Rheinpfalz Die filmliebende Schauspielerin Isolde Barth aus der Pfalz

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German Films, die Institution, die im Ausland für den deutschen Film wirbt, richtet jedes Jahr in Cannes einen Empfang aus, bei dem auch der Kulturstaatsminister spricht.

Die erste Rede der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters am späten Samstagabend fiel jedoch extrem kurz aus. Fünf Minuten. Sie freute sich auf Englisch über den Erfolg des deutschen Films im vergangenen Jahr, zitierte den Regisseur Jean Luc Godard – was nie falsch ist – und das war’s im Prinzip auch schon. Der Rest der Rede war auf Deutsch, lieb, nett, unverbindlich, diplomatisch, und blieb glücklicherweise unübersetzt. Angesichts der stets profunden Worte und Ankündigungen ihres Amtsvorgängers ist das durchaus eine Enttäuschung, die den ausländischen Gästen wohl auch aufgefallen sein dürfte. Auf der Gästeliste des Empfangs standen bekannte Filmschaffende. Etwa die Regisseurin Margarete von Trotta, die vormittags für ihr Lebenswerk mit dem Kinopreis des Radiosenders France Culture ausgezeichnet wurde und den ganzen Abend strahlend auf einem weißen Sofa saß. Schauspielerinnen wie Marie Bäumer und Veronika Ferres waren eingeladen – und Isolde Barth, eine Pfälzerin. Die in Maxdorf geborene Schauspielerin lebt heute in München, besucht aber noch häufiger ihre Mutter in der Pfalz, und erzählt von ihrem Pech. Wegen eines Streiks landete am Donnerstag ihr Flugzeug nicht in Nizza, sondern in Düsseldorf. Um noch am selben Tag weiterzukommen, tat sie sich mit vier Leidensgenossen zusammen, flog nach Mailand und von dort aus ging es im Mietwagen nach Cannes. Und Was macht sie in Cannes, wo doch kein Film mit ihr hier läuft? Sie geht in Kino, weil es hier etwas gibt, das kein deutsches Filmfestival bietet: „In Cannes gibt es eine eigene Akkreditierung nur für die Schauspieler. Sie kostet nichts, und ich bekomme Karten für alle Filme, die sich sehen will“, erklärt sie. Am Samstag sah sie die Wettbewerbsfilme „Saint Laurent“ und „Relatos Salvajes“, einen humorvollen, sarkastischen, argentinischen Episodenfilm. Was sie ansieht, „entscheide ich spontan von Tag zu Tag“. Dann ruft sie bei ihrem Kartenbüro an – und bisher hat sie immer bekommen, was sie wollte, schwärmt sie. Davon können Akkreditierte anderer Sektionen wie Kinobetreiber in der Tat nur träumen.

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