Rheinpfalz Des Präsidenten Gegner holen zum Schlag aus

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In den zehn Jahren unter der Präsidentschaft von Marinus Engelbarts (68, Kaiserslautern) hat sich der Golfclub Pfälzerwald in Waldfischbach-Burgalben etabliert und zu einer veritablen Größe entwickelt. Eine schön gelegene 18-Loch-Anlage und ein schmuckes Clubhaus wurden gebaut. Aber nun regt sich offener Widerstand gegen seinen zuweilen als rigide empfundenen Führungsstil. Für die Mitgliederversammlung am 21. Mai stellt sich deshalb mit Bodo Marke (71, Lemberg) an der Spitze ein alternatives Vorstandsteam zur Wahl.

Dass sich in dem 700 Mitglieder zählenden Club zwei Lager gebildet haben, war schon seit Längerem zu beobachten. Auf der einen Seite stehen die Mitglieder um Engelbarts und seine Sponsoren, die mehr auf Golf als Breitensport für Amateure setzen und die Jahresbilanzen schon mal „kreativ“ gestalten, um den Club am Laufen zu halten. Auf der anderen Seite gibt es die Fraktion, die den Spitzensport und die besonders aktiven Spieler stärker fördern will und mehr Mitsprache der Mitglieder verlangt. Beide Lager buhlen nun darum, möglichst viele ihrer Anhänger dazu zu bewegen, die Versammlung am 21. Mai zu besuchen, um ihre Stimme abzugeben. Marke – bekannt von dem Hauensteiner Unternehmen „Schuh-Marke“, heute Privatier – hat den Mitgliedern vor einigen Tagen ein Schreiben geschickt, in dem er Ziele formuliert und seine Mannschaft benennt. Neben ihm als Präsident soll Rolf Jünger (Versicherungsbüro in Dansenberg) Vizepräsident werden, Willi Köhler (Steuerberater in Pirmasens) Schatzmeister, Werner Stephany (Marketingleiter bei der Handwerkskammer Kaiserslautern) Schriftführer, Karin Roschy (Kosmetikstudio Heltersberg) Sportwartin, Elke Jünger Jugendwartin und Hans Steck (Tehalit Heltersberg) Platzwart. Wie sich die Geschichte doch wiederholt: Vor zehn Jahren war Engelbarts mit dem Versprechen, den Club transparenter als sein Vorgänger Ernst Becker zu führen, angetreten, und heute wird ihm vorgeworfen, genau das Gegenteil zu tun. Seine Gegner wollen das ändern und kündigen an, ein „Kompetenzteam“ zu gründen, das den Mitgliedern die Möglichkeit bieten soll, Ideen und Kritik einzubringen; wichtige Entscheidungen sollen „nicht mehr von der Vereinsführung allein“ getroffen werden. Angeprangert wird die „immer wieder schwierige finanzielle Lage“ des Clubs, sodass als erstes die Finanzen zu konsolidieren seien. Die Liquidität soll verbessert werden, indem die Einnahmesituation durch Greenfeespieler, Gruppen und neue Turniere verbessert wird, um mehr Geld in die 18-Loch-Platz investieren zu können. Das Clubleben sei attraktiver und geselliger zu gestalten, um Anfänger und Neumitglieder mehr an den Verein zu binden. Die Jugendarbeit der bisherigen und künftigen Jugendwartin werde fortgeführt und ebenso wie die aktiven Mannschaften gefördert. Schließlich soll eine Vereinsordnung die Satzung detailliert regeln. Engelbarts ist indessen nicht bereit, sein Werk in die Hände eines neuen Vorstands zu geben, dessen Kompetenz ihn nicht überzeugt – und der auch keine so finanzstarken Sponsoren hinter sich hat wie er; unter ihnen befindet sich der Waldfischbacher Dieter Götz, ehemaliger Reno-Besitzer und heute Eigentümer des Bioland-Hofguts Kirschbacherhof bei Dietrichingen. Dass der Club in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bestreitet Engebarts und kündigt an, zur Versammlung eine „testierte und ehrliche Bilanz“ vorzulegen, die mit einem überschaubaren Minus von rund 10.000 Euro schließe. Den Schuldenstand zum Ende des vergangenen Jahres gibt er mit 1,2 Millionen Euro an. Alle „zweifelhaften Forderungen“ seien aus der Bilanz entfernt worden. Und: „Wir sind zu jeder Zeit kreditwürdig.