Eisenberg Der Opa hat nun noch mehr Zeit

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Als Klaus-Dieter Magsig die wenigen Meter vom Rednerpult zu seinem Sitzplatz schritt, war er mittendrin in einem seiner Vorhaben, die er für den Ruhestand hat. Um eine kleine Kuschelrunde mit seinen Enkelkindern kam er nicht herum. Viele weitere werden folgen. „Noch mehr Zeit“ will er schließlich nun mit ihnen verbringen. Und schon in diesem Moment wusste jeder der vielen Besucher im Göllheimer Haus Gylnheim, dass dem Opa das jede Menge Freude bereiten wird. Freude, das hat ihm auch seine 16-jährige Zeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Göllheim bereitet. „Aber auch manches graue Haar gebracht“, sagte Magsig mit einem Schmunzeln. Zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Verabschiedung und Amtseinführung seines Nachfolgers Steffen Antweiler – musikalisch umrahmt von der Formation „Brass in Black“ – fand der 62-Jährige bewegende Worte. Magsig erinnerte an seine erste Ansprache vor den Mitarbeitern der Verwaltung. „Wir sind ein Team“, habe er damals gesagt. Trotzdem, das wusste der Bürgermeister wohl schon damals, gibt es auch einen Teamchef. Einen, der auch mal Entscheidungen treffen muss, die nicht jedem schmecken. „Meine Absicht war es, ein Team zu führen, das für die Menschen in der Verbandsgemeinde Göllheim da ist“, erzählte er. Und gestand ein – bei allem Lob, das ihm an diesem Abend entgegengebracht wurde –, auch Fehler gemacht zu haben. „Nur der macht keine Fehler, der nix macht. Der kommt aber auch keinen Schritt weiter.“ Geholfen, einen Schritt weiterzukommen, haben ihm nicht nur die Mitglieder des Verbandsgemeinderates, die es ihm „wirklich leicht gemacht haben“, sondern auch die Mitarbeiter der Verwaltung. Bei all denen bedankte sich der scheidende Bürgermeister, allen voran bei Ria Baumgärtner, die weit mehr als seine Sekretärin sei und auch für Tourismus und Fremdenverkehr zuständig sowie als Gleichstellungsbeauftragte tätig ist. Sie erhielt eine Radierung von Magsig, die an Göllheim und „vielleicht auch ein bisschen an mich erinnern soll“. Bewegend war auch das Dankeschön an seine Frau und seine Kinder. Bewegend waren außerdem die Worte, die die vielen Redner an diesem Abend über Klaus-Dieter Magsig fanden. „Während Ihrer Amtszeit haben Sie immer sehr diplomatisch und gekonnt eine Mehrheit für Ihre Ziele hinter sich gebracht“, sagte Personalratsvorsitzende Sabine Best. Sie überreichte ihrem „alten“ Chef ein Kochbuch mit den Lieblingsrezepten der Mitarbeiter. Auch für den „neuen“ Chef hatte Best ein Geschenk dabei: neue Schuhe. „Damit Sie ganz einfach Ihren Weg gehen, Ihre eigenen Spuren hinterlassen können.“ Dabei handelte es sich übrigens um ein Paar Babyschuhe. „Die können mit ihren Aufgaben wachsen – und um ehrlich zu sein, waren sie die Günstigsten.“ VG-Beigeordneter Dieter Hartmüller betonte, dass Magsig „große Eindrücke“ hinterlassen habe. Die Einrichtungen der Verbandsgemeinde seien trotz angespannter finanzieller Rahmenbedingungen in einem hervorragenden Zustand, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Schulen der VG sei beispielhaft, der Einsatz zur Umsetzung eines Feuerwehrkonzeptes groß gewesen. „Mit der Versorgung von schnellem DSL hast du einen deutlichen Fußabdruck hinterlassen, ohne die Ortsgemeinden zusätzlich zu belasten“, lobte Hartmüller – und hob außerdem Magsigs Einsatz für Erneuerbare Energien sowie die Pflege der Partnerschaft mit der polnischen Stadt Kozienice hervor. Letztere, betonte Magisg, sei ihm sehr wichtig, gerade auch der Austausch der Schulen: „Nur durch Begegnung werden Grenzen in den Köpfen beseitigt.“ Kozienices Bürgermeister Tomasz Smietanka dankte ihm für seinen Beitrag „zur Erhaltung der Völkerverständigung“. Der dortige Landrat Janusz Stapor lud Magsig mit seiner Familie nach Polen ein. „Und ich werde Dein Reiseleiter sein“, sagte er – übersetzt von Andrzej Zielinski. Friedrich Strack, weiterer VG-Beigeordneter, lobte den scheidenden Bürgermeister für seine Geradlinigkeit und Meinungstreue. „Die Gleichstellung aller Ortsgemeinden war von Anfang an sein oberstes Gebot“, so Strack. Beispielhaft sei auch der Einsatz für den Verein Zellertal aktiv gewesen. „Das Bäumchen Zellertal wächst langsam, aber es wächst. Die Früchte werden von unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln geerntet werden“, meinte der Beigeordnete. Landrat Winfried Werner gab Magsig mit auf den Weg: „Hören Sie auf keinen Ratschlag. Machen Sie und ihre Frau das, was Sie sich vorgenommen haben.“ Magsigs Kirchheimbolander Amtskollege Axel Haas, der unter anderem für die Bürgermeisterkollegen und als stellvertretender Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes sprach, sagte, dass Magsig die Dinge, die er sich vorgenommen habe, mit Nachdruck verfolgt habe. Pfarrer Hartmut Hopp lobte den bekennenden Christen und das aktive Mitglied in der Kirchheimbolander Stadtmission, dass er als Politiker seine christlichen Werte nicht verhehlt habe. Das tut übrigens auch Presbyter Steffen Antweiler nicht. Diesem ist bewusst, dass es erst zum dritten Mal in der 42-jährigen Geschichte der Verbandsgemeinde einen Wechsel an der Spitze gibt. Sein Wunsch: In acht Jahren sollen die Menschen sagen, Steffen Antweiler habe sich als Bürgermeister bewährt. Der 45-Jährige weiß seine Frau und seine vier Kinder hinter sich, legt Wert auf den Ausbau der wirtschaftlichen Infrastruktur, auf ehrenamtliches Engagement, auf den Erhalt der eigenen Immobilien – angefangen bei den Schulen. Er weiß um eine gut funktionierende Verwaltung und will einen guten Kontakt zu den Ortsgemeinden pflegen. „Ich garantiere, ein verlässlicher Partner zu sein“, sagte Antweiler. Heute startet seine Amtszeit dann offiziell.

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