Rheinpfalz „Dekolleté sollte nicht zu tief sein“

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Mit Liebe fürs Detail: Lola Paltinger hat in ihrem Atelier in München schon etliche Kostüme für Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn entworfen.

Die gebürtige Mannheimerin Lola Paltinger ist Modedesignerin aus Leidenschaft. Derzeit haben ihre Dirndl Hochsaison. Blumen, Pailletten oder Bordüren aus Samt: Im Showroom in München hängen opulent verzierte Kreationen, viele handbestickt. Das Weinheimer Unternehmen Freudenberg stellt die Vlieseinlagen für sie her. Aber die 46-Jährige kann viel mehr als Dirndl. Ein Gespräch.

Frau Paltinger, wussten Sie schon während der Schulzeit, dass Sie in die Modebranche wollen?

Eigentlich nicht wirklich. Es ist nicht so, dass ich als Kind schon fanatisch genäht und gezeichnet hätte. Doch so manches meiner Tiere bekam ab und an ein selbstgenähtes Outfit verpasst. Ich war allerdings schon immer mit Mode in Berührung, da meine Mutter denselben Beruf hat und sich bei uns zu Hause einiges um Mode drehte. Woher kommt bei einer Mannheimerin dieses Faible für die in München so beliebte Tracht? Tja, das ist nun wirklich während meiner Modeschulzeit in München in den Jahren 1994 bis 1997 entstanden. Ich erinnere mich gut, wie ich schon ganz neu in München den Trachtenumzug zum Oktoberfest anschaute und einfach alles wunderschön fand. Damals ist man – wohlbemerkt als Zugereiste – noch nicht unbedingt in Tracht auf die Wiesn gegangen. Von Anfang an begeisterten mich die vielen außergewöhnlichen Details und Stickereien der Tracht. Dies ließ ich oft in meine Entwürfe während meiner Schulzeit auf der Modeschule einfließen. Was darf bei einem Dirndl nicht fehlen? Worauf sollten diejenigen achten, die sich zum ersten Mal eines kaufen? Ein Dirndl muss immer perfekt sitzen und aussehen, als sei es auf die Figur geschneidert worden. Da bleibt es teilweise nicht aus, dass es ein wenig von einer Schneiderein angepasst werden sollte, also besser immer rechtzeitig beim Dirndlkauf dran sein. In jedem Fall sollte es auch nicht zu kurz sein, immer mindestens knieumspielende Länge, und kein zu tiefes Dekolleté haben. Die Schürze sollte mit dem Rock des Kleides abschließen und nicht zu kurz oder gar zu lang sein. Stimmt es, dass Sie auch Bühnenkostüme schneidern? Ja, das ist tatsächlich für mich eine große Leidenschaft, die zum Glück neben all der trachtigen Arbeit noch Platz findet. Mein erster großer Job war es, nach meinem Modeschulabschluss Kostüme für Dieter Thomas Kuhn und Band zu entwerfen. Wir kennen uns inzwischen über 20 Jahre und seit einigen Jahren fertige ich immer wieder die Anzüge für Dieter Thomas Kuhn selbst und habe immer eine Wahnsinnsfreude an den Konzerten. Sind Sie noch häufiger in Mannheim? Immer wieder gerne, aber zu selten, meist nur einmal im Jahr. Ich habe noch Freunde in der Region und mein Papa wohnt in Mannheim. Es hat sich jedoch inzwischen eingespielt, dass Freunde und Verwandte auch gerne einen Abstecher nach München machen und wir hier in Bayern ein paar Tage gemeinsam Urlaub verbringen.

Zur Person

Lola Paltinger (46) ist in Mannheim aufgewachsen. 1994 machte sie am Lessing-Gymnasium Abitur. Dann studierte sie an einer Münchner Modeschule, absolvierte ein Praktikum bei Vivienne Westwood und machte sich vor 19 Jahren mit dem Label „Lollipop und Alpenrock“ selbstständig. Heute werden ihre Einzelanfertigungen in einer Schneiderei in Nürnberg genäht. Sie will Tradition und Trend verbinden und auf diese Weise Trachtenmode lebendiger gestalten. Vor der Kamera steht die 46-jährige Mannheimerin außerdem. Per Teleshopping verkauft sie ihre „Himmelblau by Lola Paltinger“-Kollektion.

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