“ Während seine Sponsoren im Hintergrund bleiben (wollen), tritt Engelbarts – früher Geschäftsführer der Firma Erico, mittlerweile Privatier – mit einer deutlich veränderten Mannschaft zur Vorstandswahl an. Sein Vize soll der erst 35-jährige Sebastian Gross (in der Geschäftsleitung der Torpedo-Gruppe Kaiserslautern) werden – ein Fingerzeig für eine spätere Nachfolge von Engelbarts. Schatzmeister soll Matthias Brunner (Steuerberater in Pirmasens) bleiben, als Schriftführer ist Benedikt Kühle (Notar in Waldfischbach) vorgesehen, als Sportwart Hanns-Christoph Zebe (Mitinhaber der Ingenieurberatungsgesellschaft Kiefhaber und Zebe in Kaiserslautern), als Platzwart Gunther Pfaff (Mitinhaber des Ingenieurbüros Laub in Kaiserslautern) und als Jugendwart Nicolas Grün (Datenbank- und Webentwickler bei der Enbiz GmbH in Kaiserslautern). „Wir sind bereits ein Kompetenzteam und brauchen nicht erst eins dazuzuholen“, unterstreicht Engelbarts den Anspruch seines neuen Vorstands. Dieses Team und seine Sponsoren haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt angesichts der Tatsache, dass die Zahl der organisierten Golfer – deutschlandweit – nicht mehr wächst, mithin auch nicht mehr auf Zuwachs gebaut werden kann. So will Engelbarts einen sicheren Finanzrahmen für den Club schaffen und für die Immobiliendarlehen auf lange Sicht günstige Zinsen sichern. Es sollen „professionelle Strukturen“ geschaffen werden, wobei mit der Einstellung von Bastian Kraft (41, Handicap drei) als Clubmanager – diese Aufgabe hatte bislang Engelbarts zusätzlich übernommen – zum 1. März bereits ein wichtiger Schritt gemacht worden ist. Mit dem Geld großzügiger Spender soll weiterhin der junge Golfernachwuchs gefördert und mit der Installation eines Umweltbeauftragten im Vorstand dem Naturschutz bei der Platzgestaltung mehr Gewicht gegeben werden. Um den ständigen Wechsel in der Gastronomie zu beenden, dem Pächter eine sichere Existenz zu ermöglichen und dem Club die Pachteinnahmen zu gewährleisten, soll eine Verzehrpauschale von 100 Euro pro Vollmitglied eingeführt werden. Seit dem 1. März hat Armin Kurz – er kommt aus der Systemgastronomie und ist gelernter Betriebswirt – das Restaurant im Clubhaus übernommen. Mit den Nachbarclubs soll eng zusammengearbeitet werden, um Synergieeffekte zu nutzen und Kosten zu sparen – was bislang nicht immer der Fall war. Interessantester Punkt in Engelbarts Plänen ist jedoch der anvisierte Kauf des Golfplatz-Geländes (siehe „Zur Sache“). Der amtierende Präsident räumt durchaus ein, nicht immer diplomatisch vorgegangen zu sein, und spricht bei seinem Führungsstil augenzwinkernd von einer „demokratischen Diktatur“. Aber er verweist auch darauf, dass „dies alles hier nicht stehen würde, wenn ich es nicht angepackt hätte“. Mit bescheidenen Mittel sei eine stringente Kostenstruktur entwickelt worden, wobei allerdings „nicht immer alle Wünsche der Sportler erfüllt werden konnten“. „Wir haben 700 Mitglieder, darunter 100 sehr aktive Golfer. Aber alle zahlen den gleichen Beitrag“, begründet er seine Linie, keinen bevorzugen zu wollen.

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