Rheinpfalz Der Wald, das Holz und die Wege

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Maßnahmen, die in diesem oder im nächsten Jahr im Erlenbacher Gemeindewald durchgeführt werden sollen, standen im Mittelpunkt der Waldbegehung, die am Samstagvormittag für Ratsmitglieder und interessierte Bürger angeboten wurde. Zehn Teilnehmer zählte die von Forst und Ortsgemeinde organisierte Veranstaltung.

Die Waldabteilung „Am Brunnen“, am Radweg in Richtung Niederschlettenbach auf halber Strecke, war die erste Station der zweistündigen Tour. Revierförster Richard Engel informierte hier über den bereits begonnenen Holzeinschlag, der in den nächsten Jahren bis zur Feldscheune am Ortseingang fortgeführt werden soll. Das Problem: Durch die früheren Westwallbunker am Nestelsberg gelten die dortigen Baumbestände als extrem besplittert. Die inzwischen ins Holz gewachsenen Überreste von Granaten und Munition werten das Holz ab und verursachen Schäden an den eingesetzten Sägen. Entsprechend gering war bislang das Interesse, auch diese Gebiete zu durchforsten. „Da war bestimmt schon 30 Jahre keiner mehr drin“, fand Engel angesichts des Waldbildes. Insgesamt sollen hier rund 600 Festmeter Holz geerntet werden. Knapp die Hälfte dies Hiebs ist bereits durchgeführt. Zum Einsatz kommt dabei ein Seilkran, der die Stämme trotz oder gerade wegen der Nähe zum Radweg in den darüber liegenden Waldweg zieht. „Ein Harvester wäre zwar günstiger gewesen. Aber der hätte mit seinen Ketten auf dem Radweg eine 90 Grad-Drehung machen müssen, was mit Sicherheit zu Schäden am Radweg geführt hätte“, so der Revierförster. Die Gemeinde hat nun pro Festmeter etwa zehn Euro höhere Kosten. Probleme gibt es auch in der Abteilung Kammerfelsen am Grünberg nördlich des Seehofs. Auch dieses Areal gilt als besplittert. Auch hier ist eine Durchforstung dringend notwendig. Nur: Hier fehlt es auf halber Hanghöhe an einem benutzbaren Weg. Eine Trasse aus früheren Zeiten ist zwar dort noch teilweise erhalten. Allerdings gebe es auf beiden Seiten keine vernünftige Anbindung, so der Förster. Und der Neubau eines Weges lohne sich an dieser Stelle nicht. Daher soll das Holz nun ebenfalls mit einem Seilkran rund 300 Meter hoch in den obersten Weg gezogen werden, der mit Lastwagen befahrbar ist. Wenn diese Arbeiten anstehen, muss auch der am Seehof vorbeiführende Wanderweg gesperrt werden. Zudem wird dann die an diesem Weg entlang führende Stromleitung zu den Wochenendhäusern der Seehof-Gemeinschaft auf den Boden abgelegt. Die Häuser sollen während der Holzernte in diesem Bereich über einen Trafoanhänger der Pfalzwerke mit Strom versorgt werden, kündigte Engel an. Auch bei einer anderen Verbindung steht wegen Holzfällungen eine Sperrung an – aber die hat größere Auswirkungen. Voraussichtlich im nächsten Jahr ist vorgesehen, die Abteilung Imsenbühl entlang der B 427 zwischen Erlenbach und Lauterschwan zu durchforsten. Dann muss die Bundesstraße für mehrere Wochen voll gesperrt werden. Die Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit dem Staatsforst durchgeführt, dem das an den Gemeindewald angrenzende Gebiet gehört, so dass die Straße nur einmal gesperrt werden muss. Auch Privatwaldbesitzer, denen die dann angrenzenden Grundstücke in Richtung Erlenbach gehören, können sich nach Aussage des Försters an diese Maßnahme anhängen. Letzte Station der Tour war der Campingplatz. Dessen Besitzer plant eine Erweiterung seiner Fläche um einen Wohnmobilstandort (die RHEINPFALZ berichtete). Die bislang mit Fichten bewachsenen Grundstücke müssen gerodet werden. Außerdem muss auf der anderen Seite des Zufahrtsweges ein 40 Meter breiter Sicherheitsstreifen angelegt werden. Der soll verhindern, dass bei einem Sturm große Bäume umfallen und die Camper gefährden. Die Ortsgemeinde erhält hierfür einen finanziellen Ausgleich. Unklar ist derzeit noch, ob dieser Sicherheitsstreifen auch in dem Bereich des bestehenden Campingplatzes fortgesetzt wird. (hll)

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