Rheinpfalz »DER KÖNIG VON KÖLN« – TREFFSICHERE SATIRE: Karneval, Klüngel und Korruption

Klüngel beim Kölsche Karneval: Baudezernent Lothar Stüssgen (Joachim Król, links), hier mit Investor Josef Asch (Rainer Bock).
Klüngel beim Kölsche Karneval: Baudezernent Lothar Stüssgen (Joachim Król, links), hier mit Investor Josef Asch (Rainer Bock).

Es beginnt, wie so oft in Köln, mitten im Karneval: Bei einer närrischen Schunkel-Veranstaltung, bei der das Kölsch in Strömen fließt, stellt der korrupte Baudezernent Lothar Stüssgen (Joachim Król) seinem Mitarbeiter Andrea Di Carlo (Serkan Kaya) den berüchtigtsten Strippenzieher der Domstadt vor, den ehemaligen Maurerpolier und millionenschweren Investor Josef Asch (Rainer Bock). Die schillernde Figur ist wie einige andere in der hintersinnigen TV-Satire „Der König von Köln“ an ein reales Vorbild angelehnt: Der Baulöwe Josef Esch stand vor einigen Jahren im Zentrum eines gigantischen Wirtschaftsskandals, bei dem Banken und Firmen in Schieflage gerieten und Milliarden an Steuergeldern vernichtet wurden. Auch Josef Asch lässt es in der fiktiven Komödie zum Auftakt des Themenabends „Kölscher Klüngel“ richtig krachen und reißt die halbe Kölner High Society mit in den Abgrund. Auch der kleine Baureferent Andrea Di Carlo lässt sich von ihm bestechen und genießt die Vorteile der Korruption – bis ihm die Sache über den Kopf wächst. Der Zuschauer weiß zu diesem Zeitpunkt längst, dass es schlimm für die meisten Beteiligten ausgeht, beginnt die turbulente Mischung aus Gesellschaftssatire und Wirtschaftskrimi doch mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Temporeich, mit viel Lokalkolorit und von Vorbildern wie Helmut Dietls Klassiker „Schtonk!“ inspiriert erzählen Drehbuchautor Ralf Husmann und Regisseur Richard Huber eine böse Satire, wie sie sich so angeblich nur in Köln abspielen kann, das häufig als Hauptstadt von Vetternwirtschaft und Korruption geschmäht wird.

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