Rheinpfalz Demografischem Wandel begegnen

Placeholder-Image

Der Otterbacher Dekan Matthias Schwarz möchte auch dem neuen protestantischen „Kirchenbezirk an Alsenz und Lauter“ künftig vorstehen. Der 50-Jährige kündigte seine Kandidatur für das Dekansamt des dann größten Kirchenbezirks in der Pfalz an. Wie berichtet, hatte die Kirchenregierung am Donnerstag über die Fusion der vier Dekanate Otterbach, Lauterecken, Winnweiler und Rockenhausen entschieden.

Der neue Kirchenbezirk hat nach Angaben der Landeskirche ab 1. Juni 2016 rund 53.000 Kirchenmitglieder in 48 Gemeinden. Einen Vorteil dieser Größe sieht Schwarz in der Organisation von Vertretungsregelungen. Denn durch die schrumpfende Zahl der Kirchenmitglieder blieben auch Stellenkürzungen nicht aus. „Natürlich sparen wir durch die Fusion Geld“, betonte er mit Blick auf drei entfallende Dekan-Stellen sowie deren Geschäftsstellen. Personaleinsparungen werde es aber nicht geben: „Niemand wird arbeitslos.“ Mit dem neuen Vierer-Konstrukt könnte den Herausforderungen des demografischen Wandels künftig besser begegnet werden, ist Schwarz überzeugt. Als er vor zehn Jahren zum Dekan gewählt wurde, zählte der Kirchenbezirk Otterbach 24.000 Mitglieder, heute seien es noch 20.500. Statistisch gesehen gingen laut Schwarz zwei Kirchengemeinden verloren. Durch die Fusion könne die Nordwestpfalz – kirchlich gesehen – gelassen in die Zukunft blicken. Außerdem kennt man sich bereits ganz gut. Die vier Dekanate betreiben ein gemeinsames Verwaltungsamt in Otterbach. Diese Grenzen seien nun auch auf Dekanatsebene übertragen worden, verdeutlicht Schwarz, der neben dekanatsweiten Angeboten wie einem Dekanatskirchentag oder zentralen Reformationsfeiern auch für regionale Veranstaltungen plädierte. Als Beispiel nannte der Dekan die Kinderbibelwoche von Otterbach und Lauterecken. Zufrieden zeigte sich Schwarz über die Entscheidung der Kirchenregierung, den Dekanatssitz Otterbach zuzuweisen. Sein Kollege Michael Pernt-Weigel aus Winnweiler äußerte sich dagegen enttäuscht: „Jubeln kann ich nicht“, sagte Pernt-Weigel der RHEINPFALZ. Auch wenn er im Dezember 2015 in die Altersteilzeit wechsele – „ich werde dann stets an eine Altlast erinnert“. Objektive Kriterien wie Erreichbarkeit und Infrastruktur hätte Winnweiler mit seinem Festhaus auch geboten, gibt er zu bedenken. Der Rockenhausener Dekan Christian Rust äußerte sich dagegen gelassen: „Wir hatten es nicht ausgeschlossen, den Dekanatssitz zu erhalten, enttäuscht bin ich über die Entscheidung nicht.“ Wie Pernt-Weigel wird auch Rust das neue Konstrukt nicht mehr als Dekan begleiten; er geht Ende Mai 2016 in den Ruhestand. Die Lauterecker Dekanin Diana Lipps plant bereits seit längerem einen Wechsel zur rheinischen Landeskirche. Die Dekan-Stelle für den neuen „Kirchenbezirk an Alsenz und Lauter“ wird ausgeschrieben. Die Lauterecker Dekanin Diana Lipps wollte auch am zweiten Tag nach Entscheidung über die Fusion keinen Kommentar abgeben. Sie wolle erst die Tagung der Gremien im Januar abwarten, sagte Lipps. Wie berichtet, hatte sich die Lauterecker Bezirkssynode nach drei Jahren Verhandlungszeit vor wenigen Wochen gegen die Fusionsbestrebungen ausgesprochen. (suca)

x