Kultur Südpfalz „Das Leben ist eine Reise“

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Der Kurzfilm-Trailer „Henry“ des Berliner Jungregisseurs Florian Boesel ist Ende November in München als bester Spielfilm mit dem Camgaroo-Award 2016 ausgezeichnet worden. In der Hauptrolle ist der Schauspieler Michael Marwitz zu sehen, der in Billigheim-Ingenheim wohnt. Henry ist, so Marwitz, „eine lakonische Komödie über alte Männer, tote Hamster und den Sinn des Lebens“. Er spielt darin einen alkoholkranken Mann, der sich nie um seine Familie gekümmert hat und jetzt eine neue Leber braucht. Den Camgaroo-Filmpreis gibt es seit 15 Jahren. In einer Oscar-ähnlichen Veranstaltung wird er seit 2002 in zwölf Kategorien vergeben und gilt als Talentschmiede und Netzwerk für junge, unabhängige Filmemacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Filmpreis kommt ganz ohne öffentliche Fördermittel aus, Sachpreise im Wert von rund 25.000 Euro werden von Herstellern aus der Industrie gestiftet, die Siegerfilme vom TV-Partner Tele5 im Fernsehen ausgestrahlt. Dieses Jahr stellten sich im Carl-Orff-Saal des Münchner Kulturzentrums Gasteig die Crews von 70 nominierten Filmen der Wahl der Jury. Schauspieler Heinz Hoenig hielt die Laudatio und überreichte die Preise. Wenn alles gut läuft, soll „Henry“, bislang nur ein „Teaser“, also ein Appetitanreger, später als Spielfilm realisiert werden. Dafür müssen Produzenten, Sender und Förderer gefunden werden. „Henry“ ist das Abschlussprojekt des Regisseurs Florian Boesel (29), Absolvent des Filmstudiengangs der Beuth-Hochschule Berlin. Er hat nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch selbst geschrieben. Mit dem Trailer bewirbt er sich nun bei Produktionsfirmen und hofft, den Film realisieren zu können: „Ich habe insgesamt 3500 Euro für meinen Abschlussfilm ausgegeben, es ist eine Investition in meine Zukunft.“ „Für Studenten von Filmhochschulen ist es wahnsinnig schwer, Gelder für ihr Abschlussprojekt zu akquirieren“, sagt Marwitz. Deshalb sei es ihm ein großes Anliegen, Jungregisseure zu unterstützen, indem er als professioneller Darsteller ohne Gage mitwirke. Seit Mai vergangenen Jahres habe er schon in zwölf solcher No-Budget-Produktionen mitgespielt. Und das nicht etwa, weil er an Unterbeschäftigung leidet. Im Gegenteil. Nach langen Jahren auf Theaterbühnen zieht es den unter anderem als Kurt Sperling im ARD-Dauerbrenner „Lindenstraße“ bekannt gewordenen Schauspieler wieder zum Fernsehen. So hat er beispielsweise im August in München für die ARD-Kultkrimireihe „Tatort“ gedreht, die Folge „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ wird voraussichtlich im Mai 2017 gezeigt. Und im Pilotfilm für die geplante TV-Serie um den jungen Mordermittler „Nick Shades“ – sie spielt um das Jahr 1950 – mimt Marwitz den Oberbürgermeister von Port Harlow, David Burnette. Der 60-Jährige hat unbändige Lust auf neue Herausforderungen und er muss sie nicht einmal suchen – sie finden ihn. „Das Leben ist eine Reise“, sagt der gebürtige Düsseldorfer, der seit über 25 Jahren in der Südpfalz zu Hause ist. „Jetzt bekomme ich plötzlich alle Rollen, die ich haben will, weil sie eins zu eins zu mir passen. Und das ist etwas, das mir manchmal Gänsehaut macht.“ Info „Henry“ ist auf www.camgaroo.com zu sehen sowie unter www.filmmakers.de/michael-marwitz.

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