Kultur Südpfalz Dem Eisen Leichtigkeit verliehen

91-95010863.jpg

„So wie Giacometti ein Bild für Bronze geschaffen hatte, hat Robert Schad eines für Eisen geschaffen“, rühmt der Karlsruher Galerist Ewald K. Schrade den international renommierten Stahlbildhauer, dem er jetzt in der Galerie im Karlsruher Zirkel eine Ausstellung ausrichtet. Zunächst einmal zeichnet sich die dadurch aus, dass sie selbst den größeren Formaten den Platz gibt, den sie brauchen, um jeweils für sich wirken zu können.

So zeigt sich die Schad eigene Weise, sogar einem scheinbar spröden Material wie Vierkantstahl eine gewisse Leichtigkeit abzugewinnen, die sich öffentlich zwischen Katmandu über Moskau bis Fatima in Portugal bewundern lässt. Ebenso unter anderem im Innenhof des Bundesfinanzministeriums in Berlin, im Verbindungstunnel zwischen Landtag und Abgeordnetenhaus in Stuttgart oder im Skulpturenpark des Ludwig Museums sowie in Karlsruhe (KIT, Landratsamt). Schad verschweißt und verschleift unterschiedlich lange Stahlstäbe verschiedener Materialstäbe miteinander, wodurch sich in Schwüngen und Bögen Skulpturen ergeben, die wie Zeichnungen im Raum stehen. Je nach Blickwinkel ergeben sich immer neue Sichtweisen. Der 1953 in Ravensburg geborene Künstler hat an der Karlsruher Akademie in Albrecht von Hancke und Wilhelm Loth bedeutende Lehrer gehabt und betont gerne, wie viel er vor allem Hancke zu verdanken habe. Seit der Jahrtausendwende lebt er, im Lauf der Jahrzehnte mehrfach mit Stipendien und Preisen bedacht, in Larians-et-Munans im französischen Département Haute-Saône, wo sich im 500 Quadratmeter großen und sieben Meter hohen Atelier auch große Arbeiten schaffen lassen. Aber noch immer zeichnet ihn die für einen Oberschwaben so typische Mischung aus Bodenhaftung und barock-heiterer Art aus. Dann werfen sich Schad und der mit ihm schon seit jungen Jahren bekannte und dann befreundete andere Oberschwabe Schrade schon mal neckisch Anekdoten-Bälle zu. Wenn dann noch der Karlsruhe und der weltverbundene Klaus Gallwitz hinzu kommt und sich über Schads besonders großen Zeh auslässt, kann – wie geschehen – so eine Vernissage schon mal surreale Züge annehmen. Schad bekennt, dass seine kleineren oder großen Unikate für ihn „wie Adoptivkinder“ seien, die Trennung falle schwer, was wiederum nicht im Sinn von Galeristen ist. Aber diese gelungene Präsentation in Karlsruhe, in der auch einige Zeichnungen zu sehen sind, bezeichnet er dann selbst als „die tollste Ausstellung, die ich je gemacht habe“ . Wenn er über seine Skulpturen und – beginnend beim erwähnten Zeh – die Analogie von Skulptur und menschlichem Skelett spricht, wirken die Arbeiten mit einem Mal gar nicht mehr so abstrakt. Sondern, dem tonnenschweren Material zum Trotz, irgendwie leicht. Info Robert Schad, „mit Stahl gezeichnet“, bis 11. März in der Galerie Schrade, Zirkel 34-40, Karlsruhe. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 16 Uhr. |yst

x