Rheinpfalz Das Wagnis lohnt sich

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Wahnwegen. In Wahnwegen ist bei der Kommunalwahl im Mai ein absoluter Neuling in der Kommunalpolitik zum Ortsbürgermeister gewählt worden: René Morgenstern. Er hatte sich als Einzelner um das Amt des Bürgermeisters beworben und hatte damit Erfolg.

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärte er, dass er zwar mit einer losen Gruppe von Einwohnern die Liste für eine Wählergruppe mit seinem Namen entsprechend den Bedingungen der Wahlordnung aufgestellt hatte. Allerdings habe er eine andere Person dazu bewegen wollen, als Ortsbürgermeister zu kandidieren. Nachdem diese Bemühungen fruchtlos geblieben waren, entschloss sich Morgenstern dann gezwungenermaßen doch, diesen Schritt ohne Unterstützung selbst zu wagen; denn dafür bedurfte es keiner förmlich einberufenen Versammlung. Die Wählergruppe Morgenstern erhielt prompt sieben von zwölf Sitzen im Gemeinderat, die bis dahin dominanten Sozialdemokraten nur fünf. Morgenstern schildert, auf sein Angebot lange vor der Kommunalwahl, eine Einheitsliste für die Gemeinde aufzustellen, habe die SPD nicht reagiert. Wer auf das bisherige Leben des erst 34-Jährigen zurückblickt, erkennt einen Menschen, dem es immer wichtig war, aus den ihm gebotenen Möglichkeiten das Beste zu machen. Seit seiner Geburt ist er stets in Wahnwegen geblieben. Nach dem Besuch von Kindergarten und Grundschule am Ort wechselte er auf die Realschule Kusel, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Eine Ausbildung zum Industrieelektriker bei der Bosch in Homburg schloss sich an. Morgenstern beendete als Bester seines Jahrgangs im Saarland. Er wurde dort in die Fachwerkstatt für Instandhaltung der Maschinen übernommen. Die Teilnahme an Schulungen in Richtung Computeranwendung befähigte Morgenstern zum Erwerben des Meistertitels in diesem Fach. Inzwischen macht ihm die Entwicklung von Software für das Weiterentwickeln von Maschinen im Zuge der Automatisierung so viel Spaß, dass er vor zwei Jahren einen Gewerbebetrieb für dieses Automatisieren bei Gebäuden angemeldet hat. Für seine eigentlichen Hobbys bleiben derzeit wenig Zeit: Ausfahren mit seinem Eigenbau-Cabrio und Amateurfunk. An seinem Wohnhaus-Neubau geschieht viel in eigener Leistung. Ganz aktuell sieht Morgenstern allerdings die Kommunalpolitik als ein Hobby, was ihn ganz fordert. Er würde in alle anstehenden Entscheidungen am liebsten sämtliche Bewohner des Dorfes mit einbeziehen, weil er sich bislang abgeschnitten fühlte von Informationen, die nur den Ratsmitgliedern zugänglich waren. Dieser Umstand habe ihn hauptsächlich bewogen, mit Gleichgesinnten den Zugang zum Entscheidungsgremium zu suchen. Morgenstern sagt, ihm sei bewusst, dass das Einarbeiten in das für ihn und seine Mitstreiter völlig neue Metier große Herausforderungen bereithält, aber mit wachem Geist, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit hofft er, seiner Vision von politischer Arbeit nahe zu kommen. (hjse/Foto: Sayer)

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