernahme der Betonhäuschen in Zweibrücken. Wo diese letztlich wieder aufgestellt werden, ob an einem Standort oder an mehreren, konnte er gestern nicht sagen. Wie mehrfach berichtet, stehen die Häuschen seit Juli 2016 leer. Seither hat das Land sich bemüht, einen Käufer zu finden. Mit dem Bau der Behausungen wurde auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle begonnen. Doch als die Häuschen dann fertig waren, war die Welle bereits wieder abgeebbt. Einige hundert Flüchtlinge wohnten noch wenige Wochen darin, dann wurden diese auf die Kommunen verteilt, und die Betonhäuschen wurden nicht mehr gebraucht. Der Bau des Flüchtlingsdorfes hatte das Land 2,3 Millionen Euro gekostet. Die 84 Häuschen à 14,5 Quadratmeter bestehen aus einzelnen Beton-Elementen, die mit relativ wenig Aufwand wieder auseinandergebaut und abtransportiert werden können. Zunächst bot das Land sie der Stadt und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zum Kauf an. Doch die lehnten ab, sahen keinen Bedarf.