Mannheim
Wirtschaftsverein „Metal Business Club“ gründet Ortsgruppe
Über Musik, die Gemeinschaft stiftet, kommt man leichter ins Gespräch, indem das kollektive Hören von Lieblingsalben oder der Besuch von Konzerten mögliche Hemmschwellen abbaut. Wie bei einer Teambildungsmaßnahme. „Und wenn man mit dem Geschäftlichen durch ist, kann man sich über die letzte Kreator-Platte unterhalten“, erklärt Mitbegründer Stefan Schreiber, der als studierter Informatiker in führender Position für die Firma Physik Instrumente in Karlsruhe arbeitet. Seit Mitte Mai gibt es in Mannheim den Ortsverein des Metal Business Clubs, der seine Ursprünge in Holland und Belgien hat.
Der Club soll dem lebendigen Erfahrungsaustausch betriebs- und volkswirtschaftlicher Tipps dienen – mit dem Metal als gemeinsamen Nenner. Der Metal Business Club, der Niederlassungen in Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt und Saarbrücken unterhält, ist ein kollegialer Tummelplatz. Nun also geht ein Mannheimer Metal BC-Ortsverein an den Start. „Wir wollen Menschen eine Plattform bieten, die denselben Musikgeschmack leben und das geschäftlich miteinander verbinden“, erläutert Co-Vorsitzender Marco Gubala, der Chief Operating Officer (COO) einer Berliner IT-Beratungsfirma ist und in Bad Dürkheim lebt. „Auf diese Weise kann man den einen oder anderen Auftrag vermitteln“, gewährt der studierte Wirtschaftsinformatiker, der eine Vorliebe für Death Metal und Metalcore hat, einen Einblick.
Exklusiver Vortrag von Black Sabbath-Mitglied
Zusammen mit Katja Ehmke, der Ersten Vorsitzenden, in der Szene „Chapterhead“ genannt, leitet Marco Gubala, die Mannheimer Geschicke des Heavy-Metal-Netzwerks, in dem eine Mitgliedschaft jährlich 795 Euro kostet. In diesem Zusammenhang erhalten die Clubmitglieder allerdings auch etliche Vorteile, etwa vergünstigte Konzertkarten und VIP-Tickets. Im August beispielsweise steht ein echtes Highlight auf dem Programm: Auf dem Summer Breeze Festival im mittelfränkischen Dinkelsbühl wird Geezer Butler, Bassist der Doom Metal-Band Black Sabbath, bei einer exklusiven Konferenz zu 150 Clubmitgliedern sprechen. Der Veranstalter des Festivals, Achim Ostertag, nahm ebenfalls an der Gründungsversammlung des Mannheimer Chapters im Paulaner Wirtshaus teil.
Nicht zuletzt möchten die Clubmitglieder jenen Branchenkollegen, die mit ihrem Unternehmen eine wirtschaftliche Krise durchleben, potenziell wertvolle Ratschläge geben, um Unterstützung zu leisten, den betrieblichen Kahn aus der Schräglage wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen. Oder um zumindest, als eingeschworene Metal-Gemeinschaft in der allzu oft als rücksichtsloses Haifischbecken geltenden Geschäftswelt, die geschundene Rocker-Seele ein bisschen zu trösten. In den Reihen des Metal Business Clubs befinden sich fortschrittliche Unternehmer, die in einem Synergie-Effekt zusammen Projekte realisieren möchten.
Kaufleute, Apotheker, Tätowierer
Gesellschaftlich ticken die Metal-BC-Leute in einem anderen Takt. Ohne edlen Zwirn eines strengen Dresscodes. Zur Gründungsversammlung erschienen neben Unternehmensberatern, Kaufleuten im Baustoffhandel, Informatikern, Tattoostudio-Inhabern, Apothekerinnen und Maschinenbauingenieuren auch freiberufliche Profimusiker wie die Schlagzeugerin Melanie Bietz. Im Mannheimer Stadtteil Neckarau betreibt sie die Rockschule „Melle Beats“.
Obwohl Hard'n'Heavy die gemeinsame Basis im Metal Business Club darstellt und die Mitglieder einschlägige Bands wie Metallica, Iron Maiden, Accept, Slayer, Rammstein und Heaven Shall Burn hören, blicken die musikalisch nicht puristisch eingestellten Anhänger über den Tellerrand hinaus und sind vereinzelt ebenso für Punk-Rock und Alternative-Rock zu begeistern – im Hinblick auf artverwandte Bands wie Incubus, Nofx und System of a Down. Oder wie man auf Englisch sagt: „It's a motley crew“ – ein räudiger Haufen